"Es sind gemischte Stimmungen", versucht Hans-Peter Laschka seine Gefühle zu beschreiben. In seinem Amtszimmer ist er gerade dabei, seinen Arbeitsplatz sukzessive zu räumen. Auf seinem Schreibtisch türmen sich 30 Terminbücher - für jedes Jahr Amtszeit eines. Während Hans-Peter Laschka diese stapelt, kommen Erinnerungen an seine Amtsjahre hoch, die von fast nur Höhen geprägt waren.

Dazu zählen auch die Besuche des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und des einstigen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sowie die Feierlichkeiten zur 750-Jahrfeier von Mitwitz.

Hans-Peter Laschka: schwarz-grüner Bürgermeister

"Ich war eigentlich ein schwarz-grüner Bürgermeister", resümiert er. Denn Ökologie und Umweltschutz hatten einen hohen Stellenwert in seiner politischen Arbeit.

In den ersten Jahren seiner Amtszeit sei der Fokus vor allem auf die Wasserversorgung und Abwasserbehandlung gelegt worden. Gemeindeteile wurden an die Kanalisation angeschlossen, erinnert Laschka.

Erschließung von Gewerbegebiet

Aber es gab noch weitere Maßnahmen, die angepackt werden mussten. Laschka spricht von der Erschließung von Wohnbaugebieten, von Flurbereinigung, Erneuerung mancher Dörfer, Neubauten von Feuerwehr- und Gemeindehäusern und vielem mehr.

Gemeinsam mit Gisela Schardt hat er den Mitwitzer Weihnachtsmarkt am Wasserschloss initiiert, der mittlerweile 16 000 Besucher anlockt. Auch das Unicef-Kinderfest, der Kindermitmachzirkus der Dekanate, der Frühjahrsmarkt, die Sommerserenade sind nicht mehr wegzudenken.

Laschka hat Mitte im Ort geschaffen

Auch aktuelle Großprojekte erwähnt der scheidende Bürgermeister. So etwa die Erneuerung und Aufwertung der Ortsdurchfahrt und Städtebaumaßnahmen im Rahmen des Pilotprojektes "Ort schafft Mitte. Darunter zählt auch die Errichtung einer Arztpraxis in einer ehemaligen Scheune. Mittlerweile sind drei Ärzte dort untergebracht.

Erleichtert ist er auch über die bald beseitigten Gebäudebrachen am Ortseingang von Coburg aus kommend. Der Bürgermeister ist dankbar, dass Mitwitz in all seinen Amtsjahren bei Förderprojekten immer den geforderten Eigenanteil der Kommune hat stemmen können.

Mehr Zeit für die Familie

Seine 30 Jahre als Bürgermeister haben ihn geprägt. Deshalb wird er auch bei aller Freude über den neuen Lebensabschnitt, in dem er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte, sein Rathaus vermissen. Aber auch der "Weiße Saal" des Wasserschlosses mit seinem besonderen Flair wird ihm fehlen. Dort habe er im Laufe der Jahre 80 Paare aus aller Welt getraut. Es kann sein, meint er schmunzelnd, dass die mächtigen Fundamente des Wasserschlosses Einfluss auf den Bestand der hier geschlossenen Ehen haben, denn alle Ehen bestehen noch.

Anliegen war immer, Mitwitz voranzubringen

Was er leider nicht geschafft habe, so Laschka, sei ein Seniorenheim für Mitwitz. Der Bedarf ist vorhanden. Letztendlich sei das Projekt daran gescheitert, dass keine Bank für die Finanzierung gewonnen werden konnte.

Nicht nachvollziehen kann er die an ihm geübte Kritik von Gemeinderat Martin Heidenbluth (FW) in der letzten Gemeinderatssitzung. Für ihn sei es immer das Wichtigste gewesen, eine Sachpolitik zu machen, von der Mitwitz profitiert. "Unser Anliegen war immer, dass in Mitwitz viel zustande gebracht wird!"

Das Ohr am Bürger

Ein guter Bürgermeister müsse das Ohr am Bürger haben, so Laschka, Vereine und Verbände unterstützen und vor allem auch eine Familie haben, die einem den Rücken freihalte. Ab Mai wird sich dann alles vor allem um seine fünf Söhne mit Familie drehen, um seine drei Enkel, zu denen bald noch Zwillinge hinzukommen.

Noch einmal möchte er jedoch nach seiner Amtsübergabe an seinen Nachfolger Oliver Plewa (CSU) in Sachen Gemeinde aktiv werden und in einer Bürgerversammlung einen Vortrag zu "30 Jahre Gemeindeentwicklung" halten. Laschka weiß, wie diese möglich ist: "Eine gute Kommunalpolitik ist wie ein Zahnrad, da müssen viele Faktoren ineinandergreifen!"