So etwas hat die Kirche St. Thomas in Wallenfels noch nie gesehen. Große olympische Ringe stehen vor dem Altar, die Fahnenabordnungen der teilnehmenden "Nationen", sprich Ministranten-Gruppen aus den verschiedenen Ortschaften ziehen unter den Klängen olympischer Musik in das Gotteshaus ein, und die olympische Fahne wird gehisst. Eine Läuferin mit Fackel sprintet durch den Mittelgang und entzündet vor dem Altar das olympische Feuer. Die Kirche St. Thomas ist somit zu einer "olympischen Stätte" geworden - die Miniolympics in Wallenfels können beginnen.


Neun Ringe auf der Fahne

Eine Besonderheit gibt es aber noch zu sehen: Nicht fünf olympische Ringe zieren die Fahne, sondern neun - für jede Gemeinde im Seelsorgebereich einer. So gehören Birnbaum, Neuengrün, Neufang, Nordhalben, Nurn, Schnaid, Steinwiesen, Wallenfels und Wolfersgrün zum olympischen Kader.
Aus Nurn ist allerdings kein Athlet angetreten. Aus der Schnaid kam nur Marie-Sophie Fischer, die daher für Wallenfels startet.

Was haben die Worte "Stierkampf", "Beichtstuhl", "Pfingstochs" und "Papst Franziskus" sowie "Bratwürste mit Senft" miteinander zu tun? Eigentlich nichts, und das ist ja gerade das Fiese daran, denn diese und noch weitere zehn Wörter mussten in die Vorstellung der Ministrantengruppen eingebaut werden.

Viel Gelächter und noch mehr Applaus gab es für die Nordhalbener, die mit "Papst Franziskus" auf dem Rollator durch die Kirche brausten, wobei er nach acht Paar "Bratwürsten mit Senft" zur Beichte ging und dabei auch noch kräftig fluchte - ein Sketch zur Vorstellung, wie er schöner kaum sein konnte.


Weihrauchfässchen gestemmt

Auch ein Maßkrug-Stemmen der etwas anderen Art fand in der Kirche statt: Das Weihrauchfässerhalten war gar nicht so leicht, und so manchem "Sportler" wurde der Arm überraschend schnell schwer. Hier setzte sich Elias Göppner aus Wallenfels durch und hielt das Fässchen am längsten hoch.

Sie hatten sich viel einfallen lassen, die Wallenfelser Ministranten und ihr großes Betreuer- und Freundesteam. Schließlich sollte der Tag auch Spaß machen und nicht in Stress und riesige Anstrengungen ausarten, was bei den tropischen Temperaturen nicht gerade angenehm gewesen wäre.

Letztlich war das Gelächter an den einzelnen Spielstationen groß. Zum Beispiel beim Kerzenlöschen. Ein Korken wurde an einer Schnur am Gürtel festgebunden, hing hinten am Po; damit musste die Kerze gelöscht werden. Die Verrenkungen der einzelnen Spieler waren atemberaubend. Erfrischend wurde es beim Dosenspritzen, bei dem das Stahlrohr der Kübelspritze nur mit den Beinen gesteuert werden durfte.


Enten aus dem Wasser gefischt

Als Angler versuchten sich die Ministranten am Plantschbecken, um möglichst viele Enten herauszufischen, bevor sie einen Eierlauf über den Schulsportplatz zu bewältigen hatten, wo auch Hindernisse aufgebaut waren. Eine ruhige Hand war beim "Heißen Draht" gefragt, und nur wer Zielwasser (wirklich Wasser) getrunken hatte, traf beim Flaschenwerfen ins Ziel.

Beim abschließenden Festgottesdienst mit Kaplan Dieter Hinz wurden die Sieger bekannt gegeben. Völlig überraschend gewannen die Ministranten aus Nordhalben vor den Minis aus Wallenfels und Neuengrün. Neufang, Birnbaum, Wolfersgrün und Steinwiesen landeten auf dem vierten Platz.