Die Arbeitsgruppe (AG) Schultheater entführte mit einem Theaterstück ihre Gäste in das Reich der Seefahrer und Piraten. 35 junge Schauspieler aus den Klassen 2 bis 6 überzeugten die Zuschauer von ihrem Talent. Einige Monate haben sie im Projekt "AKT - Armes Kreatives Theater" unter der Leitung von Martina Müller Texte gelernt und Szenen einstudiert, damit bei der Aufführung alles wie am Schnürchen lief.

Schon die Begrüßung war etwas Besonderes und löste beim Publikum Beifallsstürme aus. Mit einem in Szene gesetzten Rap frei nach Edina Pop begrüßten die Piraten die Zuschauer und wünschten ihnen Zeit für alle möglichen Sachen - aber vor allem: Zeit zu haben zum Leben.

Die Leiterin der AG Theater, Martina Müller, informiert, dass es in der außergewöhnlichen Inszenierung "Piraten der Meere", inspiriert von Melodien des Kinofilms "Fluch der Karibik" und mit Songs der Gruppe Santiago untermalt, darum geht, Text, Requisiten und Bühnengestaltung weitgehend zu minimieren.

Vielmehr stehen der Ausdruck mittels Körpersprache in Form von Mimik, Gestik, Tanz und Bewegung im Vordergrund. Viele Szenen wurden pantomimisch zu sorgfältig ausgewählten Musikstücken dargestellt. Dies forderte auch vom Publikum Phantasie.

Besonders aber der Einsatz moderner theatraler Mittel faszinierte die Zuschauer. Sie bedankten sich mit großem Applaus.

Einige Akteure waren buchstäblich zum Greifen nahe, denn der Zuschauerraum wurde in einigen Szenen in das Geschehen mit einbezogen. So "ruderten" zum Beispiel die Piratenbeiboote vor die Bühne oder "Jack Sparrow", alias Arthur Kestel und seine drei Piratenkumpanen schwangen sich mit einem Seil aus dem Zuschauerraum heraus nach vorne, bevor sie auf die Bühne sprangen, um Elisabeth Swann zu entführen. Dadurch erlebten vor allem die kleinen Gäste die Vorstellung sehr intensiv.

Den Darstellern rang das Schultheatertraining während des Jahres sehr viel Disziplin und Einfühlungsvermögen ab. Jede Bewegung musste bewusst, einfach und klar ausgeführt werden. Eine Szene extrem langsam zu spielen oder sich über einen Zeitraum im "Freeze" (Einfrieren) zu halten, ist für viele Kinder äußerst schwer. Doch der Beifall und die gute Kritik nach der Vorstellung waren Lohn für eine gekonnte Darbietung.

Die "Piratin" Franziska Renk (4a) führte durch die Szenen. Die blau-weiß gestreiften Hemden der Matrosen und das Bühnenbild wurden von AG- Leiterin Martina Müller angefertigt und bemalt.

Die Segel für die imaginären Boote und die Piratenflaggen hatten Schüler der Klasse 2a und einigen Schultheater-Kinder selbst gestaltet. Für Kostüme und Schminke sorgten die Eltern.