Loewe in Kronach: Wie läuft es nach Insolvenz und Neustart? Gut ein Jahr ist es inzwischen her, dass der Fernsehgeräte-Hersteller Loewe unter veränderter Schirmherrschaft nach seiner Insolvenz einen Neustart hingelegt hat. Mitte Dezember 2019 erwarb Unternehmer Aslan Khabliev die geschichtsträchtige Marke. Im Januar 2020 nahm die neu gegründete Loewe Technology GmbH den Betrieb am traditionsreichen Firmensitz in Kronach wieder auf. Trotz Corona-Pandemie blickt der TV-Hersteller auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.

"Seit dem Neustart ist Loewe profitabel und konnte die für das Geschäftsjahr 2020 geplanten Umsatzwerte erreichen", teilt die zuständige Kommunikationsagentur behle & partner inFranken.de mit, "trotz der Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen zeitweisen Schließungen im Fachhandel." Demnach verzeichnete das Unternehmen für das vergangene Geschäftsjahr ein positives Ergebnis vor Steuern. Auch zu Beginn des neuen Jahres liege der TV-Hersteller auf Kurs.

Nach Neustart: Loewe rechnet mit "weiterhin positiver Entwicklung"

Laut eigenen Angaben werden die im Herbst 2020 neu vorgestellten Produkte sowohl im Handel gut angenommen als auch in der Fachpresse "hervorragend" getestet und bewertet. "Vor dem Hintergrund erwarteter Zuwächse im Markt für Unterhaltungselektronik gehen wir insofern von einer weiterhin positiven Entwicklung für das Unternehmen aus", kündigt Loewe an. 

Das Thema Insolvenz schwebe dabei "in keiner Weise" noch im Raum. "Loewe ist eigenfinanziert und verfügt über das nötige Kapital", heißt es vonseiten des Fernseher-Herstellers. "Wir investieren auch weiter in das Unternehmen, in den Standort, in Personal und in den strategischen Ausbau unseres Produkt-Portfolios."

Am Standort in Kronach produziert Loewe - über eine automatisierte Fertigung sowie eine Handmanufaktur - seine "Premium-TV-Modelle". Der Luxus-Fernseher "Loewe bild s" werde per Hand "nach den höchsten Qualitätsstandards" gefertigt. Insgesamt werden dem Unternehmen nach alle Fernsehgeräte mit OLED-Displaytechnologie in Kronach gefertigt.

"Alle wesentlichen Konzernfunktionen" in Kronach angesiedelt

Neben der Produktion, bei der Loewe auch auf Produkt- und Technologie-Partnerschaften sowie auf Zulieferer setzt, sind in Kronach "alle wesentlichen Konzernfunktionen" angesiedelt. Dazu zählen Produktentwicklung und Design, Vertrieb, Logistik und Kundenservice sowie Marketing, Finanzen und Geschäftsleitung. 

Doch welche Produkte sind aktuell eigentlich am meisten gefragt? "Loewe ist auch weiterhin vor allem im TV-Segment etabliert und liefert als einer der letzten Anbieter in Deutschland Fernsehgeräte mit dem Qualitätsprädikat ,Made in Germany'", berichtet behle & partner.

"Diese Premium-Produkte werden vor allem von anspruchsvollen Kunden nachgefragt." Hier gehe der Trend klar zu größeren Bildschirmdiagonalen, sodass vor allem die Linien "Loewe bild v" sowie "Loewe bild 5" beziehungsweise "Loewe bild 3" mit Größen von 55 und 65 Zoll stark gefragt sind. 

Audio-Bereich wird ausgebaut - "deutliche Zuwächse" erwartet 

Weitere Neuerungen sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2021 in den Handel kommen. "Hier legen wir einen besonderen Fokus auf den Ausbau des Portfolios im Bereich Audio", teilt Loewe mit. "Dieses Segment umfasst sowohl Lösungen zur Ergänzung unseres TV-Angebots als auch Stand-Alone-Produkte, etwa für Streaming und Smart Radios." In diesem Bereich erwartet der Konzern in Zukunft deutliche Zuwächse. 

Die Corona-Pandemie geht unterdessen auch an Loewe nicht spurlos vorbei. "Einerseits führen die zeitweisen Schließungen im Fachhandel zu einem veränderten Bestellverhalten", konstatiert der Technik-Produzent. "Andererseits müssen wir in der Entwicklung und Fertigung immer wieder mit Verzögerungen in der Lieferkette rechnen, was dann zu verschobenen Produktionszyklen oder späteren Marktstarts führt."

In diesem Punkt befinde sich Loewe in einer ähnlichen Situation wie viele andere Unternehmen, etwa in der Automobil-Industrie oder auch in der Unterhaltungs-Elektronik und IT. "Bislang konnten wir diese Unwägbarkeiten gut ausgleichen und hoffen, dass sich diese Situation bald wieder entspannt."

126 Mitarbeiter in Kronach - Geschäftsleitung mit langjährigen "Loewianern“ 

Aktuell beschäftigt Loewe am Standort Kronach laut eigenen Angaben 126 Mitarbeiter - darunter viele Mitarbeiter, die auch schon früher für das Unternehmen gearbeitet haben. So gehören mit dem technischen Leiter Thomas Putz und dem Leiter Operations, Christian Alber, zwei langjährig erfahrene "Loewianer“ zur Geschäftsleitung des Unternehmens. Auch in anderen Bereichen wie Marketing, Entwicklung, Produktmanagement, Logistik, Service und Vertrieb seien viele frühere Angestellte beschäftigt.

Dem Standort Kronach schwört das Unternehmen grundsätzlich die Treue. "Loewe ist seit über 70 Jahren prägend für die Stadt Kronach und wir sehen diesen Standort auch in der Zukunft als wichtigen Teil unserer DNA", erklärt das Unternehmen rund ein Jahr nach seinem Neustart. "Es ist deshalb unser Ziel, auch weiterhin am Standort Kronach zu bleiben und diesen durch umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen fit zu machen für die Zukunft."

Seit Längerem laufen deshalb Verhandlungen zwischen Loewe und der Stadt Kronach über die Zukunft des Areals. Hintergrund: Loewe will das bislang nur gemietete Firmengelände der Stadt abkaufen - die wiederum will nach bisherigem Stand lieber den bis Ende 2023 befristeten Mietvertrag mit Loewe verlängern. "Wir befinden uns in guten Gesprächen mit der Stadt und stehen im konstruktiven Austausch mit allen Entscheidern", teilt Loewe diesbezüglich mit.

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