Auf unsere Nachfrage, ob es den Erdbeer-Döner auch in Zukunft an Karls fränkischem Standort geben werde, hieß es von Robert Dahl, dass man das bis jetzt noch nicht vorgesehen habe. Aber der Döner sei "nach wie vor sehr erfolgreich" und man plane aktuell, ihn "im Sommer auf die Insel Usedom in Karls Erlebnis-Dorf" zu bringen und "auch in das neue Erlebnis-Dorf im Ruhrgebiet". Dahls finale Aussage lässt für alle, die den besonderen Döner gerne mal probieren würden, auf jeden Fall Wege offen: "Wer weiß, vielleicht schafft er es ja auch noch nach Plech?"
Freizeitpark-Spaß ohne Eintrittskosten: Das besondere Konzept von Karls
Was Karls von vielen anderen Freizeitparks unterscheidet, ist ein ungewöhnliches Geschäftsmodell: Der Eintritt in alle Erlebnis-Dörfer ist grundsätzlich kostenlos, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt. Auch in Plech wird dieses Konzept beibehalten: Besucher können den Park betreten, ohne an der Kasse zahlen zu müssen – ein echtes Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Freizeitpark-Landschaft.
Viele Attraktionen wie Indoor-Spielplätze, Riesenrutschen, Hüpfburgen oder moderierte Bonbonshows können komplett kostenfrei genutzt werden, so Karls. Nur für bestimmte Fahrgeschäfte wie die Erdbeerraupenbahn oder die Traktorbahn wird ein kleiner Obolus fällig. Wer mehrere Attraktionen nutzen möchte, kann sich eine Tageskarte oder Jahreskarte kaufen, die sich bei häufigeren Besuchen lohnt. Die Jahreskarte gilt sogar standortübergreifend für alle Karls Erlebnis-Dörfer in Deutschland.
Das Konzept funktioniert, weil Karls auf eine Mischung aus Bauernmarkt, gläserner Manufaktur und Gastronomie setzt. Während der Eintritt frei ist, verdient das Unternehmen an selbst hergestellten Produkten, Keramik, Spielzeug und kulinarischen Spezialitäten. So können Familien selbst entscheiden, wie viel sie ausgeben möchten – und niemand wird gezwungen, tief in die Tasche zu greifen.
Deutschlandweite Expansion: Karls plant weitere Standorte im Ruhrgebiet und darüber hinaus
Plech ist längst nicht das einzige neue Projekt in der Expansionsstrategie von Karls. Aktuell betreibt das Familienunternehmen bereits sieben Erlebnis-Dörfer in Deutschland – von Rövershagen bei Rostock über Rügen, Usedom, Berlin-Elstal, Warnsdorf in Schleswig-Holstein bis nach Döbeln in Sachsen und seit Mai 2025 auch Loxstedt bei Bremerhaven. Doch damit ist das Erdbeer-Imperium noch lange nicht am Ziel.
Inhaber Robert Dahl hat einen ehrgeizigen Plan: Bis 2035 soll jeder Bürger in Deutschland in weniger als 60 Minuten zum nächstgelegenen Erlebnis-Dorf gelangen können, so die Bild-Zeitung. Um dieses Ziel zu erreichen, sind mehrere neue Standorte in Planung. Neben Plech in Oberfranken entsteht auch ein Erlebnis-Dorf in Oberhausen im Ruhrgebiet, das voraussichtlich im Juni 2026 eröffnen soll, wie T-Online meldet. Ein weiterer Standort ist für Bispingen in Niedersachsen geplant, mit einer voraussichtlichen Eröffnung im Jahr 2027.
Die Expansion zeigt, wie erfolgreich das Karls-Konzept ist. Von den ursprünglichen Wurzeln als Erdbeerhof in Norddeutschland hat sich das Unternehmen zu einer deutschlandweiten Freizeitpark-Kette entwickelt. Jeweils im Frühjahr soll in den kommenden Jahren ein neuer Standort eröffnet werden – ein straffer Zeitplan. Für Franken bedeutet das: Bald können auch Familien aus der Region das Erdbeer-Erlebnis genießen, das im Norden längst Kultstatus hat.
Vom Märchenwald zur Westernstadt: Die bewegte Geschichte des Fränkischen Wunderlands
Bevor Karls nach Plech kommt, hatte das Gelände bereits eine lange und bewegte Geschichte als Freizeitpark. Im Jahr 1973 begann Ernst Schuster Senior mit dem Bau des Fränkischen Wunderlands. Das Fränkische Wunderland eröffnete 1976 zu Pfingsten mit dem ersten Bauabschnitt, dem "Märchenland". Direkt an der A9 zwischen Bayreuth und Nürnberg gelegen, entwickelte sich der Park über Jahrzehnte zu einem beliebten Ausflugsziel für Familien.
Im Laufe der Jahre wuchs das Fränkische Wunderland stetig und bot schließlich drei große Themenbereiche: den Märchenwald, eine Westernstadt und ein Aktionsareal. Elf liebevoll gestaltete Märchenszenen, die Ernst Schuster gemeinsam mit seiner Familie aufgebaut hatte, prägten den Park. Doch nach dem Tod des Gründers ging es bergab – Besucher berichteten, dass von Jahr zu Jahr weniger für den Park getan wurde.
Nach der Saison 2013 wurde der Freizeitpark schließlich geschlossen. Das Gelände lag über zehn Jahre im Dornröschenschlaf, alle Fahrgeschäfte wurden abgebaut und verkauft, blickt der Marktspiegel zurück.
Vorschaubild: © Karls Erlebnis-Dorf