Es ist kurz nach 9 Uhr in der Küpser Schule. Während die Fünftklässler - wie auch alle Schüler der anderen Jahrgangsstufen - um diese Zeit normalerweise in den Genuss ihrer zweiten Schulstunde kommen, wartet heute auf sie ein Genuss der ganz anderen Art. Einträchtig stehen sie Schlange, "bewaffnet" jeweils mit einem Teller. Immer wieder ist der Satz zu hören "Sieht das lecker aus!"

Was so schmackhaft aussieht, ist ein Frühstücksbüfett, bei dem einem schon vom Hinschauen das Wasser im Mund zusammenläuft: Käse und magere Wurst, jede Menge frisches Obst, Joghurt, Tomaten und Gurken, Vollkornsemmeln und - brot - und dazu die selber zubereiteten Fruchtsäfte "Wilde Hilde" und "Himmlischer Apfeltraum". Viele Leckereien landen erst gar nicht auf dem Teller, sondern gleich im Mund.


Käse, Gurken und Obst

"Mmh, das schmeckt gut", ist sich Max sicher, während er Käse, Gurken, Birnen- und Apfelstücke auf seinen Teller schaufelt. Noch eine Vollkornsemmel dazu, fertig ist seine "Ladung". Die erste Ration seines Freundes und Banknachbarn Jan besteht aus Wurst, Salat und Gurken mit Brot.

Die beiden sind nicht nur begeistert von ihren Kreationen, sondern auch von der gesamten Aktion "Gesundes Schulfrühstück - fit for school". Dieses umfasst ein leckeres Frühstücksbüfett und zuvor Tipps zur Auswahl gesunder Lebensmittel. Vermittelt werden diese von der Ernährungsberaterin und Diätassistentin Ines Heimbürger, die schon viele Jahre mit der Barmer-GEK sowie vielen Schulen im Landkreis Kronach zusammenarbeitet.


Die Pyramide der Nahrungsmittel

Auch in Küps stellt sie die Ernährungspyramide vor, die von unten nach oben immer schmaler wird. Was bei der Pyramide unten ist, kann man in großen Mengen essen, beispielsweise kohlehydratreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot, Kartoffeln oder Nudeln. Weiter oben stehen tierische Produkte wie Milch, Käse, Eier oder Fleisch, die man in Maßen zu sich nehmen kann. An der Pyramidenspitze steht Öl.

Richtige Ernährung sei superwichtig, um gesund zu bleiben, so Ines Heimbürger. "Man darf natürlich auch mal naschen, aber das sollte nicht öfters als einmal am Tag sein", legt Heimbürger den Kindern ans Herz. Ganz wichtig für die Kinder seien das richtige Pausenbrot und das Frühstücken, bevor sie zur Schule gehen. "Wer kein Frühstück gemacht hat, hat keine Kraft. Ohne Kraft könnt Ihr in der Schule nicht so aufmerksam sein", ist sich Heimbürger sicher - eine Einschätzung, die sie mit Helga Schneider teilt.

Die Klassenlehrerin möchte ein erhöhtes Bewusstsein für die Notwendigkeit eines ausgewogenen Frühstücks und Pausenbrots schaffen. Deshalb initiiert sie immer, wenn sie eine neue fünfte Klasse bekommt, die Frühstücksaktion mit der Barmer-GEK. Das Frühstück sei die Grundlage für jeden Tag und gebe Kraft dafür. Ohne Frühstück komme es häufig zu Konzentrationsstörungen und die Leistungsfähigkeit im Schulalltag vermindere sich.

Auch Trinken ist sehr wichtig

"Man merkt auch, wenn die Jungen und Mädchen zu wenig trinken. Ausreichendes Trinken ist ebenso wichtig wie eine gesunde Ernährung", erklärt sie. Wichtig sei es, die Eltern als Vorbild mit ins Boot zu holen, sonst verpufften solche Aktionen bald wieder. "Ich kontrolliere deshalb nicht nur die Hausaufgaben, sondern schaue auch hin und wieder in die Brotzeitdosen der Kinder", verrät die Lehrerin. Manche hätten durchaus ein ausgewogenes Pausenbrot dabei, andere aber auch die berühmte Nutella-Semmel.

Dass das Frühstück eine gute Basis schafft, um in der Schule lern- und konzentrationsfähig zu sein, darin sind sich auch Max und Jan einig. Max kommt aus Hain, sein Freund Jan aus Küps. Eigentlich weiß ja jeder, dass ein gesundes Frühstück wichtig ist. Dennoch haben die Schüler, wie sie versichern, bei der Aktion viel über Ernährung gelernt. Man habe dabei beispielsweise erfahren, warum Vitamine so wichtig für den Körper sind, was es für gesunde und weniger gesunde Lebensmittel gibt oder wo am meisten Zucker und Kalorien versteckt sind.
Beide frühstücken jeden Tag zu Hause und haben auch ein leckeres Pausenbrot - meistens eine Semmel oder Brot mit Wurst - dabei. "Meine Mama sagt zu mir immer, dass ich ohne Frühstück nichts im Kopf drin hätte", lacht Jan. Das sei aber bei Erwachsenen genauso. Auch für sie sei das Frühstück wichtig. "Das war heute sehr interessant", schließt sich Max seiner Meinung an.

Jetzt aber haben die beiden Zehnjährigen keine Zeit mehr für weitere Auskünfte. Ihre Teller sind leer und Nachschub muss geholt werden. Gut, dass auf dem Büfett noch viele weitere, gesunde Leckereien nur darauf warten, von ihm und den anderen kleinen Feinschmeckern verputzt zu werden.