Georg Weinmann ist seit über fünf Jahren als Pyrotechniker tätig. Im Interview mit dem Fränkischen Tag verrät er unter anderem, welche Feuerwerkskörper ihn am meisten faszinieren. Wie haben Sie Ihre Leidenschaft für die Pyrotechnik entdeckt? Georg Weinmann: Über meine Firma "Eventeffects", die ich bereits über zehn Jahre betreibe, biete ich unter anderem auch Lasershows an. Durch verschiedene Veranstaltungen und Shows hat sich meine Begeisterung für Feuerwerke nach und nach ergeben. Irgendwann habe ich mich entschlossen, Feuerwerker zu werden, um auch Kombinationen aus Laserhows und Feuerwerken anbieten zu können. Gibt es einen Feuerwerkskörper, der Sie am meisten fasziniert? Am meisten faszinieren mich Feuerwerkseffekte für Großfeuerwerke, wie Zylinderbomben. Sie fliegen hoch und verwandeln sich dann in mehrere außergewöhnliche Effekte, die nacheinander losgehen, beispielsweise in verschiedenfarbige Ringe. Diese Zylinderbomben werden meist mit aufwendiger Handwerkskunst hergestellt. Was war das größte Feuerwerk, das Sie bisher veranstaltet haben? Ich bin seit fünf Jahren für das Feuerwerk zum Weinfest in Sand am Main zuständig. Die Feuerwerkskörper werden von einer Art Floß mitten auf dem alten Main gezündet. Hunderte Effekte werden auf die Sekunde genau im Takt der Musik abgefeuert.

Die Vorbereitungen sind ziemlich aufwendig. Außerdem bin ich unter anderem für die Feuerwerke bei der Eröffnungsshow von "Kronach leuchtet" und beim Vogelschießen in Ludwigsstadt zuständig. Kann Sie ein normales Silvesterfeuerwerk noch beeindrucken? Wir Pyrotechniker erhalten natürlich Qualitätsprodukte auch für den Silvesterhandel. Da sind sehr schöne Effekte dabei, die wir in unsere Feuerwerke einbauen. Nach Weihnachten veranstalten wir in Küps einen Silvesterverkauf. Dort führen wir den Besuchern vor, welche Lichteffekte die Feuerwerkskörper verursachen. Wir als Feuerwerker leben natürlich vom Verkauf. Generell bin ich der Meinung, dass die Leute lieber qualitativ hochwertige Feuerwerkskörper kaufen sollten, die ein paar Minuten für schöne Lichteffekte sorgen anstatt stundenlang planlos zu schießen. Ob ich an Silvester selber ein Feuerwerk machen werde, weiß ich noch nicht.

Tipps fürs Silvesterfeuerwerk

1. Wann darf ich Feuerwerk abbrennen? Erlaubt ist das Abbrennen der Böller und Raketen nur am Silvester und Neujahrstag. Der Verkauf von Knallern und Raketen erfolgt vom 28. bis 31. Dezember. 2. Woran erkenne ich geprüftes Feuerwerk? Jedes Jahr kommt es durch nicht zugelassene Böller oder falsche Handhabung zu schweren Verletzungen, teilt die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) mit. Geprüftes Feuerwerk erkennen Käufer am CE-Zeichen und an der Registriernummer (in Deutschland BAM0589). Im Jahr 2019 konnten allein in Oberfranken über 100 Kilogramm sichergestellte, illegale Böller vernichtet werden, teilt das Polizeipräsidium Oberfranken mit. 3. Wer darf welches Feuerwerk wann benutzen? Zur Kategorie F1 gehören Knallerbsen, Knallbonbons, Tischfeuerwerk, Wunderkerzen oder Party-Knaller. Diese Waren dürfen das ganze Jahr hindurch verkauft und benutzt werden - auch von Minderjährigen ab zwölf Jahren. Raketen, Batterien, Römische Lichter oder Knallkörper gehören zur Kategorie F2. Diese Artikel dürfen nur befristet und lediglich an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden. Die Kategorien F3 (Mittelfeuerwerk) und F4 (Großfeuerwerk) dürfen in Deutschland nur Pyrotechniker verwenden. 4. Ist es überall erlaubt? Ja und nein. Generelle Verbote gibt es in Bayerischen Städten nicht. Lokal begrenzte Verbotszonen hingegen schon. So weist die Bayerische Schlösserverwaltung darauf hin, dass rund um bayerische Schlösser, Burgen und Residenzen keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden dürfen. Das betrifft beispielsweise die Kaiserburg in Nürnberg, den Bamberger Domplatz und den Residenzplatz in Würzburg. Auch Bayreuth hat Sperrbezirke eingerichtet. 5. Wie umweltschädlich ist das Silvesterfeuerwerk? Etwa 133 Millionen Euro jagen die Deutschen zum Jahreswechsel in die Luft. Dabei entsteht viel Müll. Außerdem setzen setzen die Böllerei-Fans etwa 4500 Tonnen Feinstaub (PM10) frei, diese Menge entspricht etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge, meldet das Umweltbundesamt. Am 1. Januar 2019, 1 Uhr, wurden in Fürth 915 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) gemessen, das war der Spitzenwert in Deutschland. Die Deutsche Umwelthilfe hatte vor kurzem 98 Städte, die ihre Feinstaub-Grenzwerte überschreiten, per Brief aufgefordert, privates Feuerwerk zu verbieten. Auch einige Super- und Baumärkte verbannen bereits Feuerwerke aus ihrem Sortiment. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) beschwichtigt, die Umwelt werde nur kurzfristig mit Feinstaub belastet. 6. Wie geht's den Tieren? Wegen ihres sensiblen Gehörs leiden vor allem Hunde und Katzen unter dem Feuerwerk. An Silvester sollte die Wohnung ein ruhiger Rückzugsort sein, fordert der Deutsche Tierschutzbund. Helfen können geschlossene Fenster, Türen und Rollos. Halter von Kleintieren und Vögeln sollten Gehege in einem ruhigen Raum, entfernt vom Fenster, unterbringen. Mehr Tipps gibt es unter www.tierschutzbund.de. 7. Geht's auch ohne? Klar. Wer der alten Tradition frönen möchte, die bösen Geister mit Feuer und Lärm zu vertreiben, kann das auch ohne Böller und Raketen tun. Tipps hält etwa der Berline Smarticular Verlag bereit. Für gute Stimmung können demnach genauso leicht herstellbare Wachsfackeln sorgen, fürs Heimelige reicht auch Schwedenfeuer oder Feuertonne. Die Wunderkerze ließe sich durch LED-Taschenlampen mit speziellen Aufsätzen simulieren. Lärm gefällig: Töpfe, Blechdosen und Kochlöffel reichen völlig aus. Wer trotz allem nicht auf das Lichtermeer am Himmel verzichten mag, kann sich das öffentliche Feuerwerk anschauen. Spart Geld, Nerven und eine Menge Müll.