Im Schützenhaus stellte die Kreishandwerkerschaft zugleich die Jungmeister vor und verlieh die goldenen Meisterbriefe an Handwerker, die mindestens 30 Jahre ununterbrochen selbstständig tätig waren und ebenso lange in Besitz des Meisterbriefes sind. Diese Ehrungen nahm der Vizepräsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann, vor.

Im neuen Rahmen und in neuen Räumlichkeiten sprach Kreishandwerksmeister Heinrich Schneider auch von einem neuen Miteinander in der Kreishandwerkerschaft. Er konnte 16 Junghandwerker in den Gesellenstand erheben und sieben Jungmeistern gratulieren. Zusammen mit dem Vizepräsidenten wurde neun erfahrenen und verdienten Meistern der Goldene Meisterbrief verliehen.

Schneider wies darauf hin, dass die Zahlen trügen. Denn es werden jährlich weit über 100 Junghandwerker in den Gesellenstand erhoben, die im Landkreis Kronach ihre Ausbildung erfahren. Dass es eine große Differenz von jährlich mindestens 35 Gesellen gibt, liegt zum einen daran, dass nicht alle Betriebe den Innungen angehören; zum anderen liegt es an unterschiedlichen Schul- und Prüfungsstandorten.

Garant für gute Ausbildung

"Das Handwerk ist ein tragendes Fundament der Wirtschaft und Garant für eine gute Ausbildung und für gute Arbeitsplätze", betonte er. Den Junghandwerkern sprach Schneider Mut zum Optimismus zu: Alle Gewerke im Landkreis Kronach, vom Bäcker bis zum Zimmerer, seien auf der Suche nach Fachkräften, und die Junghandwerker seien mit dem Erhalt des Gesellenbriefes nachweislich qualifizierte Fachkräfte.

Den Jungmeistern riet er Augen und Ohren offen zu halten. "Es suchen viele Handwerksmeister Nachfolger für ihre Unternehmen, in allen Gewerken."

An die "goldenen" Meister gewandt, dankte der Kreishandwerksmeister dafür, dass sie trotz Höhen und Tiefen ihrem Handwerk treu geblieben sind. In über 30 Jahren Selbstständigkeit hätten sie Engagement für das Handwerk gezeigt.

Ein gutes Fundament

Vizepräsident Graßmann fand Gefallen an der Feierstunde, "weil hier zusammentrifft, was zusammengehört". Er sprach im Namen der Handwerksammer Glückwünsche an die Junghandwerker und Jungmeister aus. Der Gesellenbrief sei das Fundament für einen guten beruflichen Werdegang den die Jungmeister schon einen Schritt weiter gemacht hätten. Dabei wies er darauf hin, dass der Erfolg viele Mütter und Väter habe; er nannte die Ausbilder in den Betrieben, die Lehrkräfte in den überbetrieblichen Unterweisungsstätten sowie an den Berufsschulen, ehrenamtliche Mitglieder in Prüfungsausschüssen und das duale Ausbildungssystem. In der Kreishandwerkerschaft werden derzeit 350 junge Menschen in 136 Betrieben ausgebildet.

Den "goldenen" Meistern dankte Graßmann dafür, dass sie über drei Jahrzehnte - und manche noch viel länger - sichere Arbeitsplätze geboten haben. Der goldene Meisterbrief sei ein Zeichen der Anerkennung.

Landrat Klaus Löffler gratulierte allen Geehrten. Er erörterte die Fortschritte im Landkreis, was die Bildungsperspektive betrifft. Ein Schwerpunkt für zukünftige Investitionen im Bildungsbereich liege auf der Generalsanierung der Berufsschule. Kronachs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann meinte, das Handwerk werde oft unterschätzt. Erst wenn kein Maurer, kein Schreiner, kein Mechaniker komme oder der Metzger und die Bäckerei schlössen, würden Kunden auf die Wertschätzung, die Handwerker verdienten, aufmerksam. Handwerksbetriebe sicherten die Lebensqualität in Stadt und Landkreis Kronach.

Digitales Zeitalter

Rudolf Schirmer, Leiter der Berufsschule Kronach, hob das Handwerk als Rückgrat des deutschen Mittelstandes hervor. Dafür sprechen seiner Ansicht nach mehr als eine Million Betriebe mit rund 5,4 Millionen Beschäftigten. Es liege nun an den Junghandwerkern und Jungmeistern, "Made in Germany" ins digitale Zeitalter zu führen.