Die Corona-Krise hat den Kronacher Stadtrat fest im Griff. Zum ersten Mal tagte am Montagnachmittag der Ferienausschuss mit Vertretern der Fraktionen. Auch befürchtet die Stadt aufgrund von Corona weniger Steuereinnahmen und dass die Zuschüsse seitens des Staates nicht auf Dauer in der bisher gewohnten Art weiterfließen werden.

Nicht zuletzt deshalb wurden bei der Nutzungsänderung des ehemaligen Realschulnebengebäudes für kommunale und kulturelle Zwecke bauliche Maßnahmen verschoben. Lediglich 425 000 Euro sollen nun für den Brandschutz investiert werden. Erst Mitte Februar hatte das Gremium beschlossen, das Gebäude in der Kulmbacher Straße 5 in ein Vereinsdomizil umzuwandeln. Die Gesamtkosten wurden auf rund 1 609 000 Euro geschätzt. Dabei gingen die Stadträte von einer Förderquote zwischen 40 und 70 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung aus. Unter anderem sollte das Dach saniert, die Fenster ausgetauscht, ein Wärmedämmputz und eine Gasheizung angebracht werden.

"Wir sollten eine minimale Baumaßnahme machen und das andere auf unbestimmte Zeit hinausschieben", so Jonas Geissler (CSU). Ralf Völkl (SPD) sprach sich dafür aus, die Höhe der Bezuschussung abzuwarten. Jörg Schnappauf von der Stadtverwaltung wies darauf hin, dass der Förderantrag vor Baubeginn gestellt werden müsse, sonst seien die Gelder weg.

Letztendlich einigte sich das Gremium einstimmig, einen Förderantrag zu stellen. Im ersten Bauabschnitt soll in die Gewährleistung des Brandschutzes für das Gebäude zum Preis von 425 000 Euro investiert werden. Zudem wird der Landkreis aufgefordert, die Außenanlagen schnellstmöglich fertigzustellen.

Bauantrag abgelehnt

Mit 3:2 Stimmen wurde der Bauantrag von Christina Weber-Totzauer abgelehnt. Sie wollte an ihr bestehendes Wohnhaus ein Appartement in "Im Ziegelwinkel II" anbauen. Daniel Gerber von der Abteilung Stadtentwicklung/Bauverwaltung plädierte dafür, das gemeindliche Einvernehmen nicht zu erteilen. Er sprach von einer "dichten Bebauung" in diesem Bereich und das kaum noch Grünflächen vorhanden seien. Zudem werde die Baugrenze überschritten.

Die Bauherrin wies in der Sitzung darauf hin, dass auf dieser Fläche eine Garage mit Carport geplant und auch von der Stadt genehmigt war. Statt dessen wolle ihr Ehemann und sie nun das Appartement errichten. Ihr Haus sei sehr klein. Ihr Ehemann und sie hätten viele Freunde von auswärts, die gerne nach Kronach kommen. Zudem seien die Kinder ihres Mannes aus erster Ehe gerne zu Besuch. Mit dem Appartement wollten sie einfach mehr Raum schaffen. "Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen", so Michael Zwingmann (FW). Peter Witton (Grüne) schlug vor, eine grüne Ausgleichsfläche auf dem Dach des Appartement anzubringen.

Ein weiterer Punkt war die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzepts. Problem ist hier, dass politische Vorgaben und Wünsche teilweise den Haushaltskonsolidierungsauflagen konträr gegenüberstehen (Beispiel Ankauf des ehemaligen Bahnhofes in Neuses, Förderung der Vereinstätigkeit).

Liste von Investitionen

Die Verwaltung hat nun, wie im Stabilisierungs-Bescheid gefordert, eine Liste der für 2020 und 2021 geplanten Investitionen erstellt. Demnach ergeben sich 11,6 Millionen Euro (2020) und 14,2 Millionen Euro (2021) an Investitionen. Zuschüsse werden in Höhe von 3,6 Millionen Euro (2020) und 4,6 Millionen Euro (2021) erwartet. Die freiwilligen Leistungen schlagen mit 4,3 Millionen Euro bzw. 4,5 Millionen Euro zu Buche. Völkl plädierte dafür, den Wohnungsbau im Blick zu behalten.

Krisenstab tagt alle zwei Tage

Der Ferienausschuss beschloss, das Haushaltskonsolidierungskonzept voranzutreiben. Auch soll der Finanzausschuss dabei mit einbezogen werden.

Der Geschäftsleiter Stefan Wicklein berichtete, wie sich die Verwaltung in Corona-Zeiten aufgestellt habe. Am 17. März sei ein Krisenstab ins Leben gerufen worden. Dieser tage derzeit alle zwei Tage. Regelmäßig stimme sich die Stadt mit dem Landratsamt ab. In der Verwaltung sei der Dienstbetrieb eingeschränkt. Die meisten Anliegen werden per Telefon oder per E-Mail erledigt. Die städtischen Einrichtungen seien geschlossen, die Spielplätze gesperrt. Weiterhin wurde auch ein Schichtbetrieb eingeführt, einige Mitarbeiter erledigen ihre Aufgaben im Homeoffice. Der Übungsbetrieb der 13 Feuerwehren innerhalb des Stadtgebiets sei komplett eingestellt worden. Jedoch: "Unsere Feuerwehren sind rund um die Uhr einsatzbereit!"

Diskutiert werde derzeit, ob die Rosenbergfestspiele stattfinden. Derzeit befinde sich die Stadt im Austausch mit anderen Freilichttheatern. Stefan Wicklein geht auch fest davon aus, dass Firmen, die sich auf dem städtischen Loewe-Gelände angesiedelt haben, in der nächsten Zeit Zahlungsengpässe haben werden.

Peter Witton (Grüne), der derzeit die Arbeit im Gesundheitsamt mitunterstützt, bedankte sich, dass durch die Bildung eines Ferienausschusses der notwendige Abstand, der wegen der Ansteckungsgefahr mit Corona notwendig ist, eingehalten werden konnte.

Keine Geländeauffüllung

Abgelehnt wurde der Antrag von Tino Messelberger für eine Geländeauffüllung mit Baugrubenaushub für die Nutzung als Lagerplatz in Gehülz. Das Vorhaben widerspreche den Darstellungen des Flächennutzungsplans und den Belangen der Landschaftspflege, hieß es.