Obwohl das Stockheimer Steinkohlenbergwerk St. Katharina im Jahre 1968 endgültig geschlossen wurde, haben die ehemaligen Knappen nichts verlernt. Dieser Tage wurde ein acht Meter langer Schaustollen für die große Bergbauausstellung unter dem Motto "Schwarzes Gold II",die vom 3. bis 16. September in der Neukenrother Zecherhalle stattfindet, errichtet. Nach harter Arbeit ist ein bemerkenswertes Zeugnis bergbaulicher Aktivitäten entstanden. Sicherlich ist der Stollen, er ist dem deutschen Türstock-System nachempfunden, eine Attraktion der umfangreichen Dokumentation.
An den Arbeiten haben sich die ehemaligen Bergleute Ewald Schirmer, Georg Kohles, Günther Baum, Willi Müller sowie der 88-jährige Helmut Kestel beteiligt. Unterstützt wurden sie von Wolfgang Nickol, Christian Welsch, Heiko Eisenbeiß und Karl-Heinz Wagner. Das Holz lieferte dazu Franz Habelitz aus Hofsteinach.


Welt der Bergleute "begreifbar"

Nach Fertigstellung können die Besucher die unterirdische Welt der Bergleute nachempfinden. Aussagestarke Dokumentationen, Lampen und Arbeitsgeräte können dazu begutachtet werden.
Die Knappen haben den Stollen originalgetreu (Höhe 2,20 Meter, Basisbreite 2,5 Meter) sowie mit Holzschwarten nachgebaut. Außerdem kann im Außenbereich ein acht Meter großer Förderturm - er wurde unter der Regie von Günther und Ralf Scheler sowie Gerwin Eidloth gezimmert - bewundert werden. Außerdem bauen in den nächsten Tagen die Neuseser Flößer ein acht Meter langes Mainfloß zusammen. Schließlich waren die Flößer als Spediteure vor der Ära der Eisenbahn für den Kohlentransport bis nach Frankfurt unentbehrlich.
Für das Ausstellungskonzept sowie für die Durchführung zeichnen das Bergbaumagazin Stockheim, der Knappenverein, der Volkstrachtenverein Zechgemeinschaft Neukenroth, der Heimat- und Trachtenverein Haig, die Bergmannskapelle Stockheim sowie weitere Privatpersonen und Unternehmen verantwortlich. Ebenfalls unterstützt die Gemeinde das Vorhaben. Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, 3. September, um 10 Uhr statt. Der Knappenabend ist für Freitag, 9. September, eingeplant. Die Ausstellung ist im Übrigen für die Schulen vom 13. bis 23. September geöffnet.