In der fränkischen Rennsteig-Region leben derzeit mehr als 150 Flüchtlinge. Diese haben viele Fragen, benötigen Unterstützung für die Bewältigung ihres Alltags. In Ludwigsstadt möchte man ihnen entgegegenkommen. Gestern Nachmittag erfolgte dort der offizielle Startschuss für einen regelmäßigen Sprechtag für Flüchtlinge, Bürger mit Migrationshintergrund und Spätaussiedlern.


Angebot des Diakonischen Werks


Der Diplom-Pädagoge Elmar Jonas wird den Hilfesuchenden künftig nahezu jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr im Besprechungszimmer 1 des Rathauses mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Jonas kommt von der Asylsozial- und Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, dem Fachdienst für Migration und Integration des Diakonischen Werks Kronach-Ludwigsstadt/Michelau.

Die Asylbeauftragte aus Ludwigsstadt, Karin Weber, sprach wohl den vielen ehrenamtlichen Helfern aus dem Herzen, als sie meinte: "Wir sind dankbar, dass Sie diese Sprechstunden machen!". Sie berichtete von ihrem "Job". Unter anderem gehe es dabei um die Suche nach Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge, um Arzt- und Schulbesuche und um die Vermittlung der deutsche Sprache.

Sie wies darauf hin, dass Bürger gesucht werden, die den Flüchtlingen in einfacher Weise deutsche Wörter, wie die Namen von Behördeneinrichtungen, Körperteilen und weitere Begriffe, die im Alltag notwendig sind, vermitteln.


20 Jahre Berufserfahrung


Elmar Jonas, der mittlerweile eine über 20-jährige Berufserfahrung vorweisen kann, lobte die Stadt Ludwigsstadt und die Rennsteig-Kommunen. Diese seien bemüht, den Ankömmlingen eine Willkommenskultur zu bereiten. Aufgrund der Anzahl von Flüchtlingen könnte nicht mehr jeder Einzelne besucht werden. "Es ist notwendig, eine zentrale Anlaufstelle zu haben, zu der die Zuwanderer bei Bedarf kommen können."

Seine Aufgaben umfassen unter anderem die Beratung für Asylsuchende, Informationen zum Asylverfahren, die Unterstützung im Kontakt mit Behörden und Rechtsanwälten, das Formulieren von Anträgen, die Beratung bei persönlichen Schwierigkeiten sowie die Hilfe bei der beruflichen Neuorientierung oder bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen. Weiterhin gehe es auch um Orientierungshilfe im neuen Lebensumfeld. Weiterhin umfasst das Spektrum auch Schwangerenberatung und Hilfe bei Schuldnerfragen.


Schnittstelle zur Wirtschaft


Elmar Jonas stellte klar, dass sowohl die Wohlfahrtsorganisationen als auch die Kommunen auf die Arbeit der Ehrenamtlichen angewiesen seien. Ohne diese Bürger könnte die Flüchtlingsarbeit nicht bewältigt werden. Er kündigte weiterhin die Etablierung eines Zukunftscoaches für Flüchtlinge in Kronach an. Damit würde eine Kompetenzstelle geschaffen. Der Coach würde zudem als Schnittstelle zur Wirtschaft fungieren und dabei helfen, jungen Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz zu vermitteln.

Zudem wies Jonas auf die "Ankommen-App" für Flüchtlinge hin. Diese können Asylsuchende herunterladen. Informationen gibt es in verschiedenen Sprachen zu vielen Bereichen des Asylverfahren. Beantwortet werden anschaulich viele Fragen: Warum kommt mein Kind in die Schule? Was ist zu tun, wenn ich krank werde?

Dass Elmar Jonas einen Sprechtag für Flüchtlinge anbietet, darüber freute sich Bürgermeister Timo Ehrhardt. Somit würden nicht nur die Zuwanderer, sondern auch die Bürger unterstützt, die sich für die Flüchtlinge einbringen. "Die Asyl- und Migrationsozialberatung ist eine Anlaufstelle für die gesamte Rennsteig-Region", verdeutlichte er. Sein Dank galt dem Pädagogen und dem Diakonischen Werk.

Abschließend wies Elmar Jonas darauf hin, dass es Sinn mache, sich für die Sprechtag bei der Stadt anmelden. Kontaktperson ist hier Barbara Schneider, Telefon 09263/949-16.