"Genuss heißt, mit allen Sinnen zu schmecken", schickte Christine Seemüller-Kohles vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der regionalen Veranstaltung voraus. Bei einem Essen, nur aus regionalen Produkten bestehend, zeigten Christine Seemüller-Kohles und Ursula Willenberg mit zahlreichen Direktvermarktern, welche Köstlichkeiten es in der Region gibt.

Mit einem Wurst-Vorspeisenteller begann die Verkostung. Dargeboten wurden Schinken-, Wurst- und Frischkäse-Spezialitäten. Dazu konnten die Teilnehmer des Netzwerkes "junge Familien/Eltern" Brot von Monika Barnickel probieren. "Wir waren eigentlich Pioniere in der Direktvermarktung. Wir verwenden für unser Bauernbrot nur 100 Prozent reinen Roggen. Und als Extra tue ich noch zwei oder drei Schaufeln Vollkornroggen dazu", verriet Monika Barnickel schon fast zu viel ihres uralten Rezeptes.
Tatsächlich wird das Traditionsbrot nach einem Familienrezept, das sich über mehr als 200 Jahre zurückverfolgen lässt und nicht verändert worden ist, gebacken. "Und bei jedem Brotbacken segne ich das Brot. Das ist ein Ritual, das ich noch nie vergessen habe. Das gehört für mich dazu", erklärte die Direktvermarkterin, die gemeinsam mit ihrer Familie eine 20 Hektar großen Nebenerwerbslandwirtschaft führt.

"Es ist hervorragend, wieder ein Bewusstsein schaffen zu wollen für eine gesunde und richtige Ernährung", zollte Landrat Oswald Marr dem Treffen Respekt. Marr betonte, dass in früheren Zeiten den Lebensmitteln ein größerer Stellenwert beigemessen worden ist. "Früher waren die Menschen einen halben Tag lang beschäftigt, um den Bedarf an Lebensmitteln zu stillen. In der Neuzeit ist das nicht so", sagte Marr. Er selbst nahm kein Blatt vor den Mund. Denn Oswald Marr baut selbst Küchenkräuter in Hülle und Fülle an. "Es gibt nichts Schöneres, als wenn man einfach auf die frischen Kräuter zugreifen kann." Sein Tag beginnt der Politiker mit dem Melken der Ziege. "Ich trinke jeden früh Ziegenmilch, direkt aus dem Melkeimer", schwärmte der Landrat.

Einblicke

Beim Hauptgericht - Lammbraten mit Thymian gewürzt, mit Kartoffeln und Speckbohnen - gewährte der Inhaber des Schäferstübchens, Alfred Hofmann, einen Einblick in sein Business. Er schlachtet jedes Jahr etwa 35 Tiere. Und seine Frau behält den Überblick und macht die Küche; seine Schwiegertochter Melanie Hofmann hilft ebenfalls mit. Denn schließlich gehören zur Schäferstub'n Häusles noch Ferienwohnungen dazu.

Bei dem Kronacher Treffen zauberte Melanie Hofmann eine kreative Nachspeise aus selbst gemachtem Eis und regionalen Erdbeeren mit Eierlikör aus Eigenherstellung. Und auch Käsesommelier Christine Weigel aus Rohr gewährte Einblicke in ihre Handwerkskunst. Sie bot Butterkäse, Frischkäse, Brie aus Oberfranken, Drossenfelder Schnittkäse und Räucherkäse zum Probieren an. Seit 15 Jahren produziert Christine Weigel Käse. Den Schnittkäse pflegt sie drei Mal pro Woche per Hand. "Wir verkäsen 40 000 Liter Kuhmilch im Jahr", erklärte sie. Evelyn Heil berichtete zudem vom landwirtschaftlichen Betrieb. Sie betreibt eine Salzgrotte und ein Heil-Lädchen.

Beim Treffen kamen die Vertreter aus der Landwirtschaft, Direktvermarkter, VHS-Planerinnen, Ernährungsberater, Kreisräte und die sonstigen Mitglieder schnell überein, dass solche Zusammenkünfte von Vorteil sind. Jedenfalls wollen alle die Qualität der heimischen Lebensmittel weiter nach außen tragen. "Regionalität sorgt für den Erhalt der Landwirtschaft", betonte Ursula Willenberg.