Einen herzlichen Empfang bereiteten der Knappenverein, die Gemeinde Stockheim und Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann den ehemaligen Bergleuten aus Recklinghausen. Die Arbeitsgruppe "Zeche König Ludwig" - Mitglied im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier - hatte diesmal im Gepäck ein großflächiges Grubenbild in der Größe drei mal drei Meter aus der Zeit von 1960.

Auf diesem Foto ist der Streckenvortrieb mit Ladewagen dokumentiert. Dadurch ist der mehrteilige Grubenausbau, der 2014 mit großem Zeitaufwand im bergbaulichen Magazin zu Stockheim durch die Knappen aus Recklinghausen erfolgte, optisch ergänzt worden.

Die seit fünf Jahren bestehende Zusammenarbeit beider Knappenvereine trägt Früchte, denn schließlich haben beide Traditionsträger eine historische Gemeinsamkeit: Sowohl in Recklinghausen als auch im Stockheimer Ortsteil Reitsch war einst eine Steinkohlenzeche mit
dem Namen "König Ludwig" in Betrieb.

Archivar Klaus May aus Recklinghausen hatte in Verbindung mit Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann auf Grund einer Buchrecherche den Kontakt hergestellt, der Jahr für Jahr intensiviert wurde.

In Krisenzeiten mussten viele Knappen in den Kohlenpott auswandern, unter anderem auch nach Recklinghausen, wie Heimatforscher Berthold Schwämmlein feststellen konnte. Zeitzeuge ist der 82-jährige Heiner Ludwig aus Stockheim, der im Ruhrgebiet als Bergmann sein Auskommen fand.

Recklinghausener kommen gern

Zwischenzeitlich haben die Gäste immer wieder Relikte aus der Bergbauära, so unter anderem einen Grubenförderwagen sowie eine sieben Zentner schwere Blindschachtseilscheibe mit Konsole, nach Stockheim transportiert.

Für die Knappen aus Recklinghausen ist der Frankenwald mittlerweile zur zweiten Heimat geworden. Zahlreiche kulturhistorisch interessante Einrichtungen wurden besucht. "Wir sind richtige Frankenwaldfans geworden", stellte Bergingenieur Horst Klemke fest. "Bei den Stockheimer Knappen fühlen wir uns wohl."

Zum Auftakt hatte Bürgermeister Rainer Detsch zu einem Empfang im Rathaus eingeladen. Während Detsch über die kommunale Entwicklung Stockheims informierte, erinnerte Gerd Fleischmann unter anderem auch an wirtschaftlich schwierige Zeiten der Bergleute im Haßlachtal, die immer wieder auswandern mussten.

Knappenvorsitzender Heiko Eisenbeiß hatte ein umfangreiches Besichtigungsprogramm ausgearbeitet.