Am kommenden Sonntag, 7. Juli, findet an der Teichmühle bei Steinwiesen zum zwölften Mal das Mühlenfest statt. Veranstalter ist erneut der gemeinnützige Mühlenverein Rodachtal mit Sitz in Steinwiesen. Die Besucher können bei diesem über 500 Jahre alten vorindustriellen Denkmal Teichmühle nicht nur eine für den Frankenwald typische Kultur live erleben, sondern es erwartet sie auch ein buntes Rahmenprogramm.

Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem Zelt-Gottesdienst, der vom evangelischen Pfarrer i. R. Reinhard Kube aus Fischbach zelebriert und vom Posaunenchor Heinersberg umrahmt wird. Gegen 11 Uhr schließt sich ein Frühschoppen mit Weißwurstessen an. Da die Teichmühle noch in Betrieb ist, finden ab 13 Uhr Schneidvorführungen statt. Dabei wird sich unter anderem das vier Meter hohe Mühlrad drehen und man kann den Schneidmüllern über die Schulter schauen.
Weiter besteht die Möglichkeit, mit Flößern und Forstleuten von einst und jetzt über aktuelle Probleme zu diskutieren.

Führung durch die Anlagen

Damit auch die jungen Besucher auf ihre Kosten kommen, können diese sich ebenfalls ab 13 Uhr als Flößer auf dem gleich neben der Mühle befindlichen Mühlgraben vergnügen, sich an Ratespielen beteiligen oder an einer Pferdekutsch-Fahrt teilnehmen. Um 15 Uhr ist eine Führung durch die Außenanlagen der Museumsmühle, wobei Ausführungen zum Wehr, dem Eichpfahl, den Kammrädern, dem Bretterfloß und dem Wasserrad gemacht werden. Gegen 16 Uhr sprechen Mühlvogt Landrat Oswald Marr (SPD) und Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) Grußworte. Für Essen und Trinken wird ausreichend gesorgt sein. In einem Zelt, beziehungsweise dem Biergarten inmitten freier Natur direkt am Ufer der Rodach können die Gäste den Tag verbringen und bei Unterhaltungsmusik durch Sigi Winkler ausklingen lassen. Der Eintritt ist wie immer frei.

Seit der Gründung des einstigen Mühlen-Fördervereins, jetzt Mühlenverein Rodachal, ist dieser bestrebt, das Museum "Teichmühle" zu erhalten und das Interesse der Bevölkerung daran zu wecken. Diese Initiative hat im September 2004 auch der seinerzeitige bayerische Staatsminister Thomas Goppel (CSU) bei einem Besuch gelobt und dabei in das im "Wohnzimmer" der Mühle aufliegende Gästebuch unter anderem folgenden Wortlaut geschrieben: "Dank für das Engagement, das uns nicht vergessen lässt, dass wir das uns Zugedachte tun müssen, um nicht nutzlos älter zu werden. Die Mühle belegt, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Mit Zuversicht voran und beste Wünsche."

Zu den vielseitigen Initiativen des Fördervereins zählen allsonntägliche Führungen in der Zeit vom 1. Mai bis 31. Oktober. Dabei wird den Besuchern von Fachleuten volksgeschichtliches Gut gezeigt und erläutert. Dem Mühlenverein unter Vorsitz von Michael Kestel und seinem emsigen Stellvertreter Bernhardt Lang gehört eine Schar freiwilliger Helfer an, die ehrenamtlich über das ganze Jahr hinweg eine der letzten von einst über 150 Schneidmühlen der Nachwelt in Erinnerung halten. Wenn dieser Personenkreis unter anderem Ausbesserungs-, Instandsetzungs-, Erneuerungs- oder Aufräumarbeiten an und in der Mühle sowie im Außenbereich verrichtet, dann ist er mit Herzblut bei der Sache.

Ein Tag zum Genießen

Wenn nun am Sonntag das Mühlenfest wieder einmal ansteht, dann will der Verein erneut den Besuchern einen Tag zum Erleben, anfassen oder einfach nur zum Genießen und gemütlicher Einkehr im Oberen Rodachtal bieten.