Wenn Bürgermeister Frank Jakob (FW) aus dem Fenster seines Amtszimmers im ersten Stock des Rathauses schaut, hat er die mehr und mehr voranschreitende Neugestaltung der Teuschnitzer Stadtmitte voll im Blick. Die Attraktivierung der Innenstadt ist dabei nur eines von zahlreichen aktuell laufenden Großprojekten der Kommune, die das Gesicht von Teuschnitz und seiner Ortsteile nachhaltig verändern werden.

"Das Amt des Bürgermeisters ist eine große Herausforderung mit vielfältigen Aufgaben. Aber das habe ich ja schon vorher gewusst", bekundet Frank Jakob, dessen berufliche Laufbahn 1986 in der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz begonnen hatte. 1989 wechselte er nach Wallenfels, wo er seit 1996 als Geschäftsleiter tätig war. Im Laufe der Jahre hat er sehr gute Kontakte zu Politikern, Behörden, Dienstleistern usw. aufbauen können. Von seiner über 30-jährigen Erfahrung in der Kommunalverwaltung profitiere er nunmehr sehr in seinem neuen Amt.

"Viele Dinge sind für mich selbstverständlich und vertrautes Terrain", betont das Stadtoberhaupt, sich sehr schnell in sein neues Amt eingefunden zu haben. Seine Zeit in Wallenfels wolle er nicht missen. Die Verbundenheit zur Stadt und die Dankbarkeit für 30 sehr schöne, erfüllte Jahre blieben. Trotzdem habe er die Übernahme des Bürgermeisteramts keine Minute bereut, da er in dieser Funktion die Zukunft seiner Heimatstadt entscheidend mitgestalten könne.

Es stimmt auch menschlich

"Ich habe mich als Bürgermeister von Anfang an sehr wohlgefühlt", verdeutlicht der zweifache Familienvater. Dies liege insbesondere daran, dass er sehr herzlich aufgenommen worden sei. Die Mitarbeiter in der Verwaltung, im Bauhof, Klärwerk und allen weiteren städtischen Einrichtungen machten einen Super-Job und es stimme auch menschlich. Gleiches gelte auch für den Stadtrat, mit dessen Mitgliedern er - unabhängig der Parteizugehörigkeit - offen und ehrlich zusammenarbeite. Wichtig sei ihm die Transparenz nach allen Seiten - im Rathaus, in der Bevölkerung und eben auch im Stadtrat. Alle Stadträte sollen einen einheitlichen Sachstand haben, um die Beschlüsse in Millionenhöhe mit dem erforderlichen Hintergrundwissen treffen zu können.

Aus diesem Grund hatte er auch im Juni eine eintägige Klausur einberufen. Dabei sollten gerade auch die neuen Gremiumsmitglieder einen Einblick in aktuelle Großmaßnahmen erhalten, wofür zeitnah Entscheidungen im Stadtrat anstehen. Aus dem gleichen Grund wurden vier Ortsbegehungen in Wickendorf, Teuschnitz, Rappoltengrün und Haßlach unternommen, wobei ihm gerade auch die Entwicklung der Ortsteile besonders am Herzen liege.

Zudem wurden auf seine Initiative hin ein Haupt- und Finanzausschuss sowie ein Bau- und Umweltausschuss gebildet. Die Ausschüsse sollen den Stadtrat in seiner Tätigkeit entlasten, da sich die Mitglieder sehr intensiv mit ihren Aufgabenbereichen auseinandersetzen. Dadurch könne man die Arbeit intensiver und effektiver gestalten. Alleingänge werde es bei ihm nicht geben - und auch vermeintlich kleine Anliegen der Bürger nehme er sehr ernst. Überhaupt suche er den Kontakt mit der Bevölkerung. Von daher tue es ihm schon leid, dass coronabedingt bislang keine Feste stattfanden und er auch nicht vor Ort bei runden Geburtstagen oder Ehejubiläen gratulieren könne. "Aber meine Rathaustür steht immer offen", stellt er heraus, sich als Dienstleister für die Bürger zu verstehen. Berührungsängste gebe es sicherlich nicht, da er in seinem Heimatort sehr bekannt sei, sich in vielen Vereinen engagiere und beispielsweise auch Mitorganisator der Teuschnitzer Faschingsveranstaltungen sei. "Mit mir kann man reden, das wissen die Leute", zeigt er sich sicher.

Eine lange Liste

Die aktuelle wie zukünftige Maßnahmenliste für Teuschnitz ist lang. Aktuelle Großprojekte sind in der Stadt selbst - neben der Neugestaltung der Stadtmitte - der Umbau des Hallenbads, die Neugestaltung Pausenhof/Terrassen, der Neubau der Kinderkrippe für die derzeit das Bauantragsverfahren läuft, der Umbau bzw. die Sanierung der Hauptstraße 12 sowie der Ausbau der Weiden- und Gartenstraße.

Derzeit größtes Projekt ist das "Schwarze Kreuz", wofür momentan die neu eingeholten Angebote geprüft werden. Ein weiteres Thema ist die geplante Aufwertung des Spielplatzes durch ein von der Stadt neu erworbenes Inselgrundstück. Zudem will man ein schlüssiges Wegenetz rund um die Stadt voranbringen. Im Bereich der Wasserversorgung soll eine neue Zuleitung an die FWO angebunden werden, wozu es in der nächsten Stadtrats-Sitzung detaillierte Infos geben wird. Auch der neue Netzwerkmanager Andreas Bayer hat viele innovative Ideen für die Arnikastadt Teuschnitz.

Angedacht ist eine Ausweitung des Schulungsangebots mit einer eigenen neuen Zertifizierung.

In den Ortsteilen steht in Wickendorf die Sanierung der alten Schule weit oben auf der Agenda sowie der Abbruch eines alten Gebäudes und die Neugestaltung der dadurch entstehenden Freifläche. Weitere Themen im Ort sind der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße und die Sanierung des "Wickie"-Kindergartens.

In Haßlach beschäftigt man sich mit einer Dorferneuerung sowie der Wasserversorgung, für die Klärungsbedarf besteht. Auch in Rappoltengrün gebe es einige Anliegen. Hinzu kommen die vielen Pflichtaufgaben einer jeden Kommune, Infrastruktur-Maßnahmen sowie unzählige kleinere Dinge. Forcieren möchte er vor allem auch die interkommunale Zusammenarbeit, wofür aktuell Gespräche laufen. Bei alledem müsse man sich auch nach dem Geldbeutel richten; gelte es doch selbst bei hohen Fördergeldern den Eigenanteil der Stadt und die Folgekosten im Blick zu behalten.

Keine "Schonfrist"

Für Frank Jakob ist Teuschnitz eine Stadt mit hoher Wohnqualität. In allen Bereichen des täglichen Lebens sei man gut aufgestellt. Man verfüge über Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleister, Kindergärten sowie eine Schule mit einer Offenen Ganztagesschule. Vor allem junge Familien sollen durch die Schaffung von attraktivem Wohnraum angezogen werden.

"Ja, es sind viele Aufgaben und große Herausforderungen", lautet sein Resümee nach 100 Tagen und von einer "Schonfrist" könne wahrlich nicht die Rede sein. Aber es mache auch unheimlich viel Spaß. "So wie es angelaufen ist, kann es weitergehen", wünscht er sich.