Es war Feierlaune angesagt: Anlässlich ihres 125. Jubiläums hatte die Feuerwehr Lauenstein zum großen Feuerwehrfest ein geladen. Höhepunkt war am Sonntag der Festumzug mit 76 Feuerwehren aus dem Landkreis Kronach und dem benachbarten Thüringen. Begleitet wurden die Kameraden von vier Musikkapellen.

Der Ludwigsstädter Ortsteil platzte am Sonntagnachmittag buchstäblich aus allen Nähten. Für manche Landkreisbewohner mag schon die Anfahrt nach Lauenstein mit einem gewissen Abenteuer verbunden gewesen sein. Abgesehen davon, dass aufgrund des Baus der "Ewigen Brücke" eine Behelfsumfahrung beziehungsweise eine Umleitung über Gräfenthal/Probstzella in Kauf genommen werden musste, gab es auch noch eine zusätzliche Behinderung: Die Höhe der Unterführung reichte für ein Feuerwehrauto aus dem südlichen Landkreis nicht aus, so dass es binnen weniger Minuten zu einem Stau kam.


Eine völlig neue Perspektive

Viele Anreisende nahmen die Umleitung bei der Behelfsumfahrung in Kauf. Diese führte zurück nach Ludwigsstadt, Steinbach/Haide, Villa Falkenstein nach Lauenstein. Dort musste zunächst die Thüringer Warte angefahren werden, bis schließlich die ausgewiesenen Parkplätze am Fuße der Burg Lauenstein erreicht waren. Ein grandioser Blick zur Burg, zum Franken- und Thüringer Wald sowie zu den sich formierenden Feuerwehleuten entschädigte für die etwas verlängerte Anfahrtszeit. Immerhin: So mancher lernte dabei den Frankenwald aus einer völlig neuen Perspektive kennen.

Der Festzug mit über 1500 Teilnehmern war imposant und feierlich. Ehrenvoll war es, als die über 70 Fahnenträger ins voll besetzte Festzelt einmarschierten. Es waren beeindruckende Bilder und eine gute Stimmung. Dem Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger war ein gewisser Stolz anzusehen, als seine Mannschaften in Festzelt einzogen. Es wurde deutlich, dass die Feuerwehrmänner nicht nur täglich, rund um die Uhr für ihre Mitmenschen da sind, sondern es auch verstehen, zu feiern.

Ehrhardt: "Bürger wissen, dass sie sich auf die Feuerwehr verlassen können"

Mit einem Festwochenende feierte die Lauensteiner Feuerwehr ihr 125-jähriges Bestehen. Den Auftakt bildete am Freitag der Festkommers mit Bieranstich im Festzelt. Für den Vorsitzenden Markus Dietz war klar: "Die Lauensteiner sind eine eingeschworene Truppe." Er sei überzeugt, dass dieses Jubiläum die Bevölkerung über Generationen hinweg verbinde.

Der Schirmherr und Ludwigsstadts Bürgermeister, Timo Ehrhardt, betonte: "Die Bürger in der Großgemeinde wissen, dass sie sich auf die Feuerwehr verlassen können". Er lobte die Feuerwehrkameraden, da diese doch bereit seien, freiwillig Dienst zu leisten, um die Gesundheit sowie Hab und Gut ihrer Nachbarn zu schützen - unter Einsatz ihres eigenen Lebens. "Die Feuerwehren leisten einen unschätzbaren Dienst", lobte der Bürgermeister.

Er versicherte, dass die Stadt auch künftig ein offenes Ohr für die Belange ihrer Wehren haben wird. In seiner Rede erinnerte Ehrhardt auch an die Gründungsmitglieder, die sich zusammengeschlossen haben, um bei einem Brand schnell eingreifen zu können. Seitdem habe sich eine Menge verändert. "Was früher die Kübelspritze war, ist jetzt moderne Technik", erklärte er. Diese erfordere aber auch eine entsprechende Ausbildung der Aktiven. Abschließend wies er auf den "großen Zusammenhalt" der Wehren in seinem Stadtgebiet hin.

"Unsere Feuerwehren sind ein fester Bestandteil in der großen Gemeinschaft der Rettungsorganisationen im Landkreis", betonte der stellvertretende Landrat Wolfgang Beiergrößlein. Er bezeichnete die Wehren als die "größte, älteste und wirkungsvollste Organisation zur Gefahrenabwehr".

1410 EinsätzeDas Jubiläum erinnere an eine lange Tradition großen Einsatzes und selbstauferlegter Pflichterfüllung für die Bürger. "Gerade in einer Zeit des Verlusts an Solidarität sind Feuerwehren ein Beweis dafür, dass es den Dienst am Nächsten noch gibt", sagte Beiergrößlein.

Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger ging auf die aktuellen Schadensereignisse im Landkreis ein. Demnach haben die Wehren im vergangenen Jahr 1410 Einsätze absolviert. "Darauf können wir stolz sein", sagte er und dankte zudem den "Passiven", die dem Feuerwehrverein den Rücken stärken.

Michael Neubauer dankte im Namen der Feuerwehr allen Helfern vor und hinter den Kulissen für ihren Einsatz. Daniela Welsch gratulierte für die Lauensteiner Vereine.

Zum Abschluss zeichnete Joachim Ranzenberger gemeinsam mit Beiergrößlein und Ehrhardt Feuerwehrkameraden mit langer Dienstzeit aus.

Ehrungen: Staatliches Ehrenzeichen in Gold (40 Jahre): Ulrich Kretschmann; Silber (25 Jahre): Michael Lemnitzer und Markus Stauch.

60 Jahre: Günther Bergner, Reinhard Zöphel; 50 Jahre: Hermann Henniger, Matthias Seiferth, Karl-Heinz Ziener, Reinhard Ziener und Hans Herrmann Dietz; 40 Jahre: Ulrich Kretschmann; 25 Jahre: Michael Lemnitzer, Markus Stauch, Michael Neubauer und Peter Panknin