In der Gemeinderatssitzung am Montag verabschiedete das Gremium den Haushalt für das Jahr 2017. Der Haushalt glänzt mit einem Überschuss von über 700 000 Euro und ermöglicht ein Investitionsvolumen von 2,056 Millionen Euro. Seit vielen Jahren kann man ohne Neuverschuldung wirtschaften. Allerdings kommt man ohne eine Gebührenerhöhung für Abwasser und Wasser nicht mehr aus. So wird die Abwassergebühr ab 1. Juli 2018 auf 2,10 Euro pro Kubikmeter (bisher 2,00 Euro) und die Wassergebühr von bisher 1,20 Euro auf 1,30 Euro pro Kubikmeter, erhöht. Auch in diesem Bereich zeigte sich der Markt Pressig durchaus bürgerfreundlich, denn die Abwassergebühren bestehen seit 2003 unverändert, und die Wassergebühr wurde seit 2010 nicht mehr angepasst. Es wurde auch ein Aufzug an das Rathaus für einen barrierefreien Zugang beschlossen und der Auftrag bereits vergeben.


Zweifel an Angebotskosten

Hierbei zweifelten Werner Löffler (CSU) und Martin Welscher (FW) die ihrer Meinung nach geringen Angebotskosten an. Die Umbaukosten liegen hierbei laut dem Architekturbüro 3 D Detsch, Kronach, bei circa 73 000 Euro, dazu kämen jährliche Unterhaltskosten von rund 1100 Euro. Das erschien den beiden genannten Räten unrealistisch niedrig.
Reinhold Heinlein (CSU) und Wolfgang Förtsch (SPD) dankten der Verwaltung für die klare Gegenüberstellung eines in der Diskussion gestandenen Treppenliftes und der Aufzugsvariante. "Der Aufzug hat deutliche Vorteile", meinten sie und begrüßten die Installation eines Aufzuges.
Darüber freute sich besonders der Behindertenbeauftragte des Marktes Pressig, Ratsmitglied Michael Pütterich (SPD). Ein Aufzug stand für ihn schon immer als die beste Lösung fest, zumal Kämmerer Heinrich Grebner in seiner Begründung dies festigte. Er sprach von immerhin 250 bis 300 Nutzern jährlich, die den Aufzug benutzen würden.
Schließlich befänden sich im ersten Obergeschoss des Rathauses wichtige Anlaufstellen wie der Bürgermeister, das Trauungs- und Sitzungszimmer, das Bauamt, Standesamt, Leitung der Verwaltung, die Sprechzimmer Notar und die Rentenberatung. Außerdem wäre ein Lift (man hätte übrigens zwei Lifte gebraucht) auch mit Nachteilen für die übrigen Rathausbesucher behaftet - wegen der Enge des Rathausaufgangs. Pütterich sprach im Namen aller Bürger mit Handycap großen Dank "für diesen bedeutenden Schritt als Entgegenkommen für Menschen mit Behinderung" aus. Schließlich stimmte das Gremium bei einer Gegenstimme von Berthold Nickol (CSU) der Errichtung eines Aufzugs am Rathaus zu.
Eine weitere wichtige Entscheidung wurde einstimmig getroffen. Das Gremium stimmte zu, an die Katholische Kirchenverwaltung Rothenkirchen einen Antrag auf Erweiterung um eine Gruppe des Kindergartens St. Franziskus zu stellen. Bereits im Finanzplan wurde eine größere Summe, Kämmerer Heinrich Grebner spricht von vier bis fünf Millionen Euro, für den Neubau oder Sanierung der Grundschule Rothenkirchen vorgesehen. Um den Weg dafür frei zu machen, stimmte der Gemeinderat der einvernehmlichen Beendigung der Aufwandsträgerschaft mit dem Schulverband Pressig für die Grundschule zum 31. Dezember 2017 zu.


Ärger um Bauvorhaben

In Welitsch gibt es erneut Ärger um ein Bauvorhaben. Mit 9:6 Stimmen beschloss das Gremium die Änderung des Flächennutzungsplanes und den Erlass einer Einbeziehungssatzung für das Gebiet "in Richtung Heinersdorf". Bürgermeister Pietz bat um Zustimmung, um es zwei jungen Familien zu ermöglichen, sich auf Dauer in Welitsch - durch den Bau zweier Wohnhäuser - niederzulassen. Dabei wies er ausdrücklich darauf hin, dass mit diesem Aufstellungsbeschluss noch kein Ja zum Bauen gegeben wird, sondern lediglich der Wille bekundet, eine Baulanderweiterung angehen und die Möglichkeit dafür von Behörden und Trägern öffentlicher Belange prüfen zu lassen. Nachbar Florian Bischoff sieht sich indes durch diese Maßnahme mit seinem landwirtschaftlichen Betrieb in den Erweiterungsmöglichkeiten eingeschränkt, wendete er ein.


Haushalt 2017

Investitionen Der Gesamtetat weist ein Volumen von 9 002 900 Euro auf. Der Schuldenstand wird sich zum Ende des Jahres auf 6,865 Millionen Euro belaufen. Wesentliche Investitionsmaßnahmen 2017 sind die Erneuerung des Bauhofes Bauabschnitt 1 (circa 300 000 Euro), die Erneuerung der Wasserversorgung in Marienroth mit teilweise Straßenerneuerung (circa 310 000 Euro) und der Ausbau des Kabelnetzes im Gemeindebereich (rund 708 000 Euro).

Einnahmen Als größte Einnahmeposten nannte Kämmerer Grebner den Einkommensteueranteil (1,805 Millionen Euro), Schlüsselzuweisungen (1,396 Millionen Euro) und Gewerbesteuer circa 500 000 Euro. eh