123 junge Menschen haben am Kaspar-Zeuß-Gymnasium (KZG) das Abitur bestanden. Drei schlossen mit der Traumnote 1,0 ab. Nadine Neubauer aus Rothenkirchen war mit einem Notendurchschnitt von 1,2 mit die beste Schülerin aus der Übergangsklasse.

Nadine Neubauer strahlt. "Es ist ein schönes Gefühl, diese Note und nun endlich Ferien!"
Drei Jahre ist es her, als sie den Entschluss fasste, nach der Beendigung ihrer Schulzeit in der Maximilian-von-Welsch-Realschule ins KZG überzuwechseln. "Vor Französisch hatte ich einen Riesenbammel!"
Zieht sie jetzt ein Resümee, so meint sie, dass das Abitur als Real- beziehungsweise M-Schülerin nach der Mittleren Reife zu schaffen ist. Aber: "Man muss am Ball bleiben!". Die 19-Jährige betont in diesem Zusammenhang, dass sie trotz allem ihre Hobbies pflegen konnte, wie beispielsweise ihr Wirken in der Elferratsgarde bei der Routngkernge Fousanocht.

Nadine Neubauer schrieb in den Fächern Mathematik, Deutsch, Physik ihre Reifenprüfung. In Englisch und Geographie wurde sie mündlich geprüft.

Vergleicht sie Gymnasium und Realschule, so meint die junge Frau: "Man darf die Realschule nicht unterschätzen!". Aber der Wechsel aufs Gymnasium ist schon wegen der zweiten Sprache eine neue Herausforderung.
Nadine Neubauer will die kommenden Wochen nutzen, um Urlaub zu machen. Natürlich wird auch fürs Studium gejobbt, beispielsweise während des Kronacher Freischießens. Auch wird sie als Betreuerin im Spielmobil des Landkreises im Einsatz sein.

Im Oktober will sie mit ihrem Mathematikstudium in Würzburg starten. Mathematik deshalb, weil "es einfach Spaß macht mit Zahlen umzugehen und Probleme zu lösen!". Als weiteren Grund nennt sie viele Perspektiven, die sich nach dem Abschluss ihres Mathematikstudiums ergeben werden.
Die Übergangsklasse sei für jeden zu empfehlen, der nach der Mittleren Reife noch keine berufliche Orientierung gefunden hat. Allerdings, rät die Abiturientin, solle man eine guten Abschluss vorweisen können und leistungsbereit sein.

"Jeder, der von der Realschule übertritt, sollte von sich aus auf die Schüler im KZG zugehen, dann wird man auch schnell als ,Außenstehender' in die Klassengemeinschaft mit aufgenommen", sagt Nadine Neubauer.
Die Schulleiterin, Renate Leive, freute sich bei der Abschlussfeier am Freitagabend, dass nun nach zwei Jahren die alte Tradition, nämlich die Abschlussfeier für Abiturienten des KZG wieder im sanierten Kreiskulturraum stattfinden konnte.

Sie freute sich auch über die hervorragenden Leistungen des Abiturjahrgangs. Denn immerhin erreichten 24 Absolventen eine Eins vor dem Komma. In ihrer Rede packte Leive die aktuellen Ereignisse mit ein. "Brexit" und dieser Abi-Jahrgang haben etwas gemeinsames, nämlich den "Exit" und das Ende einer Gemeinschaft, so Leive. Bezüglich der Abiturienten sprach sie von einem neuen Lebensabschnitt, vom Freiheit, "Fliegenlernen" und mehr Eigenständigkeit. Dies sei aber auch mit Eigenverantwortung verbunden.

Sie würdigte das soziale Engagement und die Hilfsbereitschaft der jungen Menschen. Sie meinte aber auch: "Sie haben bei uns viel gelernt, aber Sie werden das Meiste vergessen". Sie, ihre Kollegen und auch die Eltern würden sich freuen, wenn die jungen Menschen sich jetzt nicht nur selbst verwirklichen, sondern auch künftig ihren Beitrag für die Gemeinschaft leisten.

"Ihr habt es geschafft!", so die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende, Susanne Hetz. Sie sprach davon, dass die Schüler mit dem Reifezeugnis sich ein Fundament zugelegt haben. "Das Abitur öffnet alle Türen!" Sie verglich es mit einem "Pizzateig", bei dem alle Zutaten rechtzeitig und richtig vermengt sind. Und sie forderte die jungen Menschen auf: "Lasst Euer Ziel nicht aus den Augen."

Eine Super-Rede hielten die Schülervertreter, Anika Gräbner, Jacob Lieb und Lilly Geißler. Sie erinnerten an ihre Schulzeit, die auch von der mittlerweile sechs Jahre andauernden Sanierung des KZGs mit geprägt war. In lustiger Art und Weise ließen sie in ihren "Nachrichten" wissen, dass es mitunter an vernünftigen Sanitäranlagen mangelte. Eine moderne Technik sei zwar vorhanden gewesen, aber diese funktionierte nicht.

Sie erinnerten an ihre Klassenfahrten und Feiern, bei denen sie die Landwirtschaft aufgrund ihres Bierkonsums stärkten. Sie gingen desweiteren auf das Fußballduell zwischen der Schüler- und Lehrermannschaft ein. Hier waren die Schüler in der ersten Halbzeit dominant, in der zweiten Hälfte sank die Leistung rapide. Insgesamt, so das Resümee der drei Schüler, "war es eine anstrengende, aber auch schöne Zeit!" Die drei Abiturienten vergaßen es nicht, sich im Namen ihrer Kollegen bei den Lehrern, Hausmeister, Sekretärinnen und Eltern für all die Unterstützungen zu bedanken.

Im Anschluss ehrte Friedrich Thaler vom Förderkreis, die Schüler, die sich außerhalb des Unterrichts an der Schule engagiert haben. Musikalisch wurde die Feier von der Schulband engagiert. In diesem Jahr legten zum fünften Mal Schüler der ehemaligen Einführungsklasse, also solche die nach dem Erwerb der Mittleren Reife ins Gymnasium wechselten, ihr Abitur am KZG statt. Vier davon erzielten eine 1 vor dem Komma.
Renate Leive sprach von einem "durchlässigen bayerischen Schulsystem". Die Einführungsklasse sei zwar eine Bereicherung, sie sollte aber eine Ausnahme bilden. Wenn ein Lehrer ein Kind für gymnasiumgeeignet hält, dann sollte es gleich in diese Schule übertreten.

Folgende Schüler hatten eine Eins vor dem Koma: Elena Grune, Moritz Singhartinger (Kronach), Lukas Daum (Küps), alle 1,0; Sophia Schirmer (Pressig), 1,1; Nadine Neubauer (Pressig) 1,2; Anika Gräbner (Kronach), 1,4; Anna Schmidt (Küps), 1,4; Lukas Richter (Kronach), 1,4; Katja Neubauer (Stockheim), 1,5; Sabrina Graf (Teuschnitz), 1,5; Joshua Müller (Pressig), 1,5.