"In unserer alten, teils renovierten Villa finden die Kinder einen Ort der Wärme, Geborgenheit und Wertschätzung", freut sich Leiterin Silke Leidner über das bevorstehende Jubiläum. "Wir freuen uns alle was daraus geworden ist. Von einer Spielgruppe bis hin zum Montessori Kinderhort - eine tolle Entwicklung", freut sich Caritas-Geschäftsführerin Cornelia Thron.
Heute ist der Kinderhort mit maximal 66 Plätzen voll ausgelastet. Ab 10 Uhr ist der Hort besetzt und Kinder können kommen. Nach einem Mittagskreis in zwei Altersgruppen bekommen die Kinder ein warmes Mittagessen. Einmal im Monat wird freitags selbst ein gesundes Mittagessen gekocht. Die Eltern wollen kommen, die Kinder wollen kommen - ich bin richtig stolz, betont die Hortleiterin.


Von Yoga bis zum Gitarrespielen

Bei den Hausaufgaben lernen die Kinder Ordnung, Struktur und selbstständiges Arbeiten.
"Unser Team steht den Kindern als kompetenter Ansprechpartner zur Seite und gibt wenn nötig Hilfe und Unterstützung", erläutert Leiterin Silke Leidner. "Selbstverständlich schauen wir zusammen mit den Kindern die fertigen Hausaufgaben noch einmal an und geben Anreiz zum Verbessern möglicher Fehler." Allerdings sei klar, dass letztlich die Kinder für die Erledigung ihrer Hausaufgaben selber Verantwortung tragen. Nach den Hausaufgaben gibt es eine Vielzahl von Spielmöglichkeiten - drinnen und vor allem auch draußen im großen Garten. Ihre Spielpartner können die Kinder völlig frei wählen. Den Kindern sei diese freie Entscheidung sehr wichtig. Highlight ist ein Werkstadl. Dazu bieten die Mitarbeiterinnen vieles an von Yoga bis zum Gitarrespielen. "Uns ist es wichtig da zu sein, wenn die Kinder uns brauchen, uns aber auch zurückzunehmen wenn sie uns nicht brauchen", erklärt die Hortleiterin: "Sie finden hier eine Umgebung vor, in der sie aktiv und kreativ werden können."
Der Caritas-Hort verbindet alle Schularten von Förderschule, Grundschule, Mittelschule, Realschule bis zum Gymnasium. Die gesamte Gesellschaft findet sich hier im Hort wieder und jede Schulart. Ein großartiges Integrationsprojekt für Kinder und Eltern, ist Cornelia Thron begeistert. Ein großer Vorteil sind auch die Ferienprogramme von 7 bis 17 Uhr. In den Allerheiligenferien werde es beispielsweise eine Elsenacht und eine Fahrt ins Coburger Naturkundemuseum geben.


"Jeder hat seine eigene Zeitreise"

Das Jubiläum steht unter dem Motto "Jeder hat seine eigene Zeitreise": Der Hort hatte seine eigene Zeitreise, die Kinder haben eine eigene Zeitreise, auch unsere Erde. Dazu werden es Sinnesexperimente nach Maria Montessori aufgebaut. Im Vorgarten wird ein (beheiztes) Zelt stehen, in dem gefeiert werden kann. Im Haus selbst bleibt so der Montessori-Gedanke sichtbar.
Es war der erste Kinderhort im Landkreis Kronach, der vor 25 Jahren vom Caritas-Kreisverband ins Leben gerufen wurde. Vorher gab es bereits eine "Spiel- und Lerngruppe", in der Dank ABM-Maßnahmen arbeitslose Lehrer und Sozialpädagogen eine ihr weiteres Berufsleben stark prägende Beschäftigung fanden. Dem ehemaligen Caritas-Geschäftsführer Wolfgang Eckert-Hetzel tut es sichtlich gut, heute eine so lebendige Einrichtung vorzufinden.
Im November 1990 wurde der erste Caritas-Kinderhort in der Rosenau eröffnet. Erste Leiterin war Angela Brandl, die heuer die Heilpädagogische Tagesstätte leitet. "Sie hat den Kinderhort aufgebaut", erinnerte Wolfgang Eckert-Hetzel. Entscheidend für die Entwicklung des Horts wurde eine Erbschaft von Ludwig Endres, dem das Haus und das Gelände gehörten. Die Sozialstation kam in dieses Haus am Zusammenfluss von Kronach und Haßlach, um eine andere hier wohnende Familie zu betreuen. So rückte die Caritas in sein Blickfeld.


Endres als Wohltäter der Kinder

Am Ende seines Lebens legte er schließlich fest, dass diese "Villa" und der große Garten nach seinem Tod an die Caritas gehen sollten. Über die Verwendung durfte die Caritas frei verfügen. Die Caritas suchte damals nach einer Möglichkeit für einen Kinderhort, da kam dieses "Geschenk" genau richtig. Nach seinem Tod wurde Ludwig Kaspar Endres zum Wohltäter der Kinder. Aus dem Vorgänger Spiel- und Lerngruppe entstand auch ein Ferienangebot. Die Ferienspieltage der Stadt Kronach gehen darauf zurück.