Die Schläge der Trommeln setzen ein, fröhlich und laut. Sie geben den Rhythmus vor. Die in mehreren Reihen stehenden Frauen beginnen zu tanzen. Mit harmonisch fließenden, geschmeidigen Windungen ihres Körpers bewegen sie sich - unter Leitung von Mandy Pfennig - nach vorne, auf die Trommler zu.
Yankadi nennt sich dieser über ganz Westafrika sehr verbreitete Tanz. Er ist ein Liebestanz, der dort oft bei Festen gespielt wird, um sich kennenzulernen und zu "verführen". Yankadi und Macru - ein weiterer westafrikanischer Tanz - werden immer nacheinander getanzt: Yankadi anmutig, langsam und weich, Macru fünfmal schneller, energisch, kraftvoll mit erotischen Bewegungen.


Mit Gasttrommler Armin Wenk

Ein Hauch von Afrika lag am Samstag über der Kronachtalhalle.
Rund 20 Fans des schwarzen Kontinents nahmen am African Dance-Workshop teil und ließen sich von den lebensfrohen Rhythmen anstecken: Mitglieder des "Djembetreffs", aber auch andere Tanzinteressierte. Initiiert wurde dieser von den beiden Steinbergern, Simone und Adam Michnik, vom "Djembétreff", Netzwerk in Oberfranken für Djembéspieler und Afrikabegeisterte. Der Name "Djembétreff" wurde im März 2012 ins Leben gerufen, seitdem hat die Trommelgruppe Auftritte auf Hochzeiten, Geburtstagen, Veranstaltungen in sozialen Bereichen und natürlich auf dem Afrikafest in Kronach. Die Mitglieder machen aber nicht nur Musik, sondern auch soziale Projekte in Afrika.
Beim Workshop wurde der "Djembétreff" verstärkt durch Gasttrommler Armin Wenk von der Trommelschule Ersrode. Gemeinsam entfesselten sie den Groove der afrikanischen Trommelrhythmen. Die Tänze in Afrika werden meistens von Trommeln begleitet. Musik, Tanz und natürlich auch Gesang gehören so eng zusammen, dass sie voneinander gar nicht zu trennen sind. Gemeinsam sind sie tief verwurzelt im Alltagsbewusstsein der Menschen.
Fortbildungen sind für die Kronacher Trommelgruppe selbstverständlich, so wie auch am Samstag der Tanz-Workshop, für den man mit Mandy Pfennig eine renommierte Leiterin gewinnen konnte. "Afrikanische Tänze und Rhythmen sind Ausdruck fundamentaler Lebensfreude und bieten eine Vielzahl von Bewegungen, die uns in unserem Lebensalltag verloren gegangen sind. Sie gehören zu den ausdrucksstärksten Tänzen überhaupt. Viele Tanzformen wurden vom traditionellen afrikanischen Tanz und seiner Musik stark beeinflusst", so die Tänzerin und Lehrerin für westafrikanische Tänze. Für sie sind Tänze aus Afrika keine Frage der Herkunft oder der Kultur, sondern eine universelle Sprache des Körpers, die von jedem erlernbar ist. Pfennig lebt in Berlin, ist aber auch in Süddeutschland sowohl auf Bühnen als auch unterrichtend tätig. Sie gibt Kurse in Berlin, Workshops und Performances bundesweit und im Ausland.


Die Tänze sind anstrengend

Schnell wurde auch in Steinberg klar, dass es ihr nicht nur um bloßes Einstudieren von Schritten oder einer Choreographie geht, sondern vor allem um Gefühl und das Vermitteln von Lebensfreude. Die Basis des Unterrichts bilden Tänze aus Tradition und Moderne westafrikanischer Länder und Kulturen, vor allem die Guineas - Eleganz, Kraft und Geschmeidigkeit. Die Tänze sind anstrengend - Das sah man an den Gesichtern der Tänzerinnen, auf denen bald der Schweiß stand. Aber auch die Freude an der sprühenden Lebensenergie und der Kraft des afrikanischen Tanzes stand ihnen ins Gesicht geschrieben.