In der kurvenreichen Ortsdurchfahrt werden Nägel mit Köpfen gemacht. Ein solcher Horrorunfall wie am 11. April, als ein rasender Laster einen Hauseingang wegrasierte, soll nicht mehr geschehen. Das Tempo des Durchgangsverkehrs soll gedrosselt werden. Das sagten Behördenvertreter den Anwohnern am Donnerstag bei einem Gespräch vor Ort zu.

Doch wie will man es erreichen, dass die notorischen Raser auf die Bremse treten? Es wird viel zu schnell durch Friedrichsburg gefahren. Die Anwohner leben in ständiger Angst, dass auch gegen ihr Haus ein größeres oder kleineres Fahrzeug donnert.


Anordnung wird erlassen

Marc Peter Biedermann vom Verkehrswesen des Landratsamts Kronach versicherte den Bürgern, dass rasch gehandelt werde. In den nächsten Tagen werde er eine entsprechende Anordnung zur Beschilderung erlassen.
Vertreter des Straßenbauamts sagten zu, dass die Schilder dann umgehend aufgestellt werden. Der aus Richtung Weißenbrunn kommende Verkehr soll optisch besser auf die gefährliche Kurve aufmerksam gemacht werden. Laster über 3,5 Tonnen dürfen dann talwärts nicht mehr schneller als 30 Stundenkilometer fahren. Die Warnbaken auf der Leitplanke sollen optisch noch mehr hervorgehoben werden - mit neongelb statt weiß.
Auch an der Steigung soll ein zusätzliches Ortsschild darauf aufmerksam machen, dass man sich noch innerorts befindet. Das viele Grün neben der Straße täuscht manchem Autofahrer vor, dass er sich schon außerhalb der Bebauung befinde.

Weißenbrunns Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) verdeutlichte beim Ortstermin, dass viel zu schnell durch Friedrichsburg gefahren werde - vor allem nachts. Diese Einfallstraße nach Kronach werde von manchem ortsunkundigen Lasterfahrer gehörig unterschätzt.


Viel zu schnell unterwegs

Bettina Popp-Breitenstein, deren Windfang am Haus samt Balkon beim Lasterunfall am 11. April total demoliert wurde, schimpfte: "Diese Straße wird als Rennstrecke missbraucht!" Sie informierte, dass der Kostenvoranschlag für den Neubau von Windfang und Balkon zurzeit bei der Versicherung sei. Die prüfe das nun. Der Schaden am total beschädigten Personenwagen, der von Trümmern neben dem Hauseingang begraben wurde, sei inzwischen von der Versicherung reguliert worden.

Georg Pabstmann von der Polizei Kronach ging auf die Ursache des Unfalls vom 11. April ein. Der auswärtige Lasterfahrer, der zur Unfallzeit bereits bei einer Firma in Neuses hätten sein sollen, sei viel zu schnell gefahren. Am Ortseingang habe das Schaublatt Tempo 83 angezeigt. Auf der Bundesstraße hätte der Mann aber nur 60 fahren dürfen, innerorts nur 50. Er schlug ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern für Laster vor. Die Polizeibeamten seien gefordert, sich mit der Laserpistole hinzustellen und das Tempo zu kontrollieren. Wenn das Aufstellen der Schilder nicht den gewünschten Erfolg bringe, könnte man noch Piktogramme auf der Fahrbahn aufbringen.


Reflektierende Kurventafeln

Marc Peter Biedermann nahm diese Vorschläge sofort auf und ergänzte, man könne reflektierende Kurventafeln anbringen. Die würden weit besser beachtet als normale.

Jürgen Woll von der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts sagte, dass mit dem Aufbringen einer lärmmindernden Asphaltdecke in den nächsten Jahren nicht zu rechnen sei, denn der Straßenbelag in Friedrichsburg sei noch verhältnismäßig gut.