Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurde einstimmig der Bauantrag der Neue Glaswerke Großbreitenbach GmbH & Co. KG, Steinbach am Wald zur Errichtung von Scherbenbandbrücken genehmigt.

Wie der geschäftsleitende Beamte, Thomas Kotschenreuther erklärte, will die Wiegand-Glas mit dieser Maßnahme im Zuge des Projektes "Neuer Scherbenplatz und Scherbenaufbereitungsanlage" die Radladerbewegungen und somit auch die damit verbundenen Lärmbelästigungen reduzieren.

Es ist derzeit die größte Baustelle im Landkreis und weltweit wohl ein einmaliges Projekt, diese Investitionsmaßnahme von Wiegand-Glas. Jede Woche kann man den Baufortschritt beobachten. Da ist zum einen der neue Lagerplatz mit einer circa 15 000 Quadratmeter großen Nutzfläche, auf dem 90.000 Tonnen Scherben gelagert werden können. Hinzu kommt die neue Scherbenaufbereitungsanlage.


Zu sehen ist derzeit, wie ein Gebäude für die Rohscherbenannahme entsteht. Der Zwischenscherbenbunker ist zum Großteil fertig, das Gebäude für die Scherbenvorsortierung und Hauptsortierung ist ebenfalls nahezu vollendet und in rund einem Monat soll der Fertigscherbenbunker vollendet sein.

Läuft alles nach Plan, kann die neue Scherbenaufbereitungsanlage im Dezember in Betrieb gehen. Mit dieser mehreren Millionen umfassenden Investition bekennt sich Wiegand-Glas einmal mehr zum Standort Steinbach am Wald.

Anlieferungen werden vorsortiert

Es war im Oktober 2012, als die Entscheidung getroffen wurde, in die Modernisierung der Scherbenaufbereitungsanlagen zu investieren. Die Philosophie ist folgende: Die Scherbenanlieferungen werden künftig sofort vorsortiert. Einlagerungen von Altglas auf den Halden gibt es nicht mehr. Bei der Vorsortierung werden alle größeren Fremdstoffe wie Eisenmetalle, Nichteisenmetalle, Folien, Papier etc. entfernt.

Das nun vorsortierte Scherbenmaterial wird anschließend nach Farben getrennt und in einem Zwischenbunker gelagert. Dieser wird von zwei getrennten, autonomen Vorsortieranlagen beschickt. Es können also gleichzeitig zwei Farben aufbereitet werden.

Von diesem Zwischenscherbenbunker aus werden dann die zwei Hauptsortieranlagen beschickt. Danach werden die fertig aufgearbeiteten Scherben automatisch in einen Fertigscherbenbunker transportiert. Von diesem werden nach vorher festgelegter Rezeptur die jeweiligen Fertigscherben nach Farben abgezogen und vermischt.

Über Transportbänder werden die Scherben dann durch in ein zusätzliches Scherbenhaus, welches einem Gemengehaus ähnlich ist, geführt. Dort werden, ebenfalls rezepturgeführt, Eigenscherben, Sonderscherben und kleinere Mengens sonstige Scherbenmaterialien zugegeben. Anschließend geht der Transport mittels Scherbenbandbrücken (darum ging es im Gemeinderat) weiter über die Hüttendächer zu den jeweiligen Wannen. Im Zuge des Großprojektes wurde auch die gesamte energetische Infrastruktur (Gas und Strom) überdacht und neu geplant.

Anwohner schützen

Vor der der Erweiterung wurde der Dialog mit den Anwohnern gesucht. Über das vorgeschriebene Mindestmaß haben Geschäftsführung und Gemeinde die Anwohner mit eingebunden, um mögliche Interessenskonflikten zuvorzukommen. Es wurden Lärm- und Luftgutachter einbezogen und ein Erdwall errichtet, um die Bewohner vor unzumutbaren Beeinträchtigungen zu schützen.

Wie von der Geschäftsleitung zu erfahren war, ist diese Investition notwendig, um auf die veränderte Situation im Rohscherbenmarkt reagieren zu können. Zudem wird die Scherbenqualität und Flexibilität erhöht um eine bessere Glasqualität erzeugen zu können. Damit trägt die Investition zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bei.