Auch wenn bei der aktuellen Hitzewelle gar nicht daran zu denken ist: Wer zuhause mit Öl heizt, muss sich ab sofort auf regelmäßigen Besuch gefasst machen. Weil die Tankanlagen in Überschwemmungsgebieten besonders anfällig für Schäden sind, tritt nun eine neue Regelung für die Überprüfung oberirdischer Heiztanks in Kraft. Diese sollen von einem Sachverständigen auf Hochwasserschutz überprüft werden. Mancher Betreiber muss schon bis zum 1. August einen Termin vereinbaren.

Von der neuen Vorschrift betroffen sind sogenannte Heizölverbraucheranlagen mit einem Fassungsvermögen von über 1000 Litern, die in einem vorläufig gesicherten oder festgesetzten Überschwemmungsgebiet stehen. Festgesetzt sind solche Gebiete, für die statistisch einmal in 100 Jahren mit einem Hochwasserereignis zu rechnen ist. Sind die Gebiete zwar noch nicht festgesetzt, aber wurden bereits von Behörden oder Gemeinden als solche ermittelt und kartiert, gelten sie als vorläufig gesichert.

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Im Kronacher Landkreis wurden Überschwemmungsgebiete an der Rodach, Haßlach, Loquitz, Kronach, Wilden Rodach, Taugwitz und dem Leßbach vorläufig gesichert. Bereits festgesetzte Flächen befinden sich an der Steinach sowie an der Föritz. "Betroffen sind konkret die Anwohner, welche innerhalb der festgesetzten Grenzen eines Überschwemmungsgebietes eine Heizölverbraucheranlage betreiben", erklärt Michael Trebes, Pressesprecher des Kronacher Landratsamtes.

Heizöltanks: Alle fünf Jahre nachschauen

Alle Heizanlagen, die bereits vor dem 1. Januar 1971 in Betrieb gingen, müssen schon möglichst bald überprüft werden. Bis zum 1. August dieses Jahres haben Betreiber noch Zeit, einen entsprechenden Fachbetrieb zu beauftragen. Danach muss die Wartung regelmäßig alle fünf Jahre erfolgen. Für Tanks, die erst zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut wurden, gelten gesonderte Fristen (siehe Infokasten). Alle Anlagen, die am 5. Januar 2018 bereits in Betrieb waren, müssen bis zum 5. Januar 2023 nachgerüstet und hochwassersicher gemacht werden.

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Allgemein gilt, dass Betreiber dem Wasserwirtschaftsamt alle geplanten Veränderungen an den Anlagen vorab melden müssen. Die Kontrolle ist kostenpflichtig, richte sich aber nach dem jeweils zuständigen Betrieb, schreibt Trebes. Wie viel genau an den Anlagen geschraubt werden muss, um sie hochwassersicher zu machen, lege in der Regel der prüfende Sachverständige fest, heißt es von Seiten des Kronacher Landratsamtes.

Bericht geht ans Landratsamt

"Bei Kellerlagerungen ist es eventuell sinnvoll, das Kellergeschoss insgesamt zu sichern", erklärt Trebes. Der Prüfbericht wird im Anschluss an die Kontrolle an das Landratsamt weitergeleitet.

Fristen und Termine zur Prüfung von Heizöltanks

In der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind die einzelnen Fristen zur erstmaligen Prüfung verschiedener Heizanlagen festgelegt. Sie richten sich jeweils nach dem Datum der Inbetriebnahme.

1. Alle Anlagen, die vor dem 1. Januar 1971 in Betrieb genommen wurden, müssen bis zum 1. August 2019 überprüft werden.

2. Die Kontrolle für Anlagen, die zwischen dem 1. Januar 1971 und dem 31. Dezember 1975 installiert wurden, ist am 1. August 2021 fällig.

3. Heiztanks, die im Zeitraum vom 1. Januar 1976 bis zum 31. Dezember 1982 in Betrieb gingen, müssen bis zum 1. August 2023 überprüft werden.

4. Für Anlagen, die zwischen dem 1. Januar 1983 und dem 31. Dezember 1993 eingebaut wurden, ist die Frist für den 1. August 2025 festgelegt.

5. Bis zum 1. August 2027 müssen alle Anlagen kontrolliert werden, die nach dem 31. Dezember 1993 in Betrieb gingen.

Kontakt Bei Nachfragen zur Prüfung der Tankanlagen ist das Kronacher Wasserwirtschaftsamt unter der Telefonnummer 09261/678-442 oder der Durchwahl -295 erreichbar.