"Nun Köhler bet und sing, gut Brand, dein Meiler gut geling. Nützlich ist des Feuers Macht, wenn der Mensch bezähmt und wacht", so der Spruch von Peter Mannigel von der Köhlergruppe des Frankenwaldvereins, als die "Köhlerliesl" Monika Raithel das Feuer an Werner Stumpf, Vorsitzender der Ortsgruppe Schnaid und begeisterter "Köhler" weitergab. Dieser entzündete das Holz an der Spitze des 2,70 Meter hohen Kohlenmeilers, der nun für fünf bis sechs Tage "schwelt" und in dieser Zeit eine hochwertige Buchenholzkohle liefert.

Noch bis vor einigen Jahren wurde der Kohlenmeiler von einem echten "Köhler" betrieben. Doch 2006 musste Emil Reuther altersbedingt seine Köhlerei aufgeben.
"Wir haben 2009 hier in der Thiemitz die Köhlerei neu belebt, weil uns viel an der Tradition liegt", erklärt Björn Stumpf aus der Schnaid, ebenfalls begeistert von der wiederentdeckten Zunft des "Köhlers".

Sie sind eine eingeschworene Truppe, die Köhlergruppe des Frankenwaldvereins. Zusammengewürfelt aus verschiedenen Ortsgruppen haben sie aber alle eines gemeinsam: Die Liebe zum Frankenwald, zur Natur und vor allem zur Köhlerei.

Nachweislich wurde im Frankenwald seit über 1000 Jahren Holzkohle hergestellt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es unzählige Kohlstätten. Die damals gewonnene Holzkohle wurde in erster Linie in den Hütten- und Hammerwerken sowie in den Schmieden benötigt. Mit dem Untergang des Bergbaus in der Gegend und dem Verschwinden der Hammerwerke war es auch um die Köhler geschehen. Das ohnehin wenig erträgliche Geschäft musste eingestellt werden oder man besann sich auf den Verkauf von Grillkohle. "Wir gewinnen mit einem Meiler von dieser Höhe circa 1,3 Tonnen Buchenholzkohle", sagt Peter Mannigel. Dass damit keine "Riesengeschäfte" zu machen sind, versteht sich von selbst.

Zweimal im Jahr zünden sie den Meiler an. "Es ist eine kleine Wissenschaft, den Meiler richtig zu errichten und abzubrennen", erklären Björn Stumpf und Peter Mannigel. Es sind erhebliche Vorarbeiten notwendig: Das Meilerholz ist nur Buchenholz aus dem Frankenwald. Es muss auf eine Länge von etwa einem Meter zurecht gesägt werden. Danach folgt das Spalten der größeren Stücke. Bereits das Aufschlichten des Meilers bedarf einer gewissen Erfahrung. Das Holz muss so zirkular um die sogenannte Quandelstange geschichtet werden, dass es möglichst einen 60 Grad Winkel zur Mitte hin erhält.

Es wird eng und mit möglichst wenigen Hohlräumen geschichtet, um eine gleichmäßige Verkohlung zu erreichen und nur wenige unverkohlte Stücke, die sogenannten "Brandler", übrig zu behalten.
Nach dem Aufschlichten wird der Meiler mit einer Streudecke versehen, auf welche ein Gemisch aus Asche, Boden und Sand aufgetragen wird. Dieses Gemisch sind die Rückstände der letzten "Meilerbrände", die gesiebt und gereinigt werden. Diese, als "Lösch" bezeichnete Decke, dient dazu, den Kohlmeiler möglichst luftdicht abzuschließen.

Rund um die Uhr bewacht

Nun muss der Meiler rund um die Uhr bewacht und behütet werden. Luftlöcher, die unter dem "Meilergipfel" gestochen werden, regulieren die Glut. "Wenn aus dem weißen Rauch blauer wird, machen wir die Löcher wieder zu und stechen sie zehn Zentimeter tiefer wieder ein. Das geht für fünf Tage so bis wir auf dem Fundament des Meilers angekommen sind, dann wird der Meiler aufgestoßen", führt Björn Stumpf aus.

Welche hohe Stellung die Köhlerei im Frankenwald nun wieder einnimmt - sei es auch nur wegen der Tradition und als "Freizeitbeschäftigung" -, zeigt das große Interesse am Entzünden des Meilers. Nicht nur viele Besucher aus nah und fern, sondern auch Bernd Hering, Landrat aus Hof, stellvertretender Bürgermeister Matthias Wenzel aus Schwarzenbach am Wald, Bürgermeister Peter Hänel aus Wallenfels, stellvertretender Landrat aus Kronach Gerhard Wunder und der Abgeordnete Alexander König waren vor Ort, um sich ein Bild vom Kohlenmeiler zu machen. Köhler aus Selb und sogar aus Asch in Tschechien halfen beim Lüften des Meilers und waren begeistert zusammen mit der Köhlergruppe des Frankenwaldvereins bei der Sache. Der Hauptvorsitzende des Frankenwaldvereins (FWV), Robert Strobel, war begeistert von der Teilnahme der Bevölkerung. "Der FWV ist ein Heimatverein und dazu gehört auch das Wissen um die Vergangenheit, um die Traditionen, dazu gehört auch die Köhlerei", betonte Strobel.

Für den "Köhler und Bergmann im Nebenberuf", Peter Mannigel ist es immer wieder ein Wunder, wie aus einem großen Holzstoß, der schwarz eingehüllt ist, Kohle wird. Es ist kein leichter Job, viele Hände werden gebraucht, um den Meiler rund um die Uhr zu betreuen. "Wir brauchen in den fünf Tagen 30 Leute, immer sechs pro Tag", sagte Mannigel und startete den Aufruf an alle Interessierten, bei der Köhlerei mit zu machen. Landrat Bernd Hering sagte auch weiterhin die Unterstützung des Landkreises Hof zu, vor allem beim Umbau des Gebäudes wolle man die Köhlergruppe unterstützen. Zusammen mit Robert Strobel versicherte er, dass schon einige Maßnahmen auf den Weg gebracht wurden und auch bereits Zusagen über Zuschüsse aus diversen Töpfen vorliegen, sodass der Umbau auf den Weg gebracht werden könne.

Fernsehen strahlt Beitrag aus

Das Bayerische Fernsehen hat bei den Vorbereitungen beziehungsweise dem Aufbau gefilmt. Auch beim Entzünden des Meilers war das Filmteam dabei. Zu sehen ist heute um 17.30 Uhr ein längerer Beitrag. Infos gibt es auch im Internet unter www.br.de.