"Namen ein Gesicht geben", so lautet eine Dokumentation im Bergbaumagazin in Stockheim. Es sind 70 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen. Doch in so manchem Mutterherz und Nachkommen von damals jungen deutschen Soldaten pocht noch heute die Erinnerung. Zum Nachdenken und sich mit der Vergangenheit Auseinandersetzen laden Gerwin Eidloth und Günther Scheler mit einer Bilder-Dokumentation ein, die den Namen der Soldaten, die am Kriegerdenkmal ausgewiesen sind, ein Gesicht geben. Eidloth und Scheler sind Sprecher des Arbeitskreises der drei Stockheimer Vereine, "Bergmannskapelle", "Knappenverein" und "Bergbauförderverein".


"Es muss noch Bilder geben"

Die Dokumentation mit Informationen zum Zweiten Weltkrieg wurde zusammengestellt unter dem Gedanken "Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es seine Soldaten nach einem verlorenen Krieg behandelt". Dies ist eine Aussage des Historikers Leopold von
Ranke, die aber schon lange vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, nämlich Anfang des 19. Jahrhunderts niedergeschrieben wurde, betonen die beiden Dokumentensammler. Gerwin Eidloth kam vor zwei Jahren die Idee, die am Kriegerehrenmal eingemeißelten Namen mit Bildern zu unterlegen, die man im Laufe der Zeit zusammengestellt hat. Zu jeder auf dem Kriegerdenkmal aufgeführten Person müsse es doch noch Bilder geben, die das Gesicht zeigen, das zum Namen gehört, dachte sich Gerwin Eidloth. Auf dieser Idee aufbauend trug er über zwei Jahre lang viele Fotos und Erinnerungsstücke von ehemaligen deutschen Landsern zusammen, deren am Kriegerdenkmal am Volkstrauertag gedacht wird. Hinter jedem Namen verbergen sich tragische Einzelschicksale. Und wenn man dazu noch ein Foto der Gefallenen und Opfer des Zweiten Weltkriegs stellt, erwecke das zusätzlich Erinnerungen, meinen Eidloth und Scheler.


Sogar ein Rosenkranz

Doch es blieb nicht nur bei Fotos, sondern im Laufe der Zeit sammelte Eidloth auch Briefe (handgeschrieben versteht sich), Postkarten, Gemälde und andere Utensilien, sogar ein Rosenkranz, der an der Front dabei war, befindet sich mit unter der Sammlung der Erinnerungen. Ein anderer Soldat hatte in seiner Gefangenschaft in Kanada ein Schachspiel geschnitzt, auch das eine wunderbare Erinnerung an eine schwere Zeit.
Sehr dankbar sind Eidloth und Scheler dem Heimathistoriker Otto Heinlein, der mit sehr vielen Stücken die Dokumentation unterstützt habe. Nicht nur Fotos, Briefe, Gemälde und Postkarten, auch Zeitungsausschnitte und Traueranzeigen aus der Kriegszeit sind zu sehen. Natürlich kann man bei dieser Gelegenheit auch die vielen Schätze der Bergbaugeschichte bewundern, die dort ausgestellt sind. Die Dokumentation im Bergbaumagazin ist am Sonntag, 15. November (Volkstrauertag), von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet - bei Kaffee und Kuchen. Der Arbeitskreis von "Bergmannskapelle", "Knappenverein" und "Bergbauförderverein" lädt ein.