Der Büroleiter des Landrats, Stefan Schneider, bestätigte diese massive Änderung auf Anfrage. Der Grund: Der Brandschutz im Loewe-Campus entspricht nicht den bayerischen Schulbaurichtlinien. Erst vor wenigen Wochen hat die private FOS am Rennsteig die langersehnte staatliche Anerkennung erhalten. Im Zuge dessen musste diese auch genehmigt werden. Dabei stellte die Regierung von Oberfranken fest, dass der Brandschutz im Loewe-Campus nicht den Schulbaurichtlinien entsprach.
Wie der Schulleiter der FOS am Rennsteig, Hubert Sendl, erklärte, seien dem Träger Sabel die Räumlichkeiten angeboten worden. Nun müssen im Loewe-Campus aber erst die bauliche Maßnahmen vorgenommen werden. Darunter fallen z. B. Brandschutztüren und eine spezielle Entlüftung. Beim Brandschutz würden in einem Schulgebäude andere Maßstäbe angesetzt als einem Verwaltungsgebäude. Sendl geht von Investitionen in Höhe zwischen 200 000 und 300 000 Euro aus, die getätigt werden müssen, um den Schulbaurichtlinien gerecht zu werden. Er geht davon aus, dass erst ab Beginn des Schuljahrs 2018/19 im Loewe-Campus unterrichtet werden kann. Bis dahin werden die Heranwachsenden im BFZ beschult, die Fächer Physik und Chemie werden in der Mittelschule in Kronach unterrichtet. Laut Sendl soll der bisher "neue" Physikraum am ehemaligen Standort der FOS am Rennsteig in der Grundschule Ludwigsstadt für Ergänzungs- und Vorbereitungsunterricht genutzt werden.


Landrat unterbrach seinen Urlaub

Dankbar ist Sendl gegenüber dem Landrat Klaus Löffler (CSU), der seinen Urlaub unterbrochen hat und binnen kurzer Zeit mit dem BFZ ein Gebäude gefunden hat, dass die erforderlichen Schulbaurichtlinien vorweisen kann und in dem die FOS am Rennsteig nun nächste Woche mit dem Unterricht starten kann.
Wer die Kosten für die Baumaßnahmen übernimmt und ob es Zuschüsse gibt, das steht noch nicht fest. Der Landkreis werde nicht dafür aufkommen, so Schneider, da die Behörde weder Eigentümer des Gebäudes noch Sachaufwandsträger ist. Der Landkreis wird die FOS am Rennsteig unterstützen. Mit welchem Betrag steht laut Schneider allerdings noch nicht fest. In diesem Zusammenhang verweist er auf den Kreistagsbeschluss, wonach der Landkreis mit insgesamt 809 000 Euro für die nächsten fünf Jahre unterstützen wollte. Dieser Beschluss ist nun allerdings hinfällig, da die Schule nicht mehr eine "staatlich genehmigte Einrichtung" ist, sondern die "staatliche Anerkennung erreicht" hat. Der Kreistag wird sich nun neu positionieren müssen. Außerdem hängt die finanzielle Unterstützung von der Anzahl der Schüler ab. Unklar ist auch, ob denn für eine dauerhafte Beschulung wie bei der FOS andere Brandschutzrichtlinien gelten als für Studierende des Studiengangs "Zukunftsdesign", der im Loewe Campus untergebracht ist. Das soll nun geprüft werden.


Treffen Mitte September


Lösungen Fest steht, so ist aus dem Landratsamt zu hören, dass Mitte September alle Beteiligten - die Eigentümer des Loewe-Campus, die IHK, der Träger der FOS am Rennsteig, Sabel, und die Behördenvertreter - an einem Tisch geholt werden sollen, um Lösungen zu finden.

Anmeldungen FOS-Leiter Sendl weist darauf hin, dass die FOS am Rennsteig noch Anmeldungen für das kommende Jahr annimmt. Durch die staatliche Anerkennung werden nur noch vier Fächer beim Fachabitur geprüft, zudem findet auch die Jahresfortgangsnote Berücksichtigung. "Das ist eine Erleichterung für die Schüler!"

Konzept Und wie ist der Stand bei den angedachten obligatorischen Stipendien, bei denen die Firmen das Schulgeld (110 Euro) ganz oder teilweise zahlen? Oder mit der anderen Variante, den "Zukunftsstipendien", die den Schülern nach ihrer Schulzeit einen sicheren Ausbildungs-, Arbeits- oder Studienplatz in der Region sichern sollen? Hier gehen Sendl und auch der Initiator des Konzepts, der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner, davon aus, dass dieses Konzept erst wachsen müsse. Wichtig sei nun, dass die FOS am Rennsteig am Standort Kronach mit Schülern gefüllt werde. Denn wie bereits berichtet, war die Standortverlagerung von Ludwigsstadt nach Kronach in den geringen Anmeldezahlen begründet. Mit der staatlichen
"Anerkennung soll es nun anders werden". vs