Die Brücke über die Rodach nimmt immer konkretere Formen an. Im Grunde steht sie sogar schon - allerdings nur aus Holz. "Das ist die sogenannte Verschalung", erklärt Jens Laußmann, Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts Bamberg. "Die kann man sich wie eine große Kuchenform vorstellen." An die fünf Wochen dauerte es, ehe die "Form" fertig war.


Die Hauptzutaten für die Füllung: Stahlstreben und Beton. Wird das Holzgerüst - das von Stahlstützen getragen wird - abgenommen, kommt schließlich jene Brücke zum Vorschein, die Teil der Ortsumgehung Zeyern sein wird. Mitte 2019 soll der Verkehr für den neugebauten Bereich der B173 für den Verkehr freigegeben werden (wir berichteten). "Die Brücke über die Rodach ist das Herzstück unserer gesamten Baumaßnahme", betont Laußmann.


Bis in die letzt Ritze

Mit 3,1 Millionen Euro verschlingt sie nicht nur einen gewaltigen Anteil des Gesamtbudgets (15,6 Millionen Euro), sondern ist auch ein logistischer Kraftakt. Um 5 Uhr begannen Montagfrüh 30 Bauarbeiter, die in zwei Schichten arbeiten, damit, den Beton zwischen die Metallstreben- und Gitter zu gießen, bis in die letzte Ritze zu verteilen und abschließend zu glätten.

Das Besondere: Die rund 100 Meter lange Brücke soll in einem Stück gegossen werden. "Wir fangen in der Mitte der Brücke an und bewegen uns dann zu den Rändern hin", erklärt Laußmann.

Zwei Baupumpen transportierten den Beton daher im Akkord in luftige Höhen, um die Brücke gießen zu können. Klar, dass ständig ausreichend Nachschub vorhanden sein musste. Damit der auch gewährleistet werden konnte, waren knapp 150 Betonmischer rund um die Uhr im Einsatz. "Die müssen alle ,just in time' kommen", beschreibt Laußmann eine der vielen Herausforderungen.


Da das Wetter mitspielte, war er optimistisch, dass das Gießen der Brücke wie vorgesehen gegen Mitternacht beendet werden kann. "Dann haben wir den Rohbau des Gebäudes", so Laußmann. Wenn alles getrocknet und ausgehärtet ist, wird eine Schutzschicht aufgetragen, die unter anderem dafür sorgt, dass keine Salze eindringen können. Den Abschluss bildet schließlich eine vier Zentimeter dicke Deckschicht aus Asphalt. Gegen Ende des Jahres soll die Brücke dann fertig sein.


Überflughilfe für Fledermäuse

Die verwendete Bauweise "in einem Guss" sei die "Königslösung", so der Leiter der Kronacher Servicestelle: "Würden wir es in mehreren Abschnitten betonieren, würden sich Fugen ergeben."

Doch so müsse er nicht nur weniger Eisen nutzen, sondern habe zudem noch den Vorteil, dass die Brücke langlebiger ist. Auf 80 Jahre sei die Nutzung mittlerweile ausgelegt. "Wir gehen daher davon aus, dass es erst einmal keine Instandhaltung geben muss." Was freilich nicht heißt, dass Brücken nicht regelmäßigen Kontrollen unterliegen. "Alle sechs Jahre müssen Brücken einer Hauptprüfung unterzogen werden", erzählt Baustellenleiter Gerhard Förtsch. "Das sorgt dafür, dass die Brücken standsicher bleiben, ist aber natürlich aufwendig."

Zeitgleich mit dem Bau der Rodachbrücke begannen auch die Arbeiten an der Straße, die leicht ansteigend zu den beiden Brücken führt. Die Brücke über die Verbindungsstraße Zeyern-Roßlach ist bereits fertig. Zwischen den beiden Brücken entsteht ein Straßendamm, für den sogenannte Rüttelstopfsäulen drei bis vier Meter tief als Fundament in den Boden verlegt werden.

Eine der letzten Arbeiten für die Ortsumgehung wird vermutlich der Bau von 2,5 Meter hohen Lärmschutzwänden werden, die beidseitig etwa bis zur Firma Stöhr reichen sollen. Insgesamt werden sie sogar eine Höhe von vier Metern haben, da noch Überflughilfen für Fledermäuse aufgesetzt werden. Diese zwingt sie beim Überqueren der Straße dazu, höher zu fliegen. So können sie nicht mit den vorbeifahrenden Fahrzeugen zusammenstoßen.