Der ehemalige Zweite Vorsitzende Reinhard Müller-Gei meinte bedauernd, dass das Interesse genauso dahingeschmolzen sei wie die Mühlen im Frankenwald.

1922, als der Verband gegründet wurde, waren 55 Säger und Mühlenbesitzer dabei, 2013 waren nur noch elf Mitglieder übrig und es konnte nicht einmal mehr ein Vorstand gebildet werden. "Es meldeten auch nur noch drei oder vier Betriebe den Anspruch auf Mühlholz vom Staat an und dies auch mehr aus Tradition", sagte Müller-Gei.

Die letzten "Überlebenden" haben so lange es ging zum Verband gestanden, aber auch sie sahen kein Licht am Horizont. "Deshalb wurde beschlossen, den Verband aufzulösen", meinte Schriftführerin Christa Gleich bedauernd.

Blieb nur noch die Verwendung des Kassenbestandes.
Nach eingehender Beratung und Diskussion und in Anbetracht dessen, dass die Teichmühle ein lebendiges Denkmal der Schneidmühlen im Frankenwald ist, sollte der Kassenbetrag an den Mühlenverein Rodachtal gehen, der ihn sinnvoll für die Teichmühle und ihre Erhaltung und den Schneidbetrieb einsetzen kann.

Gerhard Wunder, stellvertretender Landrat und Mühlvogt, nahm aus den Händen des ehemaligen Kassiers Karl-Heinz Schmid den Betrag von 1226 Euro und einem Cent entgegen und gab das Geld postwendend an den Vorsitzenden des Mühlenvereins, Michael Kestel, weiter.

Wunder betonte, dass es zwar schade sei, wenn sich so ein Traditionsverein auflöse, aber der Lauf der Zeit sei nicht aufzuhalten. Das "Vereinsvermögen" sei beim Mühlenverein gut aufgehoben, denn mit der Teichmühle existiere ein Denkmal, das nicht tot sei. Ein Denkmal, das altes Wissen weitergebe.

"Auch die Bücher und Handschriften des Verbandes sollen nicht verloren gehen, wenn ihr wollt, können sie im Archiv des Heimatmuseums in Steinwiesen gelagert werden", sagte der stellvertretende Mühlvogt. Besonders der ehemalige Erste Vorsitzende Hans Müller-Zeiner hat jedes Dokument, jedes Schriftstück akribisch aufbewahrt und das sollte nicht verloren gehen.

Auch der Vorsitzende des Mühlenvereins, Michael Kestel, freute sich über diese Zuwendung. Er meinte, dass bei der Teichmühle noch ein kleiner Anteil von Mühlholz vom Staat genutzt werde, mehr aus Tradition und teilweise für den Landkreis, die Gemeinde oder eben zur Demonstration an der Teichmühle. "Wir machen Schneidvorführungen, bauen Bretterfloße usw. Aber eben nur als Eigenbedarf", sagte Kestel.

Die Bedeutung, die das Holz vom Staat früher hatte, gibt es schon lange nicht mehr. Preislich gesehen bietet das Mühlholz keine Vorteile mehr, da das Rundholz seit einigen Jahren auf dem freien Markt günstiger eingekauft werden kann.