Die letzte Gemeinderatssitzung der Legislaturperiode stand im Zeichen des Abschieds. Die Gemeinderäte Michael Förtsch (SPD) und Hans-Peter Förtsch (CSU) hatten sich nach zwölf beziehungsweise 36 Jahren nicht mehr zur Wahl gestellt. Geschäftsleiter Thomas Weber, der seit der Gebietsreform 1978 auch für Reichenbach verantwortlich zeichnete, tritt ab dem 1. Mai in den wohlverdienten Ruhestand.

Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) ließ wichtige Ereignisse der Wahlperiode 2014 bis 2020 Revue passieren. Der absolute Höhepunkt der Wahlperiode sei wohl Reichenbachs 825-Jahr-Feier im Jahr 2015 gewesen. "Es war beeindruckend, wie alle Vereine und Institutionen des Dorfes zusammengearbeitet haben. An diesen drei Tagen war die Ortsmitte mit so viel Trubel und Leben erfüllt, wie wir es nie erwartet hätten", erinnerte sie sich. Beeindruckt habe sie vor allem die große Anzahl heimischer Künstler. Die großartige Ausstellung von Ortsheimatpfleger Bernhard Zipfel und Dorfrundgänge mit der "Langeskull" hätten sogar in die Verlängerung gehen müssen.

"Alle Mitglieder des Gemeinderates hatten immer das Wohl der Gemeinde und der Bürger im Fokus. Wenn wir auch manchmal unterschiedliche Meinungen hatten, was ja in einer Demokratie normal ist, haben wir doch meistens einen Konsens gefunden", würdigte Ritter. Ein großes Anliegen war ihr der Dank an die ausscheidenden Gremiumsmitglieder Michael Förtsch und Hans-Peter Förtsch. Michael Förtsch war 2008 in den Gemeinderat gewählt worden. In den zwölf Jahren habe er durch seine ruhig-besonnene Art die Runde bereichert. "Besonders hat er sich beim Bau der Unterstellhalle eingebracht. Er sorgte mit seinem Arbeitseinsatz dafür, dass die Gemeinde den Bau in Eigenregie und somit kostengünstig erstellen konnte", lobte sie.

36 Jahre für Reichenbach aktiv

Hans-Peter Förtsch sei der "Dinosaurier" unter den Reichenbacher Gemeinderäten. Von 1978 bis 1996 und von 2002 bis jetzt war er insgesamt 36 Jahre im Gemeinderat tätig. Er hat in dieser Zeit drei Bürgermeister im Amt erlebt; ab 1990 durfte er erstmals die Zusammenarbeit mit Frauen im Reichenbacher Rathaus kennenlernen. Auch den Beginn der Verwaltungsgemeinschaft mit Teuschnitz und Tschirn 1978 hat er hier live miterlebt. "In all den Jahren gingen wir nicht nur kollegial, sondern freundschaftlich miteinander um", bekundete sie. Als Zeichen der Anerkennung zeichnete sie Michael Förtsch mit der Ehrenurkunde der Gemeinde nebst Anstecknadel in Bronze und Hans-Peter Förtsch entsprechend in Gold aus.

Geschäftsleiter Thomas Weber begann 1975 seinen Dienst bei der Stadt Teuschnitz; am 1. Mai 1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft gegründet. Seitdem war er "Dauergast" als Protokollführer bei den Reichenbacher Gemeinderatssitzungen. In diesen 42 Jahren durfte er die unterschiedlichsten Charaktere kennenlernen. "Eine spannende Zeit", wie Weber versicherte.

SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Duman schloss sich den Dankesworten an. Michael Förtsch sei kein Mann der lauten Töne gewesen, habe die Gemeinde aber auch außerhalb des Rathauses durch seinen Arbeitseinsatz vertreten. Auch mit Hans-Peter Förtsch habe man stets fraktionsübergreifend sehr gut zusammengearbeitet. Ein Dank von Zweitem Bürgermeister Rudi Neubauer (CSU) galt auch Ritter, die den "Haufen" gut zusammengehalten habe. Als Außenstehender, mutmaßte er, hätte man wohl nicht gemerkt, wer zu welcher Partei gehöre. Er hoffte, dass dies so weitergeführt werde.

Das Gremium bestätigte den wiedergewählten Ersten Kommandanten der Feuerwehr Reichenbach, Stefan Weber, und dessen Stellvertreter Peter Dressel für weitere sechs Jahre. Da die Vereinsräume in der alten Schule derzeit aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht genutzt werden können, beschloss der Gemeinderat die Aussetzung der Mietzahlungen bis auf weiteres. Damit folgte das Gremium einer an die Bürgermeisterin von zwei Vereinen herangetragenen Bitte.

Grünes Licht gab es für die Bauvoranfrage von Johannes und Christina Wachter auf Neubau eines Wohnhauses auf der Flur-Nr. 289 der Gemarkung Reichenbach. Das Bauvorhaben liegt im Außenbereich, aber unmittelbar an der Bebauung. Die Erschließung ist gesichert.