Aufstellungsbeschlüsse für zwei Photovoltaik-Freiflächenanlagen fasste der Gemeinderat Martinsheim am Donnerstagabend in der alten Schule in Gnötzheim. Für beide wird ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt. Außerdem muss der Flächennutzungsplan geändert werden, was gleichzeitig durchgeführt werden soll.

Die Planungen sind bereits auf einer Sitzung im Juni befürwortet worden, wobei der Gemeinderat eng in den Prozess eingebunden sein wird. Für beide Vorhaben wurde jeweils bereits eine Gesellschaft mit Sitz in der Gemeinde gegründet, um sicherzustellen, dass spätere Steuern nicht anderswohin gezahlt werden.

Eine Anlage soll an der Autobahnauffahrt zur A7 auf Enheimer Gemarkung entstehen, westlich der Staatsstraße zwischen Marktbreit und Enheim. Rund 16 bis 17 Hektar sind dafür vorgesehen. Als Name für das Projekt wurde "Photovoltaik Rossgraben" festgelegt. Ein Teil der Fläche war vor einigen Jahren zeitweise für ein interkommunales Gewerbegebiet mit Marktbreit und Obernbreit vorgesehen. In der aktuellen Fassung des Flächennutzungsplanes ist diese allerdings nicht als Gewerbegebiet ausgewiesen, da die Regierung sie als Überbedarf ansah.

Erschließung der Baugebiete beginnt im September

Für die zweite Anlage wurde als Name "Photovoltaik Fuchsloch" beschlossen. Diese soll nördlich von Gnötzheim zwischen der Autobahn A7 und der Eisenbahnlinie gebaut werden. Während des Baus soll ein gemeindeeigener unbefestigter Flurweg, der durch das Gebiet verläuft, an den Rand der Solaranlage verlegt werden.

Zudem wurde auch noch die Verlegung einer rund 4,7 Kilometer langen 20-Kilovolt-Leitung zur geplanten Anlage "Fuchsloch" genehmigt. Dadurch kann diese gemeinsam mit der bereits genehmigten Leitung für die Anlage "Hammermühle" bei Wässerndorf (Gemeinde Seinsheim) verlegt werden. Beide haben den gleichen Verlauf, so dass nur einmal aufgegraben werden muss. Vom Fuchsloch nördlich von Gnötzheim sollen diese parallel in öffentlichem Grund bis zum Umspannwerk westlich von Martinsheim verlegt werden.

Bürgermeister Rainer Ott informierte, dass die Bauaufträge für die Erschließung der Baugebiete in Martinsheim und Enheim sowie für den Ringschluss der Wasserleitung in Martinsheim an die Firma Steinbrenner aus Blaufelden vergeben wurden. Sieben Angebote waren bis Ende Juli eingegangen, der Bürgermeister war in der letzten Sitzung ermächtigt worden, die Vergabe an den wirtschaftlich günstigsten Anbieter durchzuführen. Die Gesamtkosten betragen rund 1,1 Millionen Euro. Der Baubeginn soll bereits im September erfolgen.