Zur Abendplanung zweier Jugendliche mussten Zigaretten her. Im Supermarkt wurden sie fündig - und klauten sie. Doch bei ihnen rauchte es nicht nur daheim.
Es ist Anfang August. Das Leben könnte nicht schöner sein, die Ferien sind lang. Der eine Kumpel darf beim anderen übernachten. Was den 14- und 15-Jährigen jetzt noch zum Glück fehlt, sind Zigaretten. Also machen sich die beiden Schüler am frühen Nachmittag auf den Weg zum Supermarkt.
Allein – es fehlt das Geld. Da sich die sieben Euro nicht auftreiben lassen, greifen die Freunde zu. Weit kommen sie mit dem Päckchen Zigaretten nicht, noch im Laden werden sie erwischt.
Auch daheim gab es Strafen
Danach änderte sich einiges im Leben der Jugendlichen. Unabhängig davon, dass beide jetzt mit einem Kloß im Hals vor dem Kitzinger Jugendrichter sitzen, gab es auch schon daheim Strafen: Zwei Wochen Hausarrest, Taschengeld-Sperre, das Handy musste abgegeben werden und das mit den Computerspielen hatte sich auch erst einmal. Kurzum: Bei den Zigaretten-Dieben hat es daheim kräftig geraucht.
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Dem Jüngeren ging die Tat kurz nach seinem 14. Geburtstag so richtig an die Nieren, lange Zeit schlief er sogar schlecht. Jetzt auf der Anklagebank bringt er kaum ein Wort heraus. Wie unangenehm ihm das hier alles ist und wie sehr er sich die Sache zu Herzen nimmt, lässt sich förmlich fühlen. Immerhin: Für ihn endet die Verhandlung relativ schnell. Das Verfahren wird gegen 25 Stunden Hilfsdienste eingestellt.
Etwas anders verhält es sich bei dem 15-Jährigen. Er kommt nicht so glimpflich davon, weil er sechs Wochen vor dem Diebstahl bereits einmal vor dem Jugendrichter gesessen hatte. Auch damals war es um Diebstahl sowie um Sachbeschädigung gegangen. Die Bestrafung: 60 Stunden musste er damals dem Hausmeister in einem Altenheim zur Hand gehen.
Die nächste Straftat
Sehr viel Eindruck scheint das allerdings nicht gemacht zu haben, die nächste Straftat folgte jedenfalls – trotz der mahnenden Worte – auf dem Fuß.
Wie sauer der Vater des 15-Jährigen ist, zeigte sich bei der Verhandlung: Sohnemann darf sich jetzt so gar nichts mehr erlauben, sonst droht der Rauswurf. In sich hat es auch die Strafe von Richter Wolfgang Hülle: Neben 60 Sozialstunden gibt es ein Wochenende im Arrest.