„Ich habe nach kurzer Bedenkzeit Ja gesagt. Heute habe ich ein Alleinstellungsmerkmal für meinen Betrieb“, frohlockt Hümmler.
Müller-Thurgau und Bacchus
Mit dem Wein verbunden ist auch Weinerlebnis-Gästeführer Bernhard Gössmann-Schmidt, der Vater der neuen Ramsthaler Weinprinzessin. Beim Rundgang auf den St. Klausen Wanderwegen oberhalb des Ortes erzählt er, dass nach der Flurbereinigung vor 37 Jahren vor allem Müller-Thurgau und Bacchus angebaut wurden. „Das waren seinerzeit die gängigen Sorten, Silvaner kam später.“
Gab es vorher viele Kleinbetriebe im Nebenerwerb, oft mit Heckenwirtschaft, konnte ab den 1990er Jahren Betriebe wachsen, etwa das weithin bekannte Weingut Baldauf. „Und auch Rotwein wurde seinerzeit zum ersten Mal angepflanzt.“ Die Ramsthaler sind umtriebig: Im Herbst wird der erste terroir-f-Punkt in Frankens Saalestück eröffnet, der poetische Wanderweg mit 17 Gedichten für jede Jahreszeit und Stimmungslage ist längst ein Renner.
Kunst in der alten Schule
Und als vor einiger Zeit die Alte Schule nicht mehr für den Unterricht gebraucht wurde, wurde sie kurzerhand für Kurse in Malerei mit Weinprobe umfunktioniert. „Anfangs stehen die Gäste vor der Leinwand und sagen, sie können das nicht“, so Gössmann-Schmidt. „Doch zwischen den Erläuterungen der Künstlerin stelle ich immer einen Wein vor: irgendwann geht das fast wie von selbst. Am Ende sind alle stolz auf ihre Bilder.“
„Die Vielfalt begeistert mich“, sagt Christina Schneider am Schluss, als sie am liebsten mit einem Gleitschirmflieger vom Heroldsberg aus abgehoben wäre. „Das will ich unbedingt einmal machen.“ Die Weinkönigin ist beflügelt von Frankens Saalestück – da haben die Gastgeber offenbar vieles richtig gemacht.
Frankens Saalestück
2009 haben neun Gemeinden von Bad Kissingen bis Hammelburg den Verbund gegründet, Sulzthal kam kürzlich als Nummer zehn hinzu. Träger sind die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld, die Mitarbeiterinnen Franziska Bischof und Ann-Kathrin Mack sind bei der Tourismus GmbH Bayerische Rhön beschäftigt.
Zweimal jährlich tagen die Bürgermeister von Bad Kissingen, Euerdorf, Ramsthal, Sulzthal, Aura, Elfershausen, Fuchsstadt, Oberthulba, Wartmannsroth und Hammelburg sowie weitere Beteiligte; die Arbeitskreise bei Bedarf. Finanziert wird Frankens Saalestück aus Fördertöpfen sowie Beiträgen der beiden Landkreise und Gemeinden. Der Wein spielt im nördlichsten Anbaugebiet Frankens eine große Rolle. Insgesamt werden rund 150 Hektar Rebfläche – vorwiegend mit Muschelkalkbö- den, oft mit Steillagen – bewirtschaftet. Der Silvaner ist bei den Sorten vorne.
Frankens Saalestück bildet die Klammer zwischen den touristischen Großbereichen Bayerische Rhön und Fränkisches Weinland. Wandern, Radeln, Kanufahren, Gleitschirmfliegen, Golf, Angeln und vieles mehr sind an Freizeitmöglichkeiten geboten. Infos/Broschüren Tel. (09721) 902 430 E-Mail: info@frankens-saalestueck.de Internet: www.frankens-saalestueck.de