von Rosemarie Lang
Der Propeller des feuerroten Fliegers drehte sich schon im leichten Wind, das Personal, stilecht in dunkelblauer Uniform, zog seine Trolleys über das "Rollfeld" und alles wartete auf den Befehl vom Tower: Abheben!

Mit Riesenbeifall bedachten die Akteure selbst und die dichtgedrängt am Gehsteig stehenden Zuschauer das brandrote "historisch angehauchte" Flugzeug, das da auf einem insgesamt drei Wagen umfassenden Gefährt der "Champions Reupelsdorf" thronte und zweifelsohne der Hingucker im großen Faschingsumzug war.

Kein Geld, aber Sonne und Wein

"Dem Wowereit sind sie auf der Nase 'rumgetanzt, tausende von Bäumen wurden verkehrt gepflanzt" oder "Milliarden von Euro sind in das Debakel geflossen, die teure Landebahn bleibt bis 2015 geschlossen". In solchen Riesenaufschriften an den Wagen ließen die Reupelsdorfer das gesamte "Flughafen-Berlin-Problem" Revue passieren.

Anders da die Gespenster und Geister vom Frauenbund, die sich zur mitternächtlichen Stunde rund um den Kirchturm versammelt hatten, bei Vollmond versteht sich, um ihr Unwesen zu treiben. "Saison-Tanzkräfte in Dauerstellung" sucht der "Bautrupp der Gentlemen", wobei die Mitglieder eifrig die Beton-Mischmaschine rührten - es gebe zwar Aufstiegsmöglichkeiten, jedoch keine Bezahlung, dafür Sonne und Wein" so das große Plakat.

Aus der Schar der wilden Tiere lugte der dreijährige Linus Schmitt als herziges "Löwenbaby" hervor, und die langbeinigen Damen aus Hoheim trugen Shirts mit der Aufschrift "Tanzen ist Träumen mit den Beinen".
Das Pumuckl-Narrenschiff der KO-KA-GE fehlte im bunten Gaudiwurm ebenso wenig wie der Wagen "Tenne" aus Kirchschönbach, auf dem gerade die "REMA II", also die Restmannschaft, mit der Leerung des letzten Fasses befasst war.

Bunte Fußgruppen aus den Nachbar- sowie befreundeten Gemeinden setzten weitere Farbakzente in diesen Umzug, bei dem es Konfetti und "Kamellen" zuhauf hagelte.