Hat die Schule in Marktsteft noch eine Zukunft? Muss die Stadt mittelfristig über eine Zusammenlegung der Feuerwehren Steft und Michelfeld nachdenken? Braucht die Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit deutlich mehr Personal, um auch alle Aufgaben zeitnah abarbeiten zu können?
Hat die Schule in Marktsteft noch eine Zukunft? Muss die Stadt mittelfristig über eine Zusammenlegung der Feuerwehren Steft und Michelfeld nachdenken? Braucht die Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit deutlich mehr Personal, um auch alle Aufgaben zeitnah abarbeiten zu können?
Es waren eine ganze Reihe an vor allem zukunftsträchtigen Fragen, die bei der Beratung des städtischen Haushalts im Finanzausschuss Marktsteft in offener Runde diskutiert wurden. Dabei hat der Rat sicher vorbildlich genau das getan, was neben den eigentlichen Zahlen das Interessante und Wichtige an einer Etatberatung ist: Versuchen, einen Blick nach vorne zu werfen und gemeinsam einen Weg zu finden, die Stadt finanziell in ruhigem Fahrwasser zu halten.
Rekordeinnahmen weggebrochen
Doch zunächst zu den nüchternen Zahlen, die auch interessantes bieten: Vor wenigen Jahren noch hatte Marktsteft Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer – und musste schnell erkennen, wie unsicher diese Einnahmequelle ist. Denn schon wenig später brach die Zahl ein.
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Da die Höhe von der Gewerbesteuerumlage an den Staat und auch die Kreisumlage direkt, allerdings mit zweijähriger Verzögerung von der Gewebesteuer abhängen, stieg die Belastung der Stadt stark an – und das in einer Zeit, in der die Gewerbesteuereinnahme selber schon wieder nach unten fiel. Die Folge: Der Haushalt wurde defizitär.
Jetzt dreht sich das Bild wieder: Die Gewerbesteuer erreicht mit rund 1,1 Millionen Euro ein gutes Niveau, gleichzeitig sinkt die Kreisumlage um knapp eine halbe Million Euro und die Stadt erhält erstmals seit Jahren wieder Schlüsselzuweisungen, ebenfalls fast eine halbe Million Euro. Mehreinnahmen und Minderausgaben summieren sich so auf ein Plus von rund 1,3 Millionen Euro. Ein schönes Polster für die vielen großen Projekte, die derzeit vor allem in der Abwasserbehandlung anstehen.
Ganztagsbetreuung steht an
Jetzt aber zur Zukunft: Da steht vielleicht eine Ganztagsbetreuung für Schulkinder als Pflichtaufgabe an. Und im Kindergarten wachsen derzeit noch die Meldezahlen. Beide Einrichtungen müssten also zukunftsfähig gemacht werden – ob da eine Million Euro reicht ist fraglich. Fraglich ist allerdings auch, ob mittelfristig die Schülerzahlen in Marktsteft ein eigenes Schulhaus rechtfertigen, oder ob es in Richtung Grundschule Marktbreit geht, deren Schulhaus frisch saniert und wohl auch nicht voll belegt ist. Ähnliches gilt wohl für den Kindergarten: Der Boom an Neugeburten in Marktsteft ist schon rückläufig. Auch wenn man die Schule gerne im Ort behalten würde, zentraler Punkt ist: „Es muss finanzierbar sein.“ Und das scheint fraglich.
Tabuthema Ortsteil-Feuerwehr. Hier holen sich Politiker gerne blaue Augen oder blutige Nasen, wenn Zweifel am Sinn geäußert werden. Wobei in Marktsteft keiner die soziale Bedeutung der Michelfelder Wehr in Frage stellt. Aber auch hier stehen Investitionen an: Das Haus muss saniert werden und die Wehr braucht auch weitere Ausrüstung. Die Frage aber: Ist die Einsatzstärke vor allem tagsüber bei der Wehr auf Dauer noch gewährleistet? Wenn nicht, dann müsste auch über eine Zusammenlegung der beiden Wehren zumindest einmal diskutiert werden.