In Dienst gestellt sind die beiden neuen Fahrzeuge der Feuerwehr Rödelsee bereits, 17 Einsätze liegen hinter ihnen. Jetzt erhielten sie bei einer von der Winzerkapelle musikalisch begleiteten Feierstunde den offiziellen Segen.

Geschmückt und herausgeputzt standen der Mannschaftstransportwagen (MTW) und das hochmodern ausgerüstete Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20) vor dem Feuerwehrhaus in Rödelsee. Letzteres ist mit dem nötigen Gerät ausgestattet für die immer mehr benötigte Technische Hilfeleistungen bei Einsätzen.

Doch einfach war die Beschaffung des HLF 20 nicht. Denn statt diesem hätte es eigentlich "nur" ein HLF 10 werden dürfen. Doch Rödelsee hat es wieder einmal geschafft. Als erste Gemeinde in Bayern bekam sie den üblichen Zuschuss für ein HLF 10, obwohl ein HLF 20 beschafft wurde. Ausdrücklichen Dank sagte Bürgermeister Burkhard Klein deshalb dem früheren Innenstaatssekretär Gerhard Eck.

Pfarrerin Raffaela Meiser und Pastoralreferent Hermann Menth segneten so zwei Fahrzeuge mit einem Wert von knapp über einer halben Million Euro. 56.200 Euro kostete der MTW, 13.100 Euro gab es als Förderung. 454.200 Euro mussten für das HLF 20 bezahlt werden. 87.200 Euro betrug der Staatszuschuss.

Das alte Löschfahrzeug 8/6 habe dank der stets guten Pflege durch die Feuerwehr für 66.666,66 Euro an die Feuerwehr Herbolzheim (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) verkauft werden können. Auch der vormalige Mannschaftsbus wurde außer Dienst gestellt. Er werde nicht, wie ein ostfriesischer Witz besagt, nur bei falschem Alarm benutzt, sondern steht für die Vinfothek und die Vereine als "Rote Zora" zur Verfügung, informierte Klein.

Erstmals in der Geschichte der Wehr versuchen wir, eine aktive Frauengruppe zu gründen.
Volker Heß, Kommandant

"Die Anschaffung der Fahrzeuge war und ist sinnvoll, wichtig und angesichts der immer neuen Aufgaben, die an die Feuerwehren gestellt werden, auch logisch", betonte der Bürgermeister. "Jeder Cent ist gut investiert, wenn es darum geht, Gefahr von Leib und Leben abzuwenden in unserer Gemeinde und den Nachbargemeinden", ergänzte Klein, der auch Wissenswertes rund um den Heiligen Florian in seine Ansprache gepackt hatte.

Kommandant Volker Heß, der zusammen mit etlichen Kameraden viel Herzblut in die Beschaffung des HLF 20 hatte fließen lassen, stellte den Festgästen die Rödelseer Feuerwehr vor, die 1874 gegründet worden war und aktuell 64 Aktive zählt. Die Wehr stehe kurz vor der Gründung einer Kinderfeuerwehr. "Erstmals in der Geschichte der Wehr versuchen wir, eine aktive Frauengruppe zu gründen", freute sich der Kommandant.

Das erste Auto, ein ehemaliger Mannschaftswagen der Polizei, sei 1964 in Dienst gestellt worden. Jetzt erfreut sich die Wehr eines modernen Fuhrparks. Das neue HLF 20 sei jeden Euro wert, was sich schon bei Einsätzen gezeigt habe. "Rödelsee hat zur richtigen Zeit in die Zukunft und in die Sicherheit ihrer Gemeinde investiert", attestierte der Kommandant.

"Die Rödelseer können stolz sein, solch engagierte Kameradinnen und Kameraden zu haben", lobte Landrätin Tamara Bischof. Das Fahrzeug müsse auch die löchrige Strecke zum Schwanberg hinauf. Sie habe die Straße schon der Gemeinde schenken wollen, doch der Bürgermeister habe – für sie unverständlich – abgelehnt. Kreisbrandrat Dirk Albrecht würdigte die Mannschaftsstärke und Einsatzbereitschaft der Wehr. Von der BRK-Bereitschaft überreichte Sven Hildebrand Beatmungsbeutel als weitere Ausrüstungsgegenstände für das Fahrzeug.

Patin des neuen HLF 20 ist Weinprinzessin Damaris Heß, Tochter des Kommandanten. Sie taufte "das Kind" mit einem edlen Tropfen.