Mit der Auflösung der Bundes- und Landesverbände des BRH (Bund der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen) verloren auch die Bezirks- und Ortsverbände ihre satzungsgemäße Grundlage. Konsequenterweise musste sich zum Jahresende auch der BRH-Ortsverband Volkach auflösen. Während bundes- und landesweit die Mitgliederzahlen rückläufig waren, erfreute sich die Volkacher Gemeinschaft einer konstanten Personenzahl. Wegen des großen Interesses in den eigenen Reihen an einer Fortsetzung der Aktivitäten wird nun die Gründung eines neuen Vereins in Angriff genommen. Die ehemaligen BRH-Mitglieder wollen den neuen Verein am 2. März offiziell aus der Taufe heben. Sein Name: „Die Ruheständler Volkach“.

Ein Stück bürgerliches Engagement geht zu Ende

Mit der Auflösung der Volkacher Vereinigung geht ein Stück bürgerlichen Engagements und Miteinanders zu Ende, das im neuen Verein seine Fortsetzung finden wird. Der Blick zurück zeigt, dass der Ortsverband am 1. April 1930 als „Pensionistenverband Volkach“ gegründet wurde. Die ersten Protokollbücher wurden vermutlich 1945 beim Einmarsch der Amerikaner vernichtet. Lediglich eine Eintragung im Adressbuch der Weinstadt Volkach von 1951 – „Pensionistenbund, Gründung: 1.4.1930“ – gilt als Nachweis.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand am 1. April 1950 im Vereinslokal Weingasthof Rose die Neugründung des Bayerischen Pensionistenverbands Volkach statt. Zunächst waren nur Beamte im Ruhestand als Mitglieder eingetragen. Später umbenannt in Bund der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen, kamen Rentner hinzu. Am 4. Mai 2000 wurde das 70-jährige und nach Neugründung 50-jährige Jubiläum unter Leitung von Franz Göttlinger und Theodor Eichwald gefeiert. Der BRH verstand sich von jeher als Interessenvertretung der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen und kämpfte dafür, dass dieser Personenkreis nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst eine angemessene und gerechte Versorgung erhielt.

Viele Veranstaltungen stoßen auf großes Interesse

Weil der Nachwuchs aus dem öffentlichen Dienst fehlte, wurde der Ortsverband für Fördermitglieder geöffnet. Sie stellen heute etwa die Hälfte der Mitglieder dar. Zu den anfänglich monatlichen Treffen gesellten sich im Laufe der Jahre viele Veranstaltungen und Fahrten, die auf reges Interesse stießen. Die Resonanz an den von Anita Berz organisierten Ausflügen ist seit Jahren so groß, dass die Plätze ausgebucht sind.

Die Vorsitzenden beim Ortsverband seit der Neugründung 1950 waren Fritz Theuer, Jose Jahn, Georg Trunk, Walter Schneider, Theodor Eichwald, Franz Göttlinger und im Vorstandsteam Friedhelm Gehl, Anita Berz, Karl Andreas Schlier und Heinrich Kresken. Laut Kresken sieht auch der neu zu gründende Verein seinen Zweck in der Förderung der Heimatkunde, der Volksbildung und der Geselligkeit für ältere Menschen. Der Satzungszweck soll durch Fahrten zur Erkundung der Heimat, Vorträge über Gesundheit, Kunst und Kultur, Gratulation zu Geburtstagen erfüllt werden. Die „Ruheständler Volkach“ wollen sich monatlich treffen, im Sommer Ausflüge in die nähere Umgebung unternehmen und im Winter Vorträgen lauschen und feiern.