Bei den Starkregenfällen im Juli sind Rödelsee samt Fröhstockheim noch mit einem "blauen Auge" davongekommen. Durch die freien, weil ausgebaggerten und gemähten Gräben, hätte das Wasser schnell abfließen können. Die Gemeinde hält deshalb an der Vorsorge im Hochwasserschutz fest.

Besonders betroffen waren wieder die Mainbernheimer Straße, die Bachgasse, der Fröhstockheimer Weg, die Bürgermeister-Deppisch-Straße, die Heinrich-Wiegand-Straße und die Wiesenbronner Straße. Am Platz um das Rathaus Rödelsee hatte sich ein "Stausee" gebildet, was nach Angaben der Verwaltung auch darauf zurückzuführen ist, dass der Mulch aus den Grünflächen herausgeschwemmt wurde und die Abflüsse zugesetzt waren. Der Bauhof hat den Mulch aus den betroffenen Grünflächen mittlerweile entfernt.

Der große Umfluter in Rödelsee war nach Verwaltungsangaben zu 80 Prozent gefüllt, in Fröhstockheim ist der Graben fast über die Ufer getreten. Innerorts in Fröhstockheim hatte der Wasserpegel die Brücken erreicht. Das Regenüberlaufbecken Fröhstockheim hat anhand der Wassermassen wieder "kapituliert". Deshalb müsse der Hochwasserschutz auch in der Ertüchtigung der betroffenen Anlagen und Einrichtungen umgesetzt werden. Das Büro Röschert arbeitet in Abstimmung mit dem Experten Norbert Schneider (Wiesentheid) und Bürgermeister Burkhard Klein an einem entsprechenden Maßnahmenplan. Die Hochwasservorsorge selbst verhindere kein größeres Hochwasser, vermindere jedoch das Schadenspotential erheblich.

Beratervertrag wird abgeschlossen

Wichtig ist der Gemeinde, die Hauseigentümer für das Thema Eigenschutz zu sensibilisieren. Gerade am Beispiel von Hochwasserpässen, die die Gemeinde für fünf öffentliche Bauten hat erstellen lassen, werde deutlich, dass oft durch wenig aufwändige Maßnahmen, das Schadensrisiko deutlich minimiert werden könne. Mit dem "Hochwasseraudit", das die Gemeinde bereits abgeschlossen hat, hat die Gemeinde bereits den jüngst von der Staatsregierung beschlossenen "TÜV Hochwasser". Klein hätte gerne über die Allianz ILE Südost 7/22 im Bereich Hochwasserschutz zusammengearbeitet, keine der beteiligten Gemeinden beziehungsweise Städte hätte daran jedoch an einer interkommunalen Zusammenarbeit Interesse gezeigt.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass Diplom-Ingenieur Norbert Schneider mit der Erstellung des Flyers für die Einwohner der Gemeinde beauftragt wird. Des Weiteren sollen weitere Hochwasserpässe für alle gemeindlichen Einrichtungen erstellt werden. Zudem wird ein Beratervertrag mit Norbert Schneider geschlossen. Ebenfalls wird ein Arbeitskreis Hochwasserschutz mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Würzburg, dem Landratsamt, den Feuerwehren Rödelsee und Fröhstockheim, Mitarbeitern der Verwaltung, beiden Bürgermeistern, Norbert Schneider, dem Ingenieur-Büro Röschert und bis zu fünf Privatleuten gebildet, die sich bei der Gemeinde melden können.

Mit Hochwasser hat auch die Aktion "Rödelsee hilft" zu tun. Die Flut- und Naturkatastrophen im Südwesten Deutschlands berühren auch sehr viele Menschen in Rödelsee. Auf den privaten Aufruf von Bürgermeister Klein per Facebook hin gingen bisher bereits 2700 Euro an zusätzlichen Spenden für Flutopfer auf den Spendenkonten der Gemeinde ein. Daneben wurden bisher bereits 4370 Euro für die Aktion Rödelsee hilft 2021 für die "Kitzinger Tafel" gespendet.

Partner-KiTa suchen

In Rödelsee haben sich Lisa Hübner und Verena Freund, auch als Mitglieder des Fördervereins KiTa Rödelsee, an die Gemeinde gewandt mit der Idee, ein oder zwei Kindertagesstätten in der betroffenen Ahr-Region durchaus auch längerfristig zu unterstützen. Denkbar sei anhand der unglaublichen Dimension der Zerstörung, dass die Aktion "Rödelsee hilft" für die Jahre 2022 und 2023 den Flutopfern zugutekommt und im Jahr 2021 weiterhin parallel neben der Aktion für die "Kitzinger Tafel" Spendengelder für die Flutopfer gesammelt werden. Diese Aktion soll somit auch ein Aufruf an andere Gemeinden, Städte und Kindertagesstätten werden, sich auch eine Partner-KiTa zu suchen, um dort direkt zu helfen.

Um einzelne Maßnahmen direkt und unmittelbar auch finanziell auszustatten, sollten die bisherigen Spendengelder von 2700 Euro aus dem Corona-Schutzschirm der Gemeinde um weitere 2300 Euro auf sodann 5000 Euro erhöht werden, um schnell und unbürokratisch zu helfen. Den Vorschlägen folgte der Gemeinderat einstimmig.

Vorschaubild: © Christian Licha