9,5 Millionen Euro investiert der Markt Schwarzach in diesem Jahr in Hoch- und Tiefbaumaßnahmen. In seiner Sitzung am Dienstag hat der Gemeinderat einstimmig den Haushalt für dieses Jahr beschlossen, der rückwirkend zum 1. Januar in Kraft tritt.

Er umfasst Einnahmen und Ausgaben von insgesamt 19,7 Millionen Euro – ein Rekord. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen 10.2 Millionen Euro. Die Pro Kopf Verschuldung liegt mit 175 Euro je Einwohner weiter im unteren Bereich. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden lag Ende 2020 bei 599 Euro.

Die Schulden werden sich nach der Prognose von Kämmerer Martin Pfriem am Jahresende auf 637.000 Euro belaufen. Betrachtet man die Entwicklung in Schwarzach über die vergangenen zehn Jahre, so konnten kontinuierlich Schulden abgebaut werden. Im Jahr 2011 betrug der Stand an Verbindlichkeiten noch 2,3 Millionen Euro. Im Gegenzug reduziert sich der Stand aller Rücklagen durch die Vielzahl der großen Baumaßnahmen von 4,6 Millionen Euro auf 873.921 Euro. Durch die Entnahme von 3,7 Millionen Euro aus der allgemeinen Rücklage muss Schwarzach in diesem Jahr keine neuen Darlehen aufnehmen.

Jedes Jahr fließen 270.000 Euro in den Hochwasserschutz

Pfriems hundertseitiges Haushaltswerk sieht eine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt in Höhe von 645.570 Euro vor. Die kostenintensivsten Projekte 2022 sind die Generalsanierung der Grundschule Schwarzacher Becken (3,7 Millionen Euro), die Dorferneuerung in Düllstadt mit Ortsdurchfahrt (2,4 Millionen Euro), die Wasserleitung und der Kanalbau in Düllstadt (580.000 Euro), der Hochwasserschutz mit Beteiligung am Rückhaltebecken Kleinlangheim (270.000 Euro) und Baumaßnahmen in allen Friedhöfen (250.000 Euro). Für die nächsten drei Jahre hat Kämmerer Pfriem beim Hochwasserschutz jeweils weitere 270.000 Euro veranschlagt, so der Finanzplan bis 2025.

Ein kräftiges Plus von 42 Prozent verzeichnet Schwarzach heuer bei den Gewerbesteuereinnahmen. Pfriem rechnet hier mit einer Million Euro. Auch bei der Einkommensteuer (2,5 Millionen Euro) gibt es ein Plus von neun Prozent. Bei der Steuerkraft der Gemeinden im Landkreis Kitzingen liegt Schwarzach auf dem 13. Platz unter 31 Kommunen. Spitzenreiter ist Iphofen, es folgen Abtswind und Wiesentheid. Schlusslicht ist Seinsheim.

Einen Investitionsstau sieht der Bürgermeister nicht

"Wir haben einen Rekordhaushalt aufgrund der hohen Investitionen", sagte Bürgermeister Volker Schmitt. Die Entwicklung bei den Steuereinnahmen und bei der Schuldenentwicklung sieht Schmitt als "erfreulich" an. Ein Investitionsstau sei nicht vorhanden. "Es ist alles abgearbeitet", betonte der Bürgermeister und erinnerte an 23 Millionen Euro Investitionen in den vergangenen acht Jahren. Beim Hochwasserschutz werde die Gemeinde in den nächsten Jahren finanziell an die Grenzen kommen. In der Gemeindeverwaltung sei man an der Leistungsgrenze angekommen, so Schmitt.

Warum der Haushalt so spät im Jahr vorlag, erklärte Kämmerer Pfriem damit, dass Förderzusagen der Regierung von Unterfranken, des Staatlichen Bauamts und des Amts für ländliche Entwicklung in Höhe von 4,4 Millionen Euro erst Ende Mai bei der Gemeinde eingegangen seien und erst dann das Haushaltswerk aufgestellt werden konnte. Ein positives Fazit zog Ratsmitglied Pater Christoph Gerhard: "Ein großes Lob von der Abtei für diesen Haushalt."

Defizit bei den Friedhöfen

Um das Minus im Bereich der Friedhöfe auszugleichen, beschloss der Gemeinderat eine Erhöhung der Friedhofsgebühren um 20 Prozent. Die letzte Preisanpassung war 2013 erfolgt. Die Friedhöfe in Stadtschwarzach und Gerlachshausen werden umgestaltet und erweitert. Neu sind Baumbestattungen im Friedhof Gerlachshausen und Urnengemeinschaftsgräber.

Vollsperrung in Gerlachshausen

Weil der Landkreis Kitzingen die Kreisstraße KT 11 (Schweinfurter Straße) ab der Kreuzung in die Dimbacher Straße bis zur Einmündung in die Staatsstraße St 2271 mit einer neuen Deckschicht versieht, ist die Ortsdurchfahrt von Gerlachshausen vom 1. bis 3. August komplett gesperrt. Für die direkten Anlieger der Schweinfurter Straße und der Wehrgasse besteht in dieser Zeit keine Zufahrtsmöglichkeit. Auch zum Friedhof Gerlachshausen kann nicht gefahren werden.

Grünes Licht gab es für einen Antrag der Schwarzacher Pfadfinder auf Zuschuss für den Kauf von neuen Zelten. Wie die Sportvereine erhalten sie zehn Prozent der Kosten.