Mit dem Satzungsbeschluss hat der Gemeinderat Martinsheim am Montagabend das neue Baugebiet "Am Berg" in Gnötzheim auf den Weg gebracht. Zuvor waren in der Sitzung in der alten Schule in Gnötzheim die bei der Auslegung eingegangenen Stellungnahmen besprochen worden.

Das Gebiet soll unterhalb der Siedlung "Bullenheimer Buck" entstehen und elf Bauplätze bieten. Laut Ingenieurbüro Horn ist die Ausschreibung für den Herbst diesen Jahres und der Beginn der Erschließung im Frühjahr 2022 geplant. Voraussichtlich im Spätsommer können dann die ersten Häuser gebaut werden. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 940 000 Euro geschätzt.

Diese beinhalten einen Ringschluss der Wasserleitung. Ähnlich wie schon in Martinsheim soll im Zuge der Erschließung eine zweite Verbindung zum Übergabepunkt der Fernwasserversorgung erstellt werden, um die Versorgung zu verbessern und nicht bei Schäden große Teile des Ortes vom Wasser trennen zu müssen. Für Abwasser wird es zwei Kanäle geben, um das Schmutzwasser vom Regenwasser getrennt abzuleiten. Letzteres soll in einem Auffangbecken unterhalb des Baugebietes gesammelt und gedrosselt in den Ickbach eingeleitet werden.

Als verkehrsberuhigt und mit Wendehammer wird die Stichstraße im Baugebiet angelegt. Die Zufahrtsstraße vom Bullenheimer Buck erhält einen Gehweg, der durch eine überfahrbare Rinne auch zum Ausweichen bei Gegenverkehr genutzt werden kann. Noch geklärt werden müssen die Verkabelung für die Stromversorgung und die Beleuchtung. Auch ein Termin mit der Telekom steht noch aus, erklärte Bürgermeister Rainer Ott.

Einen Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat zum Thema Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Diese sollen maximal rund fünf Prozent der Gesamtgemeindefläche ausmachen. Mit den bereits vorhandenen Flächen und der bereits eingeplanten Fläche am Umspannwerk westlich von Martinsheim wird dieser Wert bereits erreicht oder leicht überschritten.

Entsprechend sollen künftig keine neuen Flächen genehmigt werden, was im weiteren Verlauf der Sitzung zur Ablehnung des Antrags der Firma greenovativ GmbH Nürnberg führte. Einer Erweiterung des Solarparks Kuhwasen bei Unterickelsheim wurde hingegen zugestimmt, da der Flächennutzungsplan nicht geändert werden muss. Die entsprechende Fläche war bereits als Modulfläche im Plan und in der Statistik.

Hybridsitzungen künftig möglich

Die Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht für die Gemeinde im Ortsteil Gnötzheim wurde geändert, um noch zwei derzeit unbebaute Baugrundstücke aufzunehmen. Für die Feuerwehr Enheim will die Gemeinde eine Schmutzwasserpumpe kaufen, um für eventuelle Hochwassereinsätze besser gerüstet zu sein. Die Kosten werden rund 2700 Euro betragen, informierte der Bürgermeister. Eine Änderung der Geschäftsordnung, um Hybridsitzungen zu ermöglichen, wurde vom Gemeinderat abgelehnt.