Mund- Nasenschutz für alle, auch auf den Plätzen: Die Gemeinderatssitzung im Obernbreiter Bürgersaal am Mittwochabend konnte nur unter dieser Einschränkung stattfinden, die rote Coronaampel im Landkreis erfordere diese Maßnahme, so Bürgermeisterin Susanne Knof. Wichtigster Beschluss: Auch künftig wird es in der Marktgemeinde keine neuen Fotovoltaikanlagen in der Fläche geben.

Schon im Jahr 2009 hatte der Rat einen Grundsatzbeschluss gefasst: Freiflächenfotovoltaikanlagen werden in der Gemarkung auf 30 Hektar beschränkt. Diese Fläche war schnell ausgefüllt und damit quasi ein Ausbaustopp erlassen. Im September 2019 gab es jedoch einige Anträge auf weitere Flächen und der Rat hob den Grundsatzbeschluss auf, um die Thematik erneuerbare Energien neu zu diskutieren. Dazu wurde auch eine Beurteilung der Lage durch das Energienetzwerk Süd angefordert.

Reserve für Kleinanlagen auf Wohnhäusern

In der Sitzung am Mittwoch lag dieses Gutachten zwar noch nicht vor, doch ging Bürgermeisterin Knof davon aus, dass die Beurteilung für Solarenergie positiv ausfallen werden. Allerdings würde das bestehende Ortsnetz den Strom aus den beantragen Flächen von rund zehn Hektar nicht aufnehmen können. Die vorhandene Reserve sollte für Kleinanlagen etwa auf Wohnhäusern vorbehalten bleiben. Wenn also neue große Anlagen genehmigt würden, dann müssten die Betreiber für problemlose Einspeisung sorgen.

Soweit kam es dann allerdings gar nicht, denn nach ganz kurzer Diskussion beschied eine Mehrheit von 7:6 Stimmen keine weiteren Freiflächenanlagen in Obernbreit zu zulassen.

Positiv entschieden die Räte dann einen Antrag der SPD-Fraktion, den letzten Teilabschnitt des dringend benötigen Gehwegs durchs Dorf nicht mehr entlang der engen Breitbachstraße, sondern direkt am Bach entlang zu führen. Diesen Gedanken gab es bereits seit Jahren, so Christian Küster bei der Begründung des Antrags, doch scheiterte das Projekt damals am Kauf eines Grundstücks.

Gehweg entlang des Baches

Die Idee jetzt: Den Weg direkt am Bach entlang zu legen, der dann allerdings bei Hochwasser gesperrt werden müsste. Einstimmig wurde die Bürgermeisterin beauftragt, mit dem Wasserwirtschaftsamt Gespräche darüber aufzunehmen und bei einem positiven Bescheid ein Ingenieurbüro mit der Planung zu beauftragen.

Umweltreferentin Martina Sagstgetter und Dorfkulturreferent Udo Aust legten erste Berichte ihrer Arbeit vor, die sich neben der Neugestaltung von Grünflächen im Ort mit den Festen im Dorf, einem virtuellen Ortsrundgang und dem Internetauftritt der Gemeinde beschäftigten. Die Bürgermeisterin sagte, dass es in der ILE Überlegungen gebe, nach Fertigstellung des Tourismuskonzepts die Nachhaltigkeit in der Flur zum Schwerpunkt nehmen könnte.

Bahn weiß von der Zusage nichts

Auch wenn die Arbeiten am Lärmschutzwall der Bahn begonnen haben: Es fehlen in der Planung nach wie vor die gewünschten 140 Meter entlang des Wohngebiets Sieben Bäume. Hierfür gibt es eine Zusage des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer, von der die Bahn allerdings nichts wisse, so Knof. Jetzt soll Landtagsabgeordnete Barbara Becker eingeschaltet werden, die die Zusage des Ministern bekommen hatte.

Nach wie vor gibt es Probleme mit parkenden Autos im Ort, so eine Besucherin der Sitzung - mehr als Appelle könne von Seiten der Gemeinde aber dazu nicht gemacht werden, so die Bürgermeisterin, außer die Räte entschieden sich für eine kommunale Verkehrsüberwachung.