Das Schöne an Mainbernheim ist, alles ist fußläufig zu erreichen. Bürgermeister Peter Kraus kann so auch bequem von seinem Haus zum Rathaus laufen. Wenn er durch die Altstadt schlendert, begeht er quasi die Fläche eines der kommenden großen Projekte der Stadt: das Park- und Stadtbodenkonzept. Hier nimmt er zusammen mit dem Stadtrat die Altstadtbewohner mit und will dies mit ihnen verwirklichen. Doch es warten auch noch andere Aufgaben in dieser Amtsperiode.

Vordringlich für Bürgermeister Peter Kraus ist das Gebäude in der Herrnstraße mit der Hausnummer 35, das sogenannte Elfleins-Anwesen. Seit Anfang der 80er-Jahre steht das Gebäude leer, im September 2019 erwarb es die Stadt.  Nun wird es saniert und "ein städtebaulicher Missstand ist damit beseitigt", ist Bürgermeister Kraus erfreut. Jetzt geht es noch um die entsprechende Nutzung. Da könnte die Stadtbücherei aus dem ehemaligen Verließ im Rathaus ins Elfleins-Haus ziehen, es könnte die touristische Anlaufstelle werden, zum Beispiel für das Konzept Albergo Diffuso, oder auch das Archiv könnte das Untergeschoss der Mehrzweckhalle endlich verlassen.

Wie es einmal in der Altstadt ausschauen soll, hat der Stadtrat schon festgelegt. In mehreren Abschnitten soll das Stadtbodenkonzept verwirklicht werden. Start ist im Zentrum. Heuer läuft noch die Planung, 2021 wird ausgeschrieben und Beginn soll im Frühjahr 2022 sein. "Wenn alles nach acht bis zehn Jahren abgeschlossen ist, wäre das gut", meint der Bürgermeister.

Geht es um die Altstadt, kommt man um das Thema Parkplätze nicht herum. Deshalb hat die Stadt Quartiersgaragen geschaffen. "Gespräche über weitere solche Parkplätze laufen", versichert Peter Kraus.

Das Ziel: Lebendiger Altort

Wie der Bürgermeister auch mit vielen anderen im Gespräch ist. Zum Beispiel bei der ehemaligen Schützenhofbrauerei. "Vielleicht lässt sich da etwas entwickeln", hofft Kraus. Gerade im rückwärtigen Bereich gebe es Potenzial. Schließlich soll der Altort lebendig bleiben. Geschäfte und Gastronomie tragen ihres dazu bei. Auch was den Leerstand betrifft, ist Kraus zufrieden. Derzeit weiß er nur von einem, der zum Verkauf steht.

Die Meinung, dass durch die Ausweisung von Neubaugebieten im Altort Leerstände entstünden, kann der Bürgermeister nicht nachvollziehen. Es habe einen Fall bislang gegeben, bei dem jemand direkt aus der Altstadt ins Neubaugebiet gezogen sei. Das Haus in der Altstadt sei aber schon wieder verkauft.

Begonnen werden sollte noch im Herbst dieses Jahres mit Arbeiten im Turngarten, er wird aber wohl Frühjahr 2021 werden. Hier soll unter anderem ein Versorgungspavillon entstehen. Das Areal eignet sich nach den Worten des Bürgermeisters für Veranstaltungen. Auch Kinder und Jugendliche nutzten es entsprechend der früheren Funktion. Um den Nachwuchs zu fördern, geht es auch bei der Digitalisierung der Grundschule weiter.  

Bau eines Einkaufsmarktes

An weiteren Projekten steht der Bau eines Einkaufsmarktes durch die Norma an der Bundesstraße 8 an und die Arbeiterwohlfahrt will im Baugebiet "Langwasen" eine Tagespflege errichten. Dann kommt die nächste Erweiterung des Kindergartens. Die Stadt muss sich zudem um die Sanierung des Kanalnetzes und um die Friedhofsmauer kümmern und dann wartet da noch die Turmsanierung.

"Gespräche über weitere solche Parkplätze laufen."
Bürgermeister Peter Kraus über die Mainbernheimer Quartiersgaragen

Da die Stadt in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet hat, besitzt sie auch Rücklagen. Wegen der Corona-Pandemie bleibt es laut Kraus abzuwarten, wie sich die Steuereinnahmen, insbesondere die Beteiligung an der Einkommenssteuer entwickelt. Peter Kraus hofft, dass "uns die Regierung bei der Städtebauförderung gewogen bleibt". "Dann können wir es schaffen", gibt er sich zuversichtlich.