Volkskrankheit "Zucker": Allein in Deutschland sind Schätzungen zufolge sechs Millionen Menschen betroffen. Franz Ringelmann schätzt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Diabetes-Selbsthilfegruppe in Kitzingen. Sie existiert seit 20 Jahren.
Kitzingen Diabetes ist eine der weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten. Allein in Deutschland sind laut Schätzungen sechs Millionen Menschen betroffen. Dazu zählen auch Franz Ringelmann und seine Frau Elfriede. Die beiden Dettelbacher leben seit vielen Jahren mit der Stoffwechselerkrankung – und haben gelernt, mit ihr umzugehen. Dabei geholfen haben ihnen die Besuche in der Diabetes-Selbsthilfegruppe Kitzingen. Seit 20 Jahren bringt sie Diabetiker zusammen.
Frage: Für den Laien gehören Diabetes und Insulin untrennbar zusammen. Das ist wohl gar nicht so?
Franz Ringelmann: Im Gegenteil. Prof. Elliot Procter Joslin hat schon 1932 Folgendes gesagt: „Die Insulinbehandlung ist eine Verschwendung von Zeit und Geld, solange der Patient nicht in der Lage ist, seine Sache selbst in die Hand zu nehmen. Außerdem ist Insulin etwas für die Schlauen, egal ob es sich um Patienten oder Ärzte handelt.“ Dies erkannte im Jahr 1998 auch der alteingesessene Apotheker Peter Ley von der Löwen-Apotheke in Kitzingen und gründete die Diabetiker-Selbsthilfegruppe, die bis heute besteht.
Wann muss Diabetes mit Insulin behandelt werden? Gibt es Alternativen?
Franz Ringelmann: Wenn der Blutzucker dauernd über 200 m/mol pro ccm Blut ist, reicht bei Typ 2 sehr oft eine Umstellung der Ernährung, Gewichtsabnahme sowie Bewegung, sprich Sport. Hat man jedoch Diabetes Typ 1, dann muss dem Körper Insulin zugeführt werden, weil er es nicht mehr selbst produzieren kann.
Peter Ley hat die Selbsthilfegruppe gegründet. 20 Jahre später gibt es sie immer noch. Wie sehen die Treffen aus?
Franz Ringelmann: Peter Ley vereinbarte mit dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat, monatlich einmal einen Raum im Paul-Eber-Haus kostenfrei nutzen zu dürfen. Bei den vom ihm geleiteten Treffen kamen anfangs vier bis acht Personen. Das steigerte sich auf zwölf bis 14 und mittlerweile kommen 20 bis 25 Menschen zu den Treffen. Das ist toll! Nach Peter Ley übernahm Christa Baum die Leitung und seit ein paar Jahren hat dieses Amt meine Frau Elfriede Ringelmann inne. Wir sind immer auf der Suche nach Referenten, die bei den Treffen über Diabetes und damit zusammenhängende Krankheiten und Probleme berichten. Das ist toll, weil neue Erkenntnisse nicht an einem vorbei gehen.