Ähnlich lange bleiben die Gäste in Dettelbach. „Wir verzeichnen in den letzten drei Jahren einen steigenden Trend“, bestätigt Franziska Lichtenauer aus der dortigen TI. Viele Fahrradfahrer sind dabei, aber auch Wohnmobilisten aus dem In- und Ausland. Die Zahl der Stellplätze am Main soll deshalb um 20 erhöht werden. Bislang finden 35 Wohnmobile in Dettelbach einen Stellplatz.
Die meisten Gäste kommen nach wie vor aus dem Inland in den Landkreis Kitzingen. Fast 45 000 waren es im ersten Quartal 2016. Sie buchten annähernd 72 500 Übernachtungen. Aus dem Ausland kamen fast 11 000 Gäste angereist, die rund 14 000 Übernachtungen buchten. Die Auslandsübernachtungen steuerten damit rund 16 Prozent des Umsatzes bei. In Volkach begrüßten Maiberger und sein Team Gäste aus Holland, Skandinavien, selbst aus China. „Der Auslandsmarkt wächst“, sagt er. „Aber längst nicht so wie der Inlandsmarkt.“ Die globalen Krisen, die Anschläge in beliebten Urlaubsregionen wie Ägypten oder Türkei tragen ihren Teil dazu bei, dass Destinationen im Inland noch attraktiver werden. Gerade für die Generation 50 plus. Deren Wünsche haben sich allerdings radikal verändert.
Ob Tagestouristen oder Urlauber: Die Gäste reisen individueller. Die Zeiten der Busreisen sind nicht ganz vorbei, aber Maiberger hat in den zehn Jahren seiner „Amtszeit“ eine deutliche Änderung bemerkt. „Es wird kleingliedriger und anspruchsvoller“, sagt er. Familienverbünde, Freunde, die zusammen einen längeren Ausflug planen, Vereine und Verbände: Diese Klientel schlägt immer wieder in der Tourist-Info auf. Und hat klare Wünsche: Einen Stadtplan in die Hand drücken und ein paar Tipps für einen Rundgang geben? Diese Zeiten sind definitiv vorbei. „Unsere Gäste wollen ein Wohlfühlprogramm“, weiß der TI-Leiter.
Mit seinen neun Mitarbeitern ist er deshalb beinahe rund um die Uhr für die Gäste da. Gerade an den Wochenenden wird die Tourist-Information belagert.
Das ist einerseits erfreulich, andererseits erhöht sich so auch der Druck. Gerade auf die größeren Häuser kommt laut Maiberger eine große Herausforderung zu: Sie müssen auch in den schwächeren Monaten eine gute Auslastung hinbekommen. Entscheidend seien deshalb innovative Ideen und eine verlässliche Qualität. „Die Bedürfnisse der Gäste werden weiter steigen“, pflichtet ihm Franziska Lichtenauer bei. Informationen zeitnah übers Tablet und Smartphone abrufen zu können, ist nur eine von vielen modernen Herausforderungen. „Wir sollten deshalb nie zufrieden sein.“
Claudia Bellanti freut sich deshalb, dass der Landkreis Kitzingen in den letzten Jahren neue Angebote wie die Traumrunden ins Leben gerufen hat, die den gesamten Landkreis Kitzingen im Fokus haben. „Es ist für uns alle hilfreich, wenn wir ein deutliches Signal aussenden: „Wir sind eine Urlaubsregion.“