Junger Blick auf alte Gepflogenheiten

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Mit 23 Jahren ist Felix Wallström Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreis Kitzingen. Er vertritt gerne die menschlichen Werte seines Arbeitgebers und die vielfältigen Geschäftsbereiche.
Foto: Ralf Dieter

Er ist 23 Jahre jung. Und trägt schon Verantwortung für rund 150 Mitarbeiter. Felix Wallström geht seine Aufgabe voller Zuversicht an. Und voller Elan. Seit dem 1. November des letzten Jahres ist der Schwarzacher Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreis Kitzingen. „Mich reizt die Verantwortung“, sagt er. Wallström möchte gestalten. Und nicht nur verwalten.

Er ist 23 Jahre jung. Und trägt schon Verantwortung für rund 150 Mitarbeiter. Felix Wallström geht seine Aufgabe voller Zuversicht an. Und voller Elan. Seit dem 1. November des letzten Jahres ist der Schwarzacher Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreis Kitzingen. „Mich reizt die Verantwortung“, sagt er. Wallström möchte gestalten. Und nicht nur verwalten.

Ihm ist klar, dass mancher lang gediente Mitarbeiter durchaus skeptisch war, als er den Posten übernahm. Dass er auch kritisch beäugt wurde. Ihm liegt es jedoch fern, den Chef heraushängen zu lassen. Wallström sieht sich mehr als Koordinator und weniger als Befehlsgeber. „Ich bin ein Teamplayer“, sagt er. Und deshalb sucht er das Gespräch mit seinen hauptamtlichen Mitarbeitern und den fast 2000 Ehrenamtlichen.

Wertschätzung

Seine Zielsetzung in Sachen Mitarbeiterführung beschreibt er so: „Ich will den Erfahrungsschatz meiner Mitarbeiter wertschätzen.“ Was ihm zugute kommt: Das Miteinander im BRK, die gewachsenen Strukturen, die große Eigenmotivation innerhalb der Belegschaft. „Das BRK ist wie eine große Familie“, sagt Wallström. Bereits mit sechs Jahren ist der Schwarzacher in diesen Familienbund eingetreten. In der Jugendrotkreuzgruppe hat er angefangen, mit 16 Jahren die Sanitäterausbildung gemacht. Er engagierte sich in der Volkacher Bereitschaft und auf Bezirksebene. Als Trainer für Leitungskräfte, als Lehrbeauftragter für Erste Hilfe oder als Referent in der medizinischen Qualifikation: Wallström hat schon in jungen Jahren Verantwortung übernommen und Erfahrungen gesammelt. Als sich abzeichnete, dass der langjährige Kreisgeschäftsführer Harald Erhard in die Bezirksführung wechseln würde, sei ihm schnell klar gewesen, dass er sich für dessen Nachfolge, für diese „interessante Aufgabe“ bewerben wolle.

Gut aufgestellt

Bereut hat er den Schritt nicht. Im Gegenteil. Nach einer einmonatigen Einarbeitung hat er Anfang November die Geschäfte übernommen. „Seither begegne ich an jedem Tag neuen Menschen“, sagt er. „Jeder Tag wartet mit einem Überraschungseffekt auf.“ Und die Zukunft? Welche Überraschungen werden wohl in den nächsten zehn Jahren auf ihn zukommen? Felix Wallström zuckt bei dieser Frage mit den Schultern. Viele gesellschaftliche Entwicklungen lassen sich nicht voraussehen, aber eines ist ihm klar: Einen Wandel wird es immer geben. Die Erschließung von neue Geschäftsbereichen in den kommenden Jahren schließt er allerdings aus. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt er und zählt exemplarisch die Seniorenbetreuung, die ambulante Pflege, den Rettungsdienst, die Kinderbetreuungseinrichtungen oder den Service „Essen auf Rädern“ auf.

Gerade im Pflege- und Erziehungsbereich wird auch das BRK mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Wallström weiß das. Andererseits platzt die Geschäftsstelle schon jetzt aus allen Nähten.

Die Zahl der Patienten, die ambulant betreut werden, ist auf 150 gestiegen, analog wuchs die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich. Die Kollegen im Rettungsdienst brauchen Aufenthaltsräume. „Und nicht irgendwelche“, sagt Wallström. „Wir wollen als Arbeitgeber ja auch attraktiv sein.“ Stellplätze für die Rettungsautos sind schon jetzt in der Schmiedelstraße Mangelware. Einen kompletten Umzug in den kommenden Jahren schließt er dennoch aus. Das BRK ist als Bestandswache im Landkreis Kitzingen gesetzt, kann nicht einfach verlegt werden. Andere Bereiche schon eher. „Uns fehlt vor Ort halt eine Entwicklungsfläche“, formuliert es der Geschäftsführer.

Plädoyer fürs Ehrenamt

Wie und wo auch immer: Das ehrenamtliche Engagement wird dem Geschäftsführer auch in Zukunft sehr am Herzen liegen. „Das BRK fußt auf Freiwilligkeit“, erinnert er und ermuntert die Menschen im Landkreis, sich zu engagieren. Möglichkeiten gibt es genug: Erste-Hilfe- oder Schwimmkurse geben, in der Rettungshundestaffel oder im Sanitätsdienst helfen, bei der Wasserwacht oder im Suchdienst tätig sein.

Von der wachsenden Gewaltbereitschaft in manchen Teilen der Gesellschaft sollte sich niemand abschrecken lassen. „Der Respekt vor Uniformträgern schwindet ganz allgemein“, weiß Wallström. Auf Festen werden auch BRK-ler mitunter beleidigt oder sogar angegangen. „Wir müssen den Menschen immer klar machen, wie wichtig und wertvoll unsere Arbeit ist“, sagt er. Da lohne es sich, Haltung zu zeigen. Mit 23 Jahren zeigt Felix Wallström schon eine Menge Haltung.