Der Kitzinger Weihnachtsmarkt soll an diesem Wochenende wieder tausende Neugierige anziehen. Die Veranstalter locken mit einem neuen Konzept.
Nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt. Klingt komisch. Trifft aber auf die Macher vom Kitzinger Stadtmarketingverein zu. „Keine Veranstaltung ist mit so einem großen Aufwand verbunden“, sagt Vorsitzender Frank Gimperlein. Umso mehr freut er sich auf dieses Wochenende.
Von diesem Freitag bis zum Sonntagabend ist wieder Weihnachtsmarkt in Kitzingen. Die Hütten auf dem Platz der Partnerstädte stehen längst. Zusammen mit dem Treiben auf dem Marktplatz und den Konzerten in der Evangelischen Kirche soll in diesem Jahr eine besondere Atmosphäre geschaffen werden. Gimperlein und seine Kolleginnen Katrin Weber und Christine Pfanzer wollen weite Wege vermeiden und so eine kuschelige Atmosphäre erzeugen. Ein richtiges Weihnachtsdorf im Zentrum Kitzingens schwebt ihnen vor. Und dafür haben sie einiges in die Wege geleitet.
Die dritte Variante
Seit 2013 organisieren Gimperlein und seine Helfer den Weihnachtsmarkt. „Das ist schon unsere dritte Variante“, sagt er. Zunächst wurde das Gelände der Bürgerbräu genutzt. Als dort der große Umbau einsetzte und neue Wohnungen entstanden, kam der Umzug in die Wirtschaftsschule. Auch die soll irgendwann renoviert werden, weshalb Gimperlein und seine Mitstreiter Anfang dieses Jahres wiederum ein neues Konzept ersannen. Schwerpunkt: Konzentration auf die Innenstadt, möglichst kurze Wege. „Die Kaiserstraße ist an diesem Wochenende für den Verkehr gesperrt“, berichtet Gimperlein und ist überzeugt: Nur so lässt sich eine echte Weihnachtsdorf-Atmosphäre erzeugen.
Viele Höhepunkte der letzten Jahre wird es auch an diesem Wochenende wieder geben: Der Marktturm ist wieder zur größten Adventskerze Bayerns umgewandelt worden. Stündlich wird es garantiert schneien – und das in Massen. „In diesem Jahr haben wir eine größere Schneemaschine organisiert“, informiert der STMV-Vorsitzende. Aus München kommt wieder eine Stelzenläuferin, die am Freitag und Samstag mit ihren anmutigen Bewegungen die Zuschauer verzaubern wird. Und aus Nürnberg kommen die Macher einer Feuershow, die Groß und Klein am Sonntag, um 19 Uhr in Atem halten dürfte. Live-Musik erklingt auf dem Marktplatz und in der Evangelischen Kirche, die wieder ganz in blau getaucht ist. Vom Gospelkonzert über ein Kirchenkonzert bis hin zum offenen Adventssingen am Sonntag, um 18 Uhr, ist dort einiges geboten. „Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen rund um Dekanatskantor Martin Blaufelder klappt reibungslos“, freut sich Katrin Weber. 60 Aussteller werden an diesem Wochenende in Kitzingen präsent sein. Sie bieten Weihnachtsdeko, Holzartikel, Krippen, Fairtrade-Waren, Pelze, Hüte, Olivenöl und vieles mehr an. Neben der Rathaushalle haben die Macher vom STMV zwei neue Ausstellungsflächen in der Marktstraße gefunden: Den Marktfriseur sowie das ehemalige Bellisimo. „Leerstände können auch was Gutes haben“, kommentiert Gimperlein. Rund 140 Quadratmeter Fläche hat der leer stehende Friseurladen, etwa 100 das ehemalige Modegeschäft. Dort werden nicht nur kommerzielle Verkäufer, sondern auch Gruppierungen zu finden sein, die ihre Waren für einen guten Zweck anbieten: Vom Eine-Welt-Laden über Aplawia, wirKT, das Johanna-Kirchner-Haus bis hin zu Schulen. „Diese Gruppen müssen deshalb auch keine Standgebühr bezahlen“, sagt Gimperlein und betont, dass die Standgebühren in Kitzingen insgesamt erschwinglich seien. Auch ein Grund, warum die Aussteller Jahr für Jahr gerne wiederkommen. Rund 20 Prozent Fluktuation seien normal und durchaus gewollt. „Wir wollen den Besuchern ja auch immer was Neues anbieten.“
Dank der Veränderungen stellt der Weihnachtsmarkt seit ein paar Jahren wieder eine Bereicherung für Kitzingen dar. Davon sind die drei Organisatoren überzeugt. Das Image-Problem, das Kitzingen trotzdem nach wie vor habe, liege eher in den Tagen vor und nach dem Wochenende begründet. Den so genannten vorweihnachtlichen Treffpunkt – mit ein paar Ständen auf dem Marktplatz, an denen es Glühwein, Bratwurst und Co. gibt – verwechseln gerade Auswärtige mit dem echten Weihnachtsmarkt – und sind entsprechend enttäuscht. „Mein Traum wäre es schon, an vier Wochenenden einen sehenswerten Weihnachtsmarkt in Kitzingen zu etablieren“, sagt Gimperlein. Das Potenzial sei jedenfalls da, meint er. Kitzingen könne Weihnachtsmarktbesucher an mehr als drei Tagen anlocken. Dann müssten die Stadt und die Gewerbetreibenden in der Innenstadt allerdings mitziehen, noch mehr Engagement zeigen als bisher schon.
Eröffnung um 18 Uhr
Eröffnet wird der Kitzinger Weihnachtsmarkt am heutigen Freitag um 18 Uhr am Platz der Partnerstäde. Am Samstag und Sonntag findet er jeweils von 12.30 Uhr bis 20 Uhr statt. „Wir starten ganz bewusst so früh, um auch den Einkauf in den Geschäften anzukurbeln“, erklärt Gimperlein. Am Sonntagabend endet der Markt mit einer spektakulären Feuershow. Dann können die Organisatoren vom Stadtmarketingverein endlich ein paar Tage lang durch schnaufen – ehe die Vorbereitungen auf den Weihnachtsmarkt 2020 schon wieder beginnen. „Wenn sich das Konzept bewährt, wollen wir auch in den folgenden Jahren daran festhalten“, kündigt Gimperlein an.
Weihnachtsmarkt
Wann: Freitag, 13. Dezember, von 16 bis 20 Uhr; Samstag, 14. Dezember und Sonntag, 15. Dezember, von 12.30 bis 20 Uhr.
Highlights: Schneegarantie, immer zur vollen Stunde am Marktplatz; Blaue Kirche – Licht-Illumination in der evang. Stadtkirche mit adventlichem Rahmenprogramm; Vielfältiges musikalisches und kulturelles Adventsprogramm; Stelzenläuferin am Freitag und Samstag, zwischen 16 und 17 Uhr und von 18 bis 20 Uhr. Feuershow am Sonntag um 19 Uhr.
Programm: Freitag, 13. Dezember: 14.30 Uhr: Weihnachtsfeier mit Chor im Paul-Eber-Haus; 15.45 Uhr: Akkordeongruppe in der Rathaushalle Kitzingen; 17 Uhr: X-Mas Swingers; 18 Uhr: Eröffnung des Weihnachtsmarktes mit Posaunenchor der Stadtkirche am Platz der Partnerstädte. 18 Uhr: Streicherklänge zum Advent – es musiziert das Streichorchester der Kitzinger Musikschule in der Alten Synagoge Kitzingen.
Samstag, 14. Dezember, 17 Uhr: Gospelkonzert mit „Get on Board“ und „Sicantiamo“ in der Evangelischen Stadtkirche.
Sonntag, 15. Dezember, 14 Uhr: ökumenischer Krippenweg ab der Evang. Stadtkirche (Erste Station kath. Kirche St. Johannes mit Kinderchor; zweite Station ev. Stadtkirche; 17 Uhr: Kirchenkonzert in der Evangelischen Stadtkirche mit den Alphornbäsern; 18 Uhr: offenes Adventssingen in der Evangelischen Stadtkirche. 18 Uhr: X-Mas Swingers.