Wie viel in die Maschine kommt, hängt aber nicht nur vom Fassungsvermögen der Trommel ab, sondern auch davon, welche Wäsche gewaschen wird. Bei 60-Grad-Wäsche kann die Maschine voll geladen werden, beim Waschgang Pflegeleicht nur mit der halben, bei Fein- und Wollwäsche mit einem Drittel der maximalen Füllmenge in Kilogramm Trockenwäsche.
Wichtig beim Waschen ist nicht nur die Temperatur, sondern auch die Auswahl des Waschmittels. „Man kann nicht einfach in den Laden rein und irgendeines kaufen“, sagt Antje Reinfelder. Für welche Wäsche ist es geeignet? Wie wird es dosiert? Welche Kosten fallen an? Man muss schon genau hinschauen, um die verschiedenen Mittel miteinander vergleichen zu können. Zumal die Regale voll stehen: Colorwaschmittel, Vollwaschmittel, Feinwaschmittel, Flüssigwaschmittel, die neuen Mehrkammernpods...
Kochwäsche gibt es nur selten
Bei Colorwaschmitteln liegen die „Kompakten“ laut Kompetenzzentrum vorn. „Sie weisen eine hohe Konzentration an waschaktiven Substanzen auf und enthalten wenig unnötige Füllstoffe.“ Bei dunkler Wäsche können Flüssigwaschmittel von Vorteil sein, weil die keine weißen Streifen hinterlassen. Für Vollwäsche sind sie nicht geeignet. „Sie enthalten keine Bleiche“, erklärt Fachlehrerin Gabriele Schenk.
Häufiger Fehler bei Flüssigwaschmitteln ist der Ort der Zugabe: Sie dürfen nicht ins Waschmittelfach gegeben werden, sondern müssen mit einer Dosierkugel direkt zur Wäsche gelegt werden. Sonst baut sich das Mittel zu schnell ab und wirkt nicht richtig. Vor allem aber versottet die Maschine: Eine Schmierschicht setzt sich fest.
Das Waschmittel wird nach Wäschemenge, Wasserhärte und Verschmutzungsgrad dosiert. Was die Waschmittelindustrie unter den verschiedenen Verschmutzungsgraden versteht, erklärt das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft: „Leicht verschmutzt“ sind T-Shirts und Pullover, die nur einen Tag getragen wurden. Mehrfach getragene Oberbekleidung, eventuell mit leichten Flecken, Unterwäsche oder mehrere Tage benutzte Handtücher und Bettwäsche werden als „normal verschmutzt“ eingestuft.
Was früher als „Kochwäsche“ eingestuft wurde, kommt heute eher selten zur Anwendung: Mit 95 Grad Celsius muss kaum noch gewaschen werden. Meist reichen 60 Grad auch bei stärker verschmutzten Stücken. „Aber die 60 Grad erreicht man nur im Normalgang“, gibt Gabriele Schenk zu bedenken, in so genannten Eco-Programmen drosselt die Maschine die Temperatur teilweise bis auf 25 Grad, um den Energieverbrauch, der durch das Erhitzen des Wassers entsteht, zu verringern.
Trotzdem rät Schenk dazu, einmal im Monat Handtücher und Bettlaken bei 95 Grad mit Vollwaschmittel zu waschen. „Dabei wird die Maschine gut durchgespült. Das erspart den Maschinenreiniger.“ Auch die Schmierschicht, die Flüssigwaschmittel womöglich hinterlassen hat, wird dadurch in der Regel beseitigt.
Um überhaupt zu wissen, welche Programme die Waschmaschine hat, sollte man auf jeden Fall die Gebrauchsanweisung lesen. „Dann weiß man: Was kann mein Gerät“, so Gabriele Schenk. Hilfreich ist das vor allem aufgrund der vielen verschiedenen Möglichkeiten, die moderne Maschinen bieten.
Ihren Schülerinnen die Wäschepflege beizubringen, ist der Fachlehrerin wichtig. Nicht nur wegen der Sauberkeit. Wer richtig wäscht, sorgfältig aufhängt, trocknet, bügelt und aufbewahrt, hat länger etwas von den Stücken. „Es geht ja auch darum, Werte zu erhalten.“