Es klingt ein wenig seltsam, ist aber immer wieder zu hören: Während die meisten Gäste begeistert von Kitzingen erzählen, reagieren viele Einheimische deutlich reservierter, wenn es um die Vorzüge der Stadt geht. Dieses schlechte Image will der Stadtmarketingverein verbessern.
Einen ersten Erfolg hat Vorsitzende Claudia Biebl bereits ausgemacht. „Wir haben die Talsohle durchschritten“, urteilt sie und formuliert ein klares Ziel: „Wir wollen, dass Kitzingen in Zukunft positiv wahrgenommen wird.“ Wohlgemerkt: Von Auswärtigen und Einheimischen gleichermaßen.
Ein Instrument, um dieses Ansinnen umzusetzen, liegt immer greifbar auf Biebls Schreibtisch in der Alten Burgstraße. Das „Handbuch der Ideen“ ist im November 2015 vorgestellt worden. Ein „runder Tisch“ von Privatpersonen, Unternehmern und Vertretern der Stadt hatte sich Gedanken gemacht und 50 Vorschläge erarbeitet, wie Kitzingen nach und nach attraktiver gestaltet werden kann. Einiges ist in diesem Jahr ausprobiert und umgesetzt worden. Zeit für ein erstes Fazit. Und das fällt positiv aus.
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Beispiel Nummer eins: Fitness am Stadtbalkon. „Ganz ehrlich“, sagt Biebl. „Mit dieser Resonanz hätten wir nicht gerechnet.“ Drei Fitness-Center und die Turngemeinde Kitzingen hatten sich bereit erklärt, jeden Donnerstagnachmittag am Stadtbalkon Fitness-Kurse anzubieten. Von Zumba über Rückentraining bis hin zu Pilates und Yoga moves reichte die Palette. Im Schnitt kamen 30 bis 60 Interessierte, quer durch alle Altersklassen. Über die Gründe für diesen Erfolg kann Biebl nur spekulieren: Das schöne Ambiente, die Freiwilligkeit, keine Kosten – womöglich auch alles zusammen. Sicher ist: Das Angebot soll 2017 fortgesetzt werden, dann schon ab Mai und wenn möglich bis Ende September.
Den Picknickkorb – eine zweite Realisierung aus dem Handbuch – soll es 2017 ebenfalls wieder geben. Drei Gastronomen haben einen komplett recycelbaren Korb der Firma Reka mit Ess- und Trinkbarem gefüllt – jeder nach seinem eigenen Gusto. Die Standard-Variante für zwei Personen wurde für 28 Euro angeboten. Dass vor allem junge Leute dieses Angebot annahmen, freut Biebl.
Die Gastronomen haben sich nach ihren Informationen jedenfalls zufrieden über die Resonanz im ersten Jahr geäußert. Einer der drei Gastronomen konnte rund 100 Körbe und zirka 50 Gutscheine verkaufen. „Unsere Erwartungen haben sich für den Anfang jedenfalls erfüllt“, kommentiert Biebl.
Das gilt auch für die beiden anderen Aktionen, die in diesem Jahr gelaufen sind: Beim Bummeltag Mitte August ist noch einmal explizit auf das Projekt „Kitzingen – plastiktütenfrei“ hingewiesen worden. Als Alternativen werden beispielsweise Papiertüten in den Geschäften angeboten. „Etwa 80 Prozent der Kitzinger Einzelhändler beteiligen sich bereits. Eine tolle Quote“, betont Biebl. Derzeit arbeitet sie mit ihren Mitarbeitern verstärkt an einem Internetportal, das die guten Seiten Kitzingens zeigen soll. Unter dem Motto „Kitzingen kann's“ sollen unter anderem Unternehmensporträts, aber auch Veranstaltungen wie das „White Dinner“ präsentiert werden. Die Seite ist unter „www.kitzingen-kanns.de“ bereits freigeschaltet, muss nach und nach mit positiven Nachrichten und Beispielen gefüllt werden. Über entsprechende Hinweise und die Mitarbeit aus der Bevölkerung freut sich Biebl, die in den kommenden Monaten weitere Ideen aus dem Handbuch umsetzen will – wenn auch nicht alle 50.