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Erfolgreiche Aktion: Zwischen 30 und 60 Teilnehmer kamen jedes Mal zu „Fitness am Stadtbalkon“. Drei Fitness-Center und die TG Kitzingen hatten sich zusammengeschlossen ...
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Weihnachtsbäume aus Pappe von der Firma Reka sollen auch in diesem Jahr in Kindergärten und Grundschulen verschönert werden. Die Bäume soll es heuer allerdings in verschiedenen Größen geben.
Foto: STMV

Es klingt ein wenig seltsam, ist aber immer wieder zu hören: Während die meisten Gäste begeistert von Kitzingen erzählen, reagieren viele Einheimische deutlich reservierter, wenn es um die Vorzüge der Stadt geht. Dieses schlechte Image will der Stadtmarketingverein verbessern.

Einen ersten Erfolg hat Vorsitzende Claudia Biebl bereits ausgemacht. „Wir haben die Talsohle durchschritten“, urteilt sie und formuliert ein klares Ziel: „Wir wollen, dass Kitzingen in Zukunft positiv wahrgenommen wird.“ Wohlgemerkt: Von Auswärtigen und Einheimischen gleichermaßen.

Ein Instrument, um dieses Ansinnen umzusetzen, liegt immer greifbar auf Biebls Schreibtisch in der Alten Burgstraße. Das „Handbuch der Ideen“ ist im November 2015 vorgestellt worden. Ein „runder Tisch“ von Privatpersonen, Unternehmern und Vertretern der Stadt hatte sich Gedanken gemacht und 50 Vorschläge erarbeitet, wie Kitzingen nach und nach attraktiver gestaltet werden kann. Einiges ist in diesem Jahr ausprobiert und umgesetzt worden. Zeit für ein erstes Fazit. Und das fällt positiv aus.

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Beispiel Nummer eins: Fitness am Stadtbalkon. „Ganz ehrlich“, sagt Biebl. „Mit dieser Resonanz hätten wir nicht gerechnet.“ Drei Fitness-Center und die Turngemeinde Kitzingen hatten sich bereit erklärt, jeden Donnerstagnachmittag am Stadtbalkon Fitness-Kurse anzubieten. Von Zumba über Rückentraining bis hin zu Pilates und Yoga moves reichte die Palette. Im Schnitt kamen 30 bis 60 Interessierte, quer durch alle Altersklassen. Über die Gründe für diesen Erfolg kann Biebl nur spekulieren: Das schöne Ambiente, die Freiwilligkeit, keine Kosten – womöglich auch alles zusammen. Sicher ist: Das Angebot soll 2017 fortgesetzt werden, dann schon ab Mai und wenn möglich bis Ende September.

Den Picknickkorb – eine zweite Realisierung aus dem Handbuch – soll es 2017 ebenfalls wieder geben. Drei Gastronomen haben einen komplett recycelbaren Korb der Firma Reka mit Ess- und Trinkbarem gefüllt – jeder nach seinem eigenen Gusto. Die Standard-Variante für zwei Personen wurde für 28 Euro angeboten. Dass vor allem junge Leute dieses Angebot annahmen, freut Biebl.

Die Gastronomen haben sich nach ihren Informationen jedenfalls zufrieden über die Resonanz im ersten Jahr geäußert. Einer der drei Gastronomen konnte rund 100 Körbe und zirka 50 Gutscheine verkaufen. „Unsere Erwartungen haben sich für den Anfang jedenfalls erfüllt“, kommentiert Biebl.

Das gilt auch für die beiden anderen Aktionen, die in diesem Jahr gelaufen sind: Beim Bummeltag Mitte August ist noch einmal explizit auf das Projekt „Kitzingen – plastiktütenfrei“ hingewiesen worden. Als Alternativen werden beispielsweise Papiertüten in den Geschäften angeboten. „Etwa 80 Prozent der Kitzinger Einzelhändler beteiligen sich bereits. Eine tolle Quote“, betont Biebl. Derzeit arbeitet sie mit ihren Mitarbeitern verstärkt an einem Internetportal, das die guten Seiten Kitzingens zeigen soll. Unter dem Motto „Kitzingen kann's“ sollen unter anderem Unternehmensporträts, aber auch Veranstaltungen wie das „White Dinner“ präsentiert werden. Die Seite ist unter „www.kitzingen-kanns.de“ bereits freigeschaltet, muss nach und nach mit positiven Nachrichten und Beispielen gefüllt werden. Über entsprechende Hinweise und die Mitarbeit aus der Bevölkerung freut sich Biebl, die in den kommenden Monaten weitere Ideen aus dem Handbuch umsetzen will – wenn auch nicht alle 50.

Zur Vorweihnachtszeit soll es wieder den wiederverwertbaren Weihnachtsbaum aus Pappe geben. Kindergärten und Schulen hatten schon im letzten Jahr kleine Kunstwerke aus den Vorgaben der Firma Reka gebastelt. In diesem Jahr soll es verschiedene Größen geben, die sich in möglichst vielen Geschäften wiederfinden sollen. Auch als Grußkarte soll es den ressourcenschonenden Pappbaum geben. Am Herzen liegt Biebl auch die Eröffnung einer „Stadtwerkstatt“, wie sie in anderen Kommunen bereits realisiert wurde. Ob nähen, flicken, häkeln oder reparieren: Biebl stellt sich eine kreative Plattform vor, einen Raum, in dem sich Handwerker und Handarbeiter treffen und austauschen, wo Nicht-Handwerkern geholfen wird. „Dafür brauchen wir allerdings Leute, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und möglichst zentrale Räume“, weiß Biebl um die Schwierigkeiten bei der Umsetzung.

„Wir sind auf

einem guten Weg.“

Claudia Biebl Stadtmarketingverein

Einfacher könnte da die Herstellung des „Kitz-Cookies“ sein. Mit der Lebküchnerei von Georg Will steht sie bereits in Kontakt. Ziel ist ein unverwechselbares Gebäckstück mit einzigartiger Rezeptur, das ganzjährig beispielsweise als Mitbringsel in den Souvenirläden angeboten wird - oder zum Kaffee in den Cafes.

Auf der Agenda für 2017 steht außerdem noch ein spannendes Projekt, das allerdings frühestens 2018 verwirklich wird. Die Nutzung der Mondseeinsel als Veranstaltungsort während der Kleinen Gartenschau 2011 kam bei Auswärtigen und Einheimischen gleichermaßen gut an. Schon damals entstand die Idee, das Gelände weiter zu nutzen. Biebl und die Mitstreiter des „runden Tisches“ können sich ein „Mondfestival“ vorstellen und wollen im kommenden Jahr die Planung konkretisieren. Wie viele Tage? Welche Musik? Eher laut oder eher leise? Es gibt noch viele offene Fragen. Aber eines ist klar: Der Stadtmarketingverein wird weiter daran arbeiten, das Image der Stadt zu verbessern und will dabei möglichst viele Akteure einbeziehen. „Wir sind auf einem guten Weg“, resümiert Biebl nach etwas weniger als einem Jahr. „Aber es braucht halt alles Zeit.“