Ein Tempolimit auf Autobahnen kann die Spritkosten senken, das Sparpotenzial hängt aber vom eigenen Fahrstil ab. Wie viel Geld tatsächlich gespart werden kann, zeigen Beispiele mit aktuellen Zahlen aus dem Alltag.
Ob ein Tempolimit die individuellen Kraftstoffkosten spürbar senkt, hängt vor allem vom bisherigen Fahrverhalten ab. Wer auf freien Autobahnabschnitten regelmäßig mit 130, 150 oder 160 km/h unterwegs ist, kann in der Regel stärker sparen als Personen, die überwiegend im dichten Verkehr fahren. Für die Kosten ist dabei nicht entscheidend, ob langsameres Fahren durch ein Tempolimit oder freiwillig erfolgt, sondern welche Geschwindigkeit tatsächlich gefahren wird.
Orientierungswert: Wie setzen sich Geschwindigkeit und Verbrauch zusammen?
Mit zunehmendem Tempo steigt der Energiebedarf deutlich, vor allem wegen des wachsenden Luftwiderstands. Besonders relevant ist dieser Effekt auf Autobahnen. Im Stadtverkehr sowie in Staus oder Baustellen fällt er dagegen geringer aus. Entsprechend ist der Spareffekt bei 120 statt 130 km/h meist kleiner als beim Verzicht auf Geschwindigkeiten von 160 km/h oder mehr.
Das Umweltbundesamt nennt als Orientierungswert, dass bei gleicher Strecke eine Reduzierung von 120 auf 100 km/h rund 15 Prozent Kraftstoff beziehungsweise Strom einsparen kann. Dieser Wert lässt sich nicht unmittelbar auf eine Verringerung von 130 auf 120 km/h übertragen, verdeutlicht aber die grundsätzliche Tendenz: Je höher die Ausgangsgeschwindigkeit, desto größer ist das mögliche Einsparpotenzial.
Der Deutschlandfunk betrachtet Tempolimits nicht nur unter dem Aspekt der Kraftstoffkosten, sondern auch im Zusammenhang mit Klima- und Sicherheitsfragen. Für die persönliche Kostenbilanz ist jedoch vor allem relevant, wie häufig auf den tatsächlich gefahrenen Strecken langsamer gefahren würde. Allgemeine Aussagen über die Wirkung von Tempolimits lassen sich daher nur eingeschränkt auf die individuelle Ersparnis übertragen.
Was bringt 120 statt 130 km/h in Euro?
Für eine gerundete Modellrechnung nehmen wir einen Benziner, der bei 130 km/h ca. 7 Liter und bei 120 km/h ca. 6,5 Liter je 100 Kilometer verbraucht. Die Differenz beträgt damit ca. 0,5 Liter je 100 Kilometer. Beim aktuellen Super-E10-Preis von 1,968 Euro/Liter (Stand: 10. Mai 2026) entspricht das gerundet ca. 1 Euro pro 100 Autobahnkilometer. In diesem Artikel wird vereinfacht mit 2 Euro je Liter gerechnet.
Beim Pendeln fällt die Ersparnis oft moderat aus. Fährst du 15.000 Kilometer im Jahr und entfallen davon etwa 40 Prozent auf Autobahnstrecken, betrifft das rund 6000 Kilometer mit echtem Tempo-Spielraum. Bei ca. 0,5 Liter weniger Verbrauch je 100 Kilometer sparst du rund 30 Liter und damit ca. 60 Euro pro Jahr.
Auf einer Urlaubsfahrt summiert sich der Effekt schneller, weil viele Autobahnkilometer am Stück zusammenkommen. Bei ca. 1200 Kilometern Hin- und Rückfahrt spart Tempo 120 statt 130 km/h rechnerisch rund 6 Liter. Bei rund 2 Euro je Liter ergibt das ca. 12 Euro, während der Verzicht auf ein sehr hohes Tempo deutlich mehr bringen kann.