Zum Artikel "Baugebiet am Wilhelmsbühl kann kommen" vom 25. September erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift.

Über die Zukunft der Friedhöfe diskutierte der Stadtrat mehr als eine ermüdende halbe Stunde, doch der Antrag der Grünen auf Klimavorbehalt war in zehn Minuten ad acta gelegt. Der OB fragte sich, wer denn in der Verwaltung das überprüfen solle, Personal sehe er dafür nicht. Er nannte das Baugebiet Wilhelmsbühl als schillerndes Beispiel, wie viel die Stadt bereits für den Klimaschutz tue, erntete aber sofort Kritik von den Stadträten Pauluhn und Sanzenbacher, die das ganz anders sahen.

Warum die ÖDP nicht geschlossen für den Klimavorbehalt stimmte, erschließt sich mir nicht. Immerhin wahrte Frau Tröge das Gesicht der Öko-Partei. Der Antrag wurde mit 2/3 Mehrheit abgelehnt. Einige Stadträte sahen wohl schon die Investoren abwandern. Vielleicht ist ihnen aber auch die Vorstellung von Wüste, dörren Sträuchern und ausgetrockneten Flüssen sympathischer! Selbst die EU hat den Klimanotstand ausgerufen und unsere CSU-geführte Staatsregierung will bis 2030 Klimaneutralität erreichen.

Was nützt ein Fahrplan für eine attraktive Innenstadt, wenn es so heiß wird, auch wegen eines fehlenden Luftschneisenkozepts, dass man sich dort nicht mehr aufhalten kann. Immer mehr Kommunen rufen den Klimanotstand aus, aber Kitzingen blockt und schiebt. Wir warten auf einen Klimaschutzmanager, von dem niemand weiß, ob und wann es ihn tatsächlich geben wird?! Wenn der erst irgendwann nach der Corona-Krise eingestellt wird, kann er nur noch die vertrockneten Bäume absägen. Zu "Hitzingen" und "Trockingen" gesellt sich "Ignorantingen". Dank an die "ewig Gestringen", traurig!

Michael Zink
97318 Kitzingen