Zu  "Reichert hält an Umweltstation fest" vom 24. Juli erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

Als Steuerzahler des Landkreises Kitzingen hatte ich die Möglichkeit, die Bewerbungsunterlagen zur Umweltstation einmal einzusehen. Darin enthalten eine Auflistung der geschätzten Kosten des Projektes und ein Finanzierungsplan.

Ich war schon erstaunt, auf welchen geringen und sehr unkonkreten Zahlenmaterial die öffentliche Hand Zuschläge vergibt. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass jeder angehende Landwirtschaftsmeister besser in der Lage ist, stichhaltigere Konzepte für ein Projekt zu erstellen und dieses auch umzusetzen. 

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Die Umweltstation soll ein Informationszentrum werden, wo sich die Bevölkerung unter anderem auch darüber informieren kann, wie erneuerbare Energien gewonnen werden. Zum Beispiel Photovoltaik. Was jedoch nützt die beste Umweltstation, wenn man leider, wie in den meisten Städten des Landkreises, selber keine Photovoltaikanlagen montieren darf, um seinen Teil an der Energiewende beizutragen? Das Problem wäre sehr einfach durch eine entsprechende Gestaltungssatzung zu lösen.

Heute gibt es Photovoltaikanlagen in vielen Farben, Solarziegel etc. Ich empfehle dringend den Kommunalenentscheidungsträgern einen Ausflug zur Intersolarmesse nach Freiburg, um sich dort zu informieren.

Wenn man Photovoltaik nicht in der Stadt haben will, was Entscheidungen sind, welche doch schon sehr aus der Zeit gefallen sind , dann könnten wir doch wenigsten Freiflächen-Photovoltaikanlagen genehmigen, wenn die Betreiber Bürgervereinigungen oder landwirtschaftliche Betriebe sind und diese auf den eigenen Flächen errichtet werden sollen. Leider lässt man hier die Kommunen mit dem Baurecht im Stich.

Einem Landwirten eine Freiflächen-Photovoltaikanlage nicht zu genehmigen, aus Angst einen Präzedenzfall für die Gemeinde zu schaffen, ist aus Sicht der Gemeinde verständlich, aber für die Energiewende gerade zu absurd. Deshalb muss die Freiflächen-Photovoltaik für landwirtschaftliche Betriebe mit als privilegiertes Bauvorhaben gelten.

Sonst können wir uns in der Umweltstation in zehn Jahren die Technologie anschauen, welche vor 20 Jahren richtig gewesen wären. Dafür haben unsere Kinder jedoch leider keine Zeit.

Bernd Müller 
97337 Neuses am Berg